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  • Dr. Doris Huber
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  • 19.12.2016

10 Dinge, die du als Arzt können musst

Diese Fähigkeiten solltest du schon beim Klinikeinstieg drauf haben.

 

1. Status erheben

Für die meisten Arbeitgeber ist es selbstverständlich, dass auch Anfänger einen internistischen und kurzen neurologischen Status erheben können. Da du erst mit zunehmender beruflicher Erfahrung abschätzen können wirst, wann du was untersuchen musst, gilt zu Beginn die Devise ‘lieber mehr, als zu wenig untersuchen’. Nutze am besten schon im PJ jede Gelegenheit für eine Patientenuntersuchung.

 

2. Blut abnehmen

Für viele Kollegen ist es auch noch nach jahrelanger Berufserfahrung eine Herausforderung Blut abzunehmen. Es gibt immer Patienten – vor allem Klinik-Dauergäste – bei denen es schwieriger ist als bei anderen. Bei der breiten Masse stellt es aber meist kein Problem dar. Übung macht den Meister.

 

3. Braunüle legen

Wie das Blut abnehmen, gehört auch das Legen eines venösen Zugangs zu den ersten Aufgaben, die ein Berufseinsteiger übernehmen muss. Jeder Anfang ist schwer und man hat gute und schlechte Tage. Mit wachsender Routine legt man die Braunülen sogar an seinen schlechten Tagen ganz gut. Also Kopf hoch, bei uns allen dauert der Weg dorthin ein bisschen.

 

4. Reanimieren

Kein Arzt wünscht sich, in die Situation des Reanimierens zu kommen. Oft fehlt die Routine, da zum Glück nicht häufig reanimiert werden muss. Umso wichtiger ist es, dass man regelmäßig Schulungen besucht und sich den Ablauf immer wieder ins Gedächtnis ruft. Ein Arzt muss nun mal Leben retten können. Aber keine Angst, zu Beginn wirst du sicherlich keinen Notfall alleine behandeln müssen, es ist jedoch wichtig, dass du die Basics drauf hast, bis das Rea-Team dazu kommt.

 

5. EKG befunden

Zumindest die Basics wie einen Sinusrhythmus oder einen akuten Myokardinfarkt sollte jeder Mediziner erkennen, ganz egal welches Fach er macht oder wie weit er in seiner Ausbildung voran geschritten ist. Zum Üben gibt es tolle Bücher mit vielen gut erklärten EKG-Beispielen.

 

6. Arztbrief schreiben

Einen klar formulierten, kurz gehaltenen Arztbrief schreiben zu können, erleichtert dir den beruflichen Alltag ungemein. Beim Verfassen kannst du noch mal den Ablauf rekapitulieren und gegebenenfalls für das nächste Mal was daraus lernen. Der Leser sollte in kürzester Zeit erfassen können, was passiert ist und wie es weiter gehen soll. Auch lesen die Patienten zunehmend die Briefe, googeln deren Inhalt und beschweren sich (zurecht) falls der Inhalt nicht stimmt. Gleichzeitig bestärkt es das Vertrauen und somit die Compliance, wenn der Brief klar und korrekt formuliert ist. Hier findest du Tipps zum Arztbrief und ein gutes Beispiel an dem du dich orientieren kannst.

 

7. Zuhören

Eine gute Arzt-Patienten-Beziehung baut auf ein produktives Gespräch. Daher ist es für einen Arzt wichtig, dass der Patient ihm vertraut. Jeder Mensch schenkt Vertrauen, wenn ihm zugehört wird. Halte dich mit Ratschlägen und Belehrungen zurück, denn das führt eher zum Rückzug und einer reduzierten Compliance.

 

8. Empathisch sein

Einer der entscheidenden Punkte in Patientenbefragungen zum Thema ‘Was macht für Sie einen guten Arzt aus?’, ist die Fähigkeit Mitgefühl zu zeigen. Dem Patienten zu signalisieren ‘Ich verstehe Sie und Ihre Bedürfnisse und nehme diese ernst’ ist wichtig für eine gute Compliance. Nur wenn der Patient einem Glauben und Vertrauen schenkt, wird er die angeratenen Maßnahmen durchführen und man kommt gemeinsam ans Ziel.

 

9. Verständlich aufklären

Der Arzt von heute wird zunehmend zum Dienstleister und das Bild vom Gott in Weiß rückt in den Hintergrund. Von uns Ärzten wird verlangt, sich dem Patienten gegenüber so auszudrücken, dass einen dieser auch versteht. Den über Jahre erlernten Fachjargon vollkommen durch allgemein verständliche Wörter ersetzen zu können, braucht einiges an Übung. Man wird sich immer wieder dabei ertappen, erneut ein Wort verwendet zu haben, dass das Gegenüber nicht versteht. Mit viel Geduld und einem starken Willen kann das aber jeder Mediziner lernen.

 

10. Impfen

Die meisten Impfungen führt der Durchschnittsarzt im privaten Bereich durch. Immer wieder braucht jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis eine Impfung. Oder der Nachbar oder die Arbeitskollegin bitten einen darum. Impfen ist keine große Sache, muss aber wie alle anderen Dinge erlernt werden.

 

 

 

 

 

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