• Glosse
  • |
  • Dr. Motz
  • |
  • 22.08.2013

Dr. Motz als Opfer sexueller Belästigung

Dr. Motz geht gerade gar nicht gern zur Arbeit. Ständig hängen ihm Kollegen oder Patienten am Kittelzipfel. Zwar hält er sich und seinen stählernen Körper durchaus für anbetungswürdig. Doch der ständige Körperkontakt geht selbst ihm zu weit.

 

Dr. Motz ist treu verwurzelt in einer festen Beziehung. Selbst diagnostische Blicke auf andere anatomische sekundäre Geschlechtsmerkmale als die seiner Freundin, hat er durch jahrelange Konditionierung (in Form intermittierend schriller akustischer Überforderung seiner Cochlea auf den hohen Frequenzen mit anschließender psychischer Deprivation) mittlerweile abgestellt.

Doch nun muss er feststellen, dass ein Krankenhaus der Ort tausend ungeahnter Möglichkeiten sexueller Abenteuer ist. Und wer ist das Opfer? Er, Dr. Motz! Ständig wird er unkorrekt belästigt!Neulich hat Dr. Motz in seiner Funktion als Oberarzt der neuen Assistenzärztin bei einer Kniearthroskopie assistieren wollen. Dazu stellte er sich - in angemessenem Abstand - hinter selbige um den gleichen Blickwinkel und Arbeitswinkel auf Arthroskop und Tasthaken zu haben. Womit er nicht gerechnet hatte, war, dass die Ärztin ihren Hintern in dieser Konstellation immer weiter rückwärts schob. In Richtung Dr. Motz´Becken! In dieser Situation lohnte sich endlich mal das Yoga- und Samba-Training zu dem seine Freundin ihn zwecks Beckenbodentraining immer mitschleppte, und Dr. Motz wich mit einem eleganten Schlenker aus. Danach stellte er sich sicherheitshalber nur noch neben die Assistentin.

Gefahr im OP

Überhaupt der OP! Ort verborgener gewollter und öffentlich ungewollter Annäherungen. Früher war es ja wenigstens nur der etwas beleibtere Chefarzt, der ihm bei der Hüft-TEP Assistenz auf beengtem Raum fast auf den Schoß rückte, dies aber mit einem ob der Situation offensichtlichen Grinsen unter dem Mundschutz und einem begleitenden Herrenwitz. Ganz früher war es der allgemeinchirurgische Chef, der die Assistenz bei der laparoskopischen Cholezystektomie nur von der Gegenseite des Patientenkörpers durchzuführen bereit war, um nicht in „dieser homosexuellen Sandwichstellung" peinlich berührt sein zu müssen.

Nun aber wird Dr. Motz doch tatsächlich von einem OP-Pfleger körperlich angegangen! Jedes Mal beim sterilen Kittel-Anziehen tritt besagter Pfleger mit dem Hochziehen der Ärmel derartig dicht an Dr. Motz heran, dass nahezu ein Mundschutz-Kuss entsteht. Bääääh! Dank seiner häuslichen Yoga-Übungen stellt sich Dr. Motz nun zum Kittelanziehen schon hin wie ein Western-Pferd beim Abbremsen. Mit vorgeschobenen Füßen und nach hinten verlagertem Gleichgewicht versucht er eine Sicherheitsbarriere aufzubauen. Plötzlich aber spürt er bei der Drehung zum Schließen des Kittels die Hand des OP-Pflegers auf seinem Hintern. „Hab nur die Schlaufe festgehalten", behauptet dieser auf Dr. Motz entsetzen Aufschrei, man habe ihm an den Hintern gefasst. Der Rest der OP-Besatzung grinst sich eins.

Belästigung auf Station

Auch auf Station fühlt Dr.Motz sich aufgrund seines phänomenal guten Aussehens und trainierten (s.o.) Körpers nicht immer wohl. Besonders wenn sein Weg an einer Horde gerade post-pubertärer Pflegeschülerinnen vorbeiführt und diese nach seiner Passage laut anfangen zu kichern und Wortfragmente wie „geiler Hintern" oder „Dr. McDreamy" zu vernehmen sind. Da trinkt Dr. Motz doch lieber schnell mit der klösterlichen Stationsleitung einen Kräutertee!

Ganz schlimm sind demente Patientinnen, die aber noch soviel Instinkthirn haben, Dr. Motz als lohnenswertes Alphamännchen zu erkennen und mit ihren schlaffen Händen - die wer weiß was vorher angefasst haben - nach seinem Gesicht oder anderen Körperteilen grapschen! Und dazu greinen „Herr Doktor, der liebe Herr Doktor!" - der liebe Doktor übergibt die Visite an die Assistenten und haut ganz schnell ab! Nach Hause! Zu seiner Freundin! Dort angekommen erwartet ihn ein leckeres Essen in romantischem Kerzenschein. Und irgendwie hat seine Freundin wohl auch eine neue Frisur und andere Klamotten an, aber weil er es nicht so genau weiß, sagt er lieber nix. Außerdem … ob wohl irgendwo im Haus eine Aspirin versteckt ist? „Ich glaub ich krieg Migräne", stammelt Dr. Motz und verzieht sich unter die Bettdecke. Allein!

 

Mein Studienort

44 Uni Städte:
Medizinstudenten berichten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 150 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete

Pressespiegel

26.02.2024 - SpektrumUnbekannte Gefahr im Blut

20.02.2024 - SpektrumVerwesungs-Mikroben weisen auf Todeszeitpunkt hin

16.02.2024 - SpektrumKrebs und Nervensystem

Cookie-Einstellungen