• Gedicht
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  • Susann Beck
  • |
  • 11.10.2019

Das Pflegepraktikum

Um das Pflegepraktikum,
kommt man wohl nicht drum herum.
So wird es stets gesagt,
wenn man uns Medizinstudenten fragt.

Doch wusste ich, von Anfang an,
so gehe ich da bestimmt nicht ran.
Hier möchte ich lernen und bei Problemen fragen,
statt mich über banale Dinge zu beklagen.

Die ersten Tage auf Station,
eine völlig neue Situation.
In den Augen drückt der Sand vom Schlaf,
davon hatte ich eigentlich noch mehr Bedarf.
Zunächst ist mir hier noch alles neu,
sodass ich mich über jede Erkenntnis freu.

Gewaschen wird gleich früh am Morgen,
man fragt Patienten nach Kummer und Sorgen.
7:30 Uhr, mit dem Messgerät durch die Zimmer,
für den Blutzucker, so läuft das immer.
Danach gibt es für alle Frühstück am Bett,
darum kümmern sich liebevoll Hostessen, wirklich nett!
Weiter geht’s mit Puls und Temperatur,
manche fragt man nach dem Stuhlgang nur.

Schnell vergehen zwar die ersten Tage,
jedoch erkenne ich den Ernst der Lage.
Am Abend spürt man die Beine kaum,
manches verarbeitet man erst im Traum.
Zwar dachte ich, meine Aufgaben zu kennen
Und gewissenhaft nach der Klingel zu rennen…
Es ist die Routine, die jetzt fehlt,
weshalb man sich mit Fragen quält.

Frühstückspause wäre jetzt soweit,
nicht aber ich,
am Anfang braucht man zu viel Zeit.

Eine Schwester ruft gleich aus der Ferne,
denn eins sieht sie gar nicht gerne:
„Im Spülraum sieht’s ja aus wie Sau,
die Nierenschalen stehen im Stau!“
Kritik trifft einen dann schnell ins Herz,
wie ein kurzer stechender Schmerz.

Wieder aufstehen und weitermachen,
über kleine Fehler lachen.
Das war meine Strategie,
denn anders schafft man’s nie.
So wächst uns ein angemessen dickes Fell,
und seht nur, die letzten Tage vergingen viel zu schnell.
Man blickt dann ehrlich stolz zurück
und übergibt jedem noch ein Kuchenstück.

Hier aus dem Krankenhaus,
kommen bestenfalls gesunde Leute raus,
doch die gesamte Reparatur,
funktioniert gemeinsam nur.
Schwestern, Ärzte, Praktikant,
ziehen alle stets am selben Band.
So sollte es zumindest sein,
schon hält man Probleme halbwegs klein.

Nun die Moral von der Geschicht‘,
gegenseitiger Ärger bringt es nicht.
Und dass man eins bestimmt niemals vergisst:
Wie anstrengend Pflege wirklich ist!

 

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