• Interview
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  • Ines Elsenhans
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  • 13.01.2015

Pärchen in Weiß

Beim Via medici-Lokalredakteurtreffen im Sommer 2009 lernten sich Yen-Ying und Torben kennen. Heute sind sie ein Ehepaar. Vom großen Glück verliebter Ärzte, gemeinsam Patienten zu betreuen.

Yen-Ying und Torben, Foto: Sir Chen

> Torben, zu dem Lokalredakteur­treffen, bei dem du Yen-Ying kennenlerntest, wärst du fast nicht gekommen. Warum eigentlich?

Torben: Ich war zu der Zeit ja offiziell gar kein Lokalredakteur mehr. Das Treffen fand drei Tage, nachdem ich meine erste Assistenzarztstelle Nähe Oldenburg angetreten hatte, statt, und ich hatte eigentlich gar keine Zeit zu kommen. Als ich dann hektisch zum Bahnsteig rannte, verpasste ich blöderweise meinen Zug und stieg dann auch noch in den falschen ein, der in die Gegenrichtung fuhr! Nachdem ich das gemerkt hatte, hatte ich schon fast keine Lust mehr, nach Stuttgart zu fahren. Dann gab ich mir aber doch einen Ruck.

 

> Wie seid ihr beiden auf dem Lokali-Treffen ins Gespräch gekommen?

Yen-Ying: Traditionell findet bei dem Treffen am Samstagabend immer ein Abendessen in einem Restaurant statt. Der Weg dorthin war steil, und ich überholte Torben trotz High Heels. Ich konnte mir einen Kommentar nicht verkneifen und sagte: „Na, bist aber ganz schön aus der Puste.“ Daraufhin antwortete er. „Ja es geht, aber wie machst du das denn mit deinen Schuhen?“, und fügte noch hinzu „Jungs mögen auch Mädchen mit Turnschuhen.“ Da war ich erst mal beleidigt. Weil ich aber Fragen zum PJ hatte, habe ich mich trotzdem den ganzen Abend mit ihm unterhalten.

 

> Und dabei sprang der Funke über?

Yen-Ying: Nein. Ich fand ihn nur nett.
Torben: Ich hatte ja gerade erst angefangen zu arbeiten und bei dem Stress alles andere im Kopf, als mich zu verlieben. Darum dachte ich mir nichts weiter an diesem Abend. Doch am nächsten Tag hatten wir einen Workshop zum Thema Podcast. Yen-Ying stellte eine Stadt in Taiwan vor, und als ich ihre Stimme über die Lautsprecher hörte, hab ich mich in sie verliebt. Ich dachte vorher schon, die ist sehr nett und hübsch, aber als ihre Stimme ertönte, hat es mich echt umgehauen.

 

> Wann hast du dich verliebt, Yen-Ying?

Yen-Ying: Bei mir hat das noch eine Weile gedauert. Beim Lokali-Treffen fragte ich Torben nach seiner E-Mail-Adresse, falls ich noch Fragen hätte. Wir haben uns dann eine längere Zeit Mails geschrieben, und langsam wurde es von Mail zu Mail romantischer. Torben schreibt sehr poetisch, was mich mit der Zeit zunehmend berührt hat. Ich rede und schreibe selbst auch gern in Bildern und so hat uns die Leidenschaft fürs Schreiben zusammengebracht. Ich habe mich besonders in seine Worte verliebt. Irgendwann fragte er, ob er mich in der leuchtenden Großstadt Frankfurt besuchen und zu einer Fahrstuhlfahrt im höchsten Turm der Stadt bis ganz nach oben begleiten darf.

 

> Als Mediziner eine Fernbeziehung zu führen ist ganz schön schwierig, oder?

Torben: Ja, das war nicht leicht. Ich habe Yen-Ying ein Jahr lang so oft es geht besucht. Nachdem ihr PJ vorbei war, haben wir beschlossen, dass ich zu ihr ziehe. Da stand sie kurz vor dem Hammerexamen, aber diese stressige Zeit hat uns zusammengeschweißt. Mittlerweile sind wir verheiratet.

 

> Wie können wir uns euer Leben als Medizinerpärchen vorstellen?

Yen-Ying: Torben arbeitet als Assistenzarzt in einer Hausarztpraxis, ich bin Assistenzärztin in der Inneren Abteilung einer Klinik. Wenn wir gleichzeitig Feierabend haben, kochen wir zusammen. Dabei sprechen wir viel über Medizin. Wir machen quasi jeden Abend unsere eigene Balint-Gruppe.
Torben: Ja, wir geben uns auch gegenseitig oft Ratschläge. Manchmal ist es sogar so, dass ich ihre Patienten in der Praxis weiter­betreue oder sie meine in der Klinik sieht. Das ist schon ein ganz intensives Gefühl ...

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