• Bericht
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  • Maximilian Pfau
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  • 12.01.2015

PJ in der Augenheilkunde am Triemlispital Zürich

Zürich bietet nicht nur frische Luft und eine schöne Altstadt, sondern auch Spaß bei der Arbeit, eine gute Lehre und ein abwechslungsreiches Freizeitangebot. Vier Monate (September-Dezember 2014) seines PJs hat Maximilian genutzt, um Zürich, die Schweiz, den Krankenhausalltag und natürlich die Augenheilkunde näher kennenzulernen.

Zürich, Foto: Maximilian Pfau

Bewerbung

Die Bewerbung für das Triemlispital war unkompliziert:
Etwa acht Monate vor Antritt bewarb ich mich per E-Mail mit einem Lebenslauf bei dem Chefarztsekretariat von Prof. Dr. med. Matthias Becker.

Chefarztsekretariat
Monika Meili
Tel.: 044 466 33 62
Fax: 044 466 28 88
Monika.Meili@triemli.zuerich.ch

 

Frau Meili ist sehr freundlich und hilfsbereit und kümmerte sich, zusammen mit der Personalabteilung, um sämtliche Formalitäten. Außerdem vermittelte sie mir auch direkt einen Platz im Personalwohnheim für 300 Franken/Monat. Das Gehalt betrug 650 Franken/Monat beziehungsweise 950 Franken/Monat (ohne Wohnheimsplatz).

 

 

Zürichsee, Foto: Maximilian Pfau

 

Klinikalltag

Der Klinikalltag in der Augenheilkunde war sehr spannend und abwechslungsreich. In der ersten Zeit wurde ich vor allem von Dr. Stephan Kinzl, Dr.. Robert Blum und Dr Florentina Freiberg betreut.In der Allgemein- und Notfallsprechstunde nahmen sie sich stets viel Zeit zum Erklären und überließen mir auch immer wieder Patienten zum Voruntersuchen. Später rotierte ich mehr in Spezialsprechstunden wie die Glaukom-Sprechstunde bei Dr. Cornelia Hirn, die Lid-Sprechstunde bei Dr. Heidi Fassnacht-Riederle, die Hornhaut-Sprechstunde bei Dr. Peter Ciechanowski, die Cataract-Sprechstunde bei Dr. Sandra Lortz und die Tumorsprechstunde bei Dr. Marc Stahel.

 

Überall erklärte man mir sehr viel und ich bekam Patienten zum selbständigen Voruntersuchen zugeteilt, die anschließend gemeinsam besprochen wurden. Vor allem Letzteres war für mich sehr lehrreich. Besonders spannend waren auch immer die Netzhautsprechstunden bei Herrn Prof. Dr. Becker und Herrn Prof. Dr. Michels. Zudem gab es auch die Möglichkeit, aufgenommene Patienten von Anfang bis Ende zu verfolgen und so in die Bereiche OP, IVOM (Intravitreale operative Medikamenteneingabe) und Laser zu rotieren.
Die Arbeitszeit war offiziell von 8 bis 17 Uhr. Dienstags gab es zusätzlich immer noch eine interne Fortbildung oder die Fluoreszenzangiographie-Besprechung.

 

Fortbildung

Klinikteam, Foto: Maximilian Pfau

Das Fortbildungsprogramm am Triemlispital war herausragend. Gleich an meinem zweiten Tag fand die Werner H. Spross Gedächtnisfortbildung statt. Nur drei Wochen später bekam ich dann die Möglichkeit zum DOG Kongress nach Leipzig zu fahren. Dazu fand am 1. Oktober noch eine Fortbildung mit Dr. Csaky zum Thema "Real-life treatment of wAMD and RVO with anti-VEGF agents: comparing Swiss and USA experiences" statt.

 

Das Wohnheim ist baulich eigentlich vollkommen in Ordnung und preiswert. Man muss sich die Küche und das Bad mit etwa acht anderen Teilen. Schade ist allerdings, dass es im Wohnheim recht ruhig ist und man nur schlecht Freundschaften knüpfen kann. Auf meinem Stockwerk hatte ich trotz vieler Versuche nur zu einem italienischen und einem japanischem ETH-Studenten Kontakt. In Heidelberg habe ich in einem ähnlichen Wohnheim fünf Jahre lang gelebt, allerdings war die Stimmung mit zahlreichen Stockwerksfeiern und regem Austausch weitaus besser. Dennoch gibt es auch einige andere deutsche Unterassistenten in dem Wohnheim, sodass man auch am Wochenende immer was gemeinsam unternehmen kann.

 

 

Freizeitcheck

Schokoladenkurs in der Lindt-Fabrik, Foto: Maximilian Pfau

Zürich ist eine tolle Stadt. Man kann sich vom Krankenhaus kostenlos qualitativ-hochwertige Fahrräder mieten. Die Tour einmal um den Zürichsee (65 km) ist wunderschön. Außerdem war auch fast jedes Wochenende in Zürich irgendetwas los. Am 27./28.9.2014 fand zum Beispiel das größte Freestylesport-Event Europas mit Snowboard-Weltstars statt und am folgenden Wochenende das Zürich-Film-Festival.
Sehr witzig ist auch der Lindt-Schokoladenkurs, den wir zusammen mit einer Gruppe von Unterassistenten aus dem Wohnheim gemacht haben. Diesen kann ich jedem nur empfehlen.

 

 

selbstgemachte Schokolade, Foto: Maximilian Pfau

 

Finanziell ist Zürich eine recht teure Stadt. Gemäß der Comparative-Price-Levels 2014 der OECD ist die Kaufkraft beim Ausgeben von 100 Euro in Deutschland mit etwa152 Euro in der Schweiz gleichgestellt.
Wenn man Essen jedoch selbst einkauft (bei Denner oder Migros) und auf Fleisch verzichtet (Eier sind günstig) kommt man deutlich günstiger weg (geschätzt Faktor 1,25). Sobald aber irgendeine Dienstleistung mit im Spiel ist, zahlt man oft mehr als das doppelte des deutschen Preises (Döner 11 Franken, Herrenhaarschnitt 35 Franken).

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