• Bericht
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  • Stephanie Zühlke
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  • 17.04.2013

Die Unfallklinik Murnau

Sowohl persönliches als auch fachliches Interesse an der Unfallchirurgie haben mich dazu bewegt, in diesem Fach Famulatur zu machen. Da ich in München studiere, habe ich mich für die renommierte Unfallklinik Murnau (UKM) entschieden.

Die Unfallklinik Murnau

Murnau liegt in Oberbayern und hat gut 12.000 Einwohner. Der schöne Staffelsee und die direkte Nachbarschaft zu den Bergen hatten wohl damals auch die Künstler des blauen Reiters dazu bewegt, sich dort eine Zeit lang niederzulassen.
Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau ist ein überregionales Zentrum der Maximalversorgung mit Schwerpunkt in der Behandlung extremer Fälle, wie Rückenmarksverletzungen, Querschnittslähmungen, Brandverletzungen und Polytrauma.

Der Weg zur Famulatur im UKM

Das UKM ist gut auf Famulanten eingestellt; ich hatte mich etwa zehn Monate vor Beginn auf der Homepage unter dem Link "Famulatur-Wünsche" beworben und prompt eine Zusage für den entsprechenden Zeitraum erhalten.
Beigefügt war dem Schreiben eine Liste von Hotels und privaten Vermietern. Während meiner Famulatur habe ich dann von anderen Studenten erfahren, dass man mit Nachdrücklichkeit und ein wenig Glück auch im Schwesternwohnheim ein Zimmer bekommen könnte. Abhängig von persönlichen Prioritäten wie Handyempfang, Fernseher oder eigenem Bad kann man auch bei älteren Herrschaften preisgünstig unterkommen, die auch mal das Zimmer aufräumen oder einen Kuchen backen.

Arbeitsalltag

Am ersten Tag im UKM erhält man von der Personalabteilung Essensausweis und Kleidung; anschließend stellt man sich dem Betriebsarzt vor. Schlüssel für Arztzimmer und Spinde, sowie Zugangskarten für die OP-Umkleide bekommt man ebenfalls problemlos auf Nachfrage. Pro Station werden ein bis zwei Famulanten zugelassen.
Ein typischer Arbeitstag begann bei mir auf der Station für Wirbelsäulen- und Fußchirurgie um 7.30 Uhr mit Blutabnahmen. Die mobilen Patienten werden von pflegerischer Seite aufgefordert dafür in den Verbandsraum zu kommen, sodass man im Idealfall nur noch wenige Zimmer ablaufen muss. Wenn viele Blutabnahmen anfielen, halfen auch die Ärzte.
Um 7.45 Uhr fand die ärztliche Frühbesprechung statt. Danach gab es meist Kaffee bis es in den OP oder zur Visite ging. Je nach Programm konnte ich meinen Tag im OP oder auf der Station verbringen und mir interessante Patientenfälle ansehen; überall bekam ich Sachverhalte und Vorgehensweisen gut erklärt.
Um 16.00 Uhr stand die ärztliche Nachmittagsbesprechung an. Waren alle Blutabnahmen des Tages erledigt, konnten wir Famulanten anschließend Feierabend machen.

Fazit

Die Atmosphäre im gesamten Haus war sehr angenehm und ich habe mich dort stets willkommen gefühlt. Als Famulanten durften wir grundsätzlich mit frühstücken, uns am Kaffee bedienen und wurden als Teammitglieder akzeptiert.
Die Ärzte - vom Assistenten bis zum Oberarzt - haben sich untereinander gut verstanden und waren auch uns gegenüber sehr zugänglich und hilfsbereit. Es war generell auch möglich, auf andere Stationen, in die Notaufnahme oder in andere OP-Säle zu springen, um sich dort alles anzusehen.
Somit konnte ich im Unfallklinikum Murnau eine wirklich interessante und bereichernde Famulatur absolvieren.

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