• Tipp
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  • Kirstin Becker
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  • 08.11.2012

Tipps für das WG-Casting

Das Semester hat schon längst begonnen, und du bis immer noch auf Wohnungssuche? Du hast dabei schon so viele WGs von innen gesehen, dass du als Experte für optimale Wohnraumaufteilung arbeiten könntest? Damit endlich Schluss mit Suchen ist und du in eine WG einziehen kannst, erfährst du hier, wie du künftige Mitbewohner von dir überzeugst.

Die Vorbereitung

Stundenlang das Internet durchsucht, die ganze Uni nach Aushängen abgegrast - und nun auch unendlich viele WG-Angebote gefunden. Jetzt auf keinen Fall alle nacheinander anrufen und einen Termin ausmachen! Jedes Gespräch einzeln kurz vorbereiten, sich Namen und Ort merken. Menschen, die schon beim ersten Kontakt den Namen der zukünftigen Mitbewohner verwechseln, sind keine Traummitbewohner.

 

Früh aussortieren

Wer nur aus finanziellen Gründen in eine WG ziehen möchte, wird mit Anja und Phillip, die gerne jeden Tag zusammen kochen, wohl nie richtig glücklich. Und nach wenigen Monaten geht die Suche aufs neue los. WGs, in denen du spontan nicht wohnen möchtest, musst du dir auch gar nicht erst anschauen.

 

Der Casting-Termin

Niemals zu viele Termine auf einen Tag legen... Auch wenn dringend eine Bleibe her muss, nach dem dritten oder vierten Gespräch an einem Tag wirkt keiner mehr so, wie sich die neue WG ihren Traummitbewohner vorstellt. Nach dem Termin sollte etwas Zeit sein, sodass man nicht mitten im Gespräch los muss - und wichtige Dinge vielleicht noch nicht geklärt sind.

 

Begleitung zum Gespräch

Auch wenn immer wieder empfohlen wird, jemanden mitzunehmen, wenn man sich eine neue Wohnung anschaut - für die WG gilt das Gegenteil. Am besten, der Bewerber kommt alleine. Denn dann kann die WG sich schon vorstellen, wie sich das Zusammenwohnen anfühlt. Der Begleiter wirkt dabei eher wie das fünfte Rad am Wagen.
Absolutes No-Go: Mit Mama oder Papa zum Casting. Sobald jemand mit seinen Eltern auftaucht, assoziieren die potentiellen Mitbewohner vor allem eines: Da ist jemand unselbstständig. Und mit diesem Menschen möchte niemand zusammen wohnen.

Wer auf gar keinen Fall alleine in eine fremde WG gehen möchte, nimmt einen Freund oder eine Freundin mit. Das macht selbstsicherer. Wenn die WG sich trotz toller Anzeige als unmöglich entpuppt, ist jemand zum danach drüber lachen dabei.

 

Das WG-Zimmer

Am besten zuerst das Zimmer anschauen, denn wenn man sich gar nicht vorstellen kann, in diesem Zimmer zu wohnen, kann man sich das Gespräch sparen... Das Wichtigste in der WG sind aber die Mitbewohner. Deshalb sollte man versuchen, sie möglichst gut kennen zu lernen - aber sich selbst auch kennen lernen zu lassen.

 

Gesprächsstoff

Warum ziehst du denn nach xy? Bei dieser Frage kann der Bewerber eigentlich nichts falsch machen. Oder vielleicht doch? Deutliches Erwähnen, dass man hier niemals studieren wollte und nur da ist, weil die ZVS einem keinen anderen Platz zugeteilt hat, macht sicher keinen guten Eindruck. Die anderen haben sich diesen Ort oft ausgesucht....

Was machst du denn hier? Noch so eine Einstiegsfrage, aus der sich im besten Fall schon gleich ein Gespräch entwickelt. Man erzählt von seinem Studium, andere studieren vielleicht das gleiche, man bekommt Tipps und kann sich austauschen.

Was hast du denn vorher gemacht? Auf diese Frage wortkarg "Abitur" zu antworten, garantiert einem, als Langweiler durchzugehen. Es lohnt sich, von seinem letzten tollen Urlaub zu erzählen, von seinen Hobbys und von allem, was den Bewerber zum Menschen macht.

 

Fiese Fragen

Wenn du ein Tier geworden wärst, welches wärst du? Male das doch mal auf! Auch wenn es sich anders anhört, sobald man anfängt und irgend was malt, hat man schon gewonnen. Es gibt keine Musterlösung. Die WG möchte mal sehen, was so dabei raus kommt, würde aber sowohl mit Delfinen als auch mit Elefanten zusammen ziehen.

 

Be a round charakter

Situation in der WG: Es haben sich schon 15 WG-Bewerber innerhalb kürzester Zeit gemeldet, alle haben einen Termin bekommen. Und alle kommen zu ihrem Termin.... Leider kann sich danach niemand mehr so ganz sicher an alle erinnern. Viele waren sympathisch - aber wer war noch mal wer?

Ganz klar, das Rennen macht derjenige, der im Gedächtnis bleibt. Also nicht Katze oder Delfin, sondern vielleicht Streifenhörnchen. Also nicht Lieblingsessen Pizza, sondern vielleicht Kartoffelklöße. Wenn man allerdings zu individuell ist, ist die Chance auch vergeben. Auch wenn sich alle an einen seltsamen Menschen erinnern, wird der dadurch noch nicht sympathisch.

 

Nie verzweifelt wirken

Wer von seiner langen und erfolglosen WG-Suche erzählt, wird nie ein Zimmer finden. Schließlich muss es ja einen Grund geben, warum alle anderen den nicht wollten... Also auch wenn man kurz vor dem Verzweifeln ist: Bloß nichts anmerken lassen.

 

Im Notfall: Bestechung

WG-Bewohner sind bestechlich. Wer eine Tüte Chips oder Gummibärchen mitbringt, rückt gleich auf der Lieblings-Bewerber-Liste ein Stückchen höher. Auch eine Tafel Schokolade wird gerne angenommen. Vorsicht ist mit Wein geboten. Wenn das Gespräch abends stattfindet, ist das meistens kein Problem. Zusammen etwas trinken, eine entspannte Atmosphäre schaffen - ein guter Start in eine neue WG.

Wenn allerdings niemand mit trinken möchte - oder der Bewerber selbst möglichst schnell diese furchtbare WG verlassen will, stört diese Flasche Wein. Vielleicht sollte man sie erst mal im Rucksack versteckt lassen und erst auspacken, wenn es sich lohnt... Oder doch eine Tüte Gummibärchen mitnehmen. Die muss nicht ausgetrunken werden.

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