• Test
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  • Mona Herz
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  • 20.07.2012

Dein Lerncharakter mit Gebrauchsanleitung

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a) Der partysüchtige Torschlusspaniker

Torschlusspaniker - Cartoon: Via medici, Susi Schaaf

Du liebst das Leben! Eine Party jagt die andere, du triffst dauernd tolle Leute und in den Kneipen deiner Unistadt  kennst du dich deutlich besser aus als in den unendlichen Weiten des Gegenstandskatalogs. Wenn da nur nicht diese lästigen Prüfungen wären! Prokrastinie („Aufschieberitis“) ist für dich keine Krankheit – sondern eine Art Lebenskunst. Schaust du dann endlich (widerwillig) der Tatsache in die Augen, dass eine Prüfung unaufhaltsam näher rückt, tust du dich schwer, ein passendes Zeitfenster für das Lernen zu finden. Vor 13.00 Uhr geht schon mal gar nichts – denn unausgeschlafen kannst du auf keinen Fall lernen. Auch der Nachmittag passt nicht so gut, schließlich musst du gemütlich frühstücken und checken, was auf Facebook so läuft. Bleibt nur noch der Abend und – sorry! – da ist schon die nächste Party geplant … Dabei bist du keineswegs der coole „Überflieger“. Ist ein bestimmtes Druckniveau überschritten, fesselt dich eine progrediente Panikattacke die letzten Tage vor der Prüfung umso intensiver an den Schreibtisch.

Tipp: Vorsicht: In der Schule hat es vielleicht ganz gut funktioniert, unter Zeitdruck zu lernen. Im Studium ist das absolutes „No-Go“. Bringe deswegen ein bisschen Struktur in dein Leben! Mach dir einen Lernplan, in dem du fixe Lernzeiten vorsiehst und für deren Einhaltung du dich durch schöne Dinge belohnst. So kannst du dir ein effektives Lernverhalten antrainieren. Besonders wichtig: Reduziere deine nächtlichen Aktivitäten! Schlaf ist wichtig fürs Lernen. Was du tagsüber gelesen hast, wird nachts verfestigt.

 

b) Der einsiedlerische Buchstabenfresser

Buchstabenfresser - Cartoon: Via medici, Susi Schaaf

Wenn du ein Lehrbuch liest, kannst du schon mal Essen und Schlafen vergessen. Dein Handy ist in Lernphasen ausgeschaltet, das Festnetz ausgesteckt und Emails checkst du nur einmal im Quartal. Mindestens einmal ist es dir passiert, dass deine Zimmernachbarn deine Tür aufbrechen ließen, um zu prüfen, ob du noch lebst. Ein Kurzlehrbuch studierst du nur, um einen Überblick über den Prüfungsstoff zu bekommen. Danach geht‘s für dich erst richtig los! Du liest pro Fach mindestens zwei ausführliche Lehrbücher. Und zum Schluss schmökerst du – rein Interessehalber – noch in den ziegelsteinschweren Standardwerken fachärztlicher Literatur. „Lernen mit allen Sinnen“ hältst du für pädagogischen Firlefanz, mit dem du dich als aufstrebender Jungmediziner nicht abgeben möchtest. Der Austausch mit Kommilitonen ist für dich ein Graus. Du fühlst dich am Wohlsten, wenn du alleine zwischen Bücherbergen und Skripten im stillen Kämmerchen sitzt.

Tipp: Mit dem eindimensionalen Buchstabenfressen bist du auf dem Holzweg! Zum erfolgreichen Lernen gehört auch das wiederholte Lesen („Repetieren“). Zudem ist wichtig, dass du dich ab und an mit anderen Studenten und Dozenten austauschst. Merke: Eine Gruppe weiß mehr als der Einzelne! Außerdem schafft das Lernen an verschiedenen Orten mehr Assoziationspfade zum Lernstoff und erleichtert die Erinnerung. Grundsätzlich gilt: Je mehr Sinneskanäle du beteiligst, umso erfolgreicher wirst du lernen.

 

c) Der lückenmutige Gesellschaftslerner

Gesellschaftslerner - Cartoon: Via medici, Susi Schaaf

Deinen Schreibtisch im WG-Zimmer nutzt du eigentlich nur zur Aufzucht von Topfpflanzen. Deine Prüfungsvorbereitung absolvierst du am liebsten in Gesellschaft deiner Lerngruppe an öffentlichen Orten, wie der Bib oder dem Uni-Café. Gerne führst du dort intensive Diskussionen über hochspezielle Fragestellungen. Zwar führt dieses Lernverhalten zu größeren Lücken in deinem Wissensrepertoire – doch dafür schulst du deine sozialen Kompetenzen, die dir im Zweifelsfall wichtiger sind als lebloses Detailwissen. Vorlesungen besuchst du vor allem, um Kommilitonen zu treffen. Den Ausführungen des Dozenten lauschst du nur mit halbem Ohr. Ist der Tag der Prüfung gekommen, ist dir die eigene Note eigentlich vollkommen schnuppe. Hauptsache deine Lerngruppe ist als Team erfolgreich!

Tipp: Lerngruppen oder Vorlesungen sind wichtig, weil sich hier der Lernstoff „personalisiert“. Er wird von einem abstrakten Buchkontext in einen Lebenskontext transformiert und prägt sich so leichter ein. Aber natürlich muss jeder auch alleine lernen (können). Sonst kocht deine Lerngruppe über kurz oder lang nur noch „im eigenen Saft“. Mach dir einen Lernplan mit fixen Zeiten, an denen du alleine am Schreibtisch lernst.

 

d) Der unterstreichungswütige Rausschreiber

Rausschreiber - Cartoon: Via medici, Susi Schaaf

Ohne einen Satz Textmarker und einen College-Block kannst du nicht lernen. Fein säuberlich unterstreichst du, was dir am Wichtigsten erscheint. Das Allerwichtigste schreibst du sofort heraus und zeichnest Synopsen. Wobei du auf dem Rausgeschrieben sofort wieder anfängst zu unterstreichen, natürlich immer strikt nach einem ausgeklügelten Farbsystem. Damit das sinngemäße Rausschreiben funktioniert, musst du jeden Zusammenhang zu 100 Prozent verstehen – was extrem aufreibend ist. Doch Dank deines fotografischen Gedächtnisses hast du bei der Prüfung dann deine individuell gestalteten Buch- und Skriptseiten so vor Augen, dass du die Lösungen quasi nur noch ablesen musst. So sehr hast du diese „inneren Karteikarten“ in dein Großhirn genagelt, dass sie dir 30 Jahre später noch präsent sind.

Tipp: Prof. Vester hätte seine Freude an dir: Du bist der typische visuelle Lerntyp. Im Prinzip bist du auf dem richtigen Weg: Relevantes zu unterstreichen und mit Bildern anzureichern hilft beim Lernen. Auch Rausschreiben ist sinnvoll – sofern du es richtig praktizierst. Du musst aktiv das Wichtigste filtern und es beim Schreiben erneut abrufen. Allerdings ist diese Lernweise sehr mühsam und kaum lange durchzuhalten. Deswegen solltest du es mit dem mündlichen Repetieren in einer Lerngruppe verknüpfen.

Dies ist ein Artikel aus Via medici 4.12

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