• Bericht
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  • Johanna Ebrecht
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  • 15.01.2013

Paper statt Doktorarbeit

Zur Erlangung des medizinischen Doktortitels war es bisher notwendig, seine Dissertation in Form einer Doktorarbeit einzureichen. Seit einiger Zeit ist es möglich, auch mit einer wissenschaftlichen Veröffentlichung den akademischen Grad zu erlangen. Doch wie muss ein Artikel für eine Fachzeitschrift aufgebaut sein? Und welche formalen Richtlinien müssen beachten werden?

Als Paper wird eine wissenschaftliche Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift bezeichnet. Hierbei ist es wichtig, dass diese international anerkannt und begutachtet ist. Zudem ist notwendig, dass die Zeitschrift bei PubMed

Pubmed

oder Web of Science

Web of Science

gelistet ist. Für Web of Science ist der Zugang kostenpflichtig, allerdings über das Uninetzwerk kostenlos möglich. Wie angesehen eine Zeitschrift ist, wird als sogenannter Journal Impact Factor angegeben - je höher desto angesehener. Welche Zeitschriften renommiert und geeignet für eine Veröffentlichung sind, weiß sicher euer Doktorvater oder eure -mutter.

 

Aufbau einer wissenschaftlichen Veröffentlichung

Zuallererst: Das Paper sollte auf Englisch geschrieben sein. Englisch ist nicht nur die Sprache der Wissenschaft. Für einen englischen Artikel erhöht sich auch die Zahl der in Frage kommenden Zeitschriften, in denen man veröffentlichen kann.
Zunächst muss ein Titel gefunden werden. Hier lautet das Motto: kurz und bedeutungsvoll. Darunter folgen alle Autoren mit Initialen. An erster Stelle steht der Verfasser des Papers (der Doktorand) und an letzter Stelle der Doktorvater oder -mutter bzw. Arbeitsgruppenleiter. Zwischen beiden stehen alle anderen Personen (nicht nur akademischer Natur), die am Forschungsprojekt mitgewirkt haben. Es folgen noch in der gleichen Zeile Institut oder Organisation mit voller Adresse und Datum. Das könnte zum Beispiel so aussehen:

Kurz und bedeutungsvoll

Mustermann K, Schneider J, Müller C, Zentrum für angewandte Wissenschaften, Musterweg 1, 11111 Musterhausen, Deutschland
Januar 2013

 

Struktur des Artikels

Zu Beginn des Artikels steht ein abstract. Der Leser kann kurz überfliegen, worum es in der gesamten Arbeit eigentlich geht. Hier stellst du sehr kurz Motivation, Methodik, Schlüsselergebnisse und Fazit dar.

Dann geht es los mit dem eigentlichen Artikel. Zuerst die Einführung (introduction). Du beschreibst das Problem und erklärst, warum es interessant zu erforschen ist. Bereits erschienen Literatur zum Thema oder der aktuelle Forschungsstand sollte inhaltlich kurz zusammengefasst werden ohne sich in Details zu verlieren. Außerdem muss das Besondere an der eigenen Arbeit herausgearbeitet werden: Was wirst du Neues erforschen, was zuvor noch nicht erforscht wurde? Das könnten z.B. ein größeres Patientenkollektiv, andere/neuere/weiterentwickelte Untersuchungsmethoden, neue Tests etc. sein.

Es folgen Material und Methoden (materials and methods). Hier beschreibst du, was du genau in deiner Arbeit gemacht hast. Wurde zum Beispiel ein Patientenkollektiv untersucht, beschreibst du in diesem Teil, wie es sich zusammensetzt. Hast du radiologische Untersuchungsmethoden wie ein MRT oder CT verwendet, erklärst du diese kurz. Hast du mathematische bzw. statistische Hilfsmittel gebraucht, nennst du auch diese. Es empfiehlt sich, noch einmal darauf einzugehen, was die eigenen Methoden von denen anderer Autoren abhebt. Arbeits- und Vorgehensweise sollen für den Leser nachvollziehbar geschildert werden, ohne schon auf Ergebnisse oder Interpretationen einzugehen.

Denn das folgt im nächsten Teil: Ergebnis (results). Wie der Name schon sagt, werden die Ergebnisse des Experiments präsentiert. Dies geschieht am anschaulichsten durch Tabellen, Diagramme oder andere Abbildungen. Meist sind gar nicht alle Daten, die erhoben wurden, nutzbar. Du kannst dich durchaus auf die wichtigsten beschränken. Statistiken solltest du nur dann verwenden, sofern sie wirklich von Bedeutung sind. Auch hier gilt wieder: noch nicht auf die Interpretation eingehen!

Vorletzter Teil: Diskussion (discussion). Hier werden die wichtigsten Ergebnisse nochmal dargestellt. Es folgt eine Analyse oder ein Erklärungsmodell, das du in Zusammenhang zu den Daten setzt. Zum Schluss werden die wichtigsten Ergebnisse mit sich daraus ergebenden Konsequenzen unter dem Punkt Fazit (conclusion) zusammengefasst.

 

Literaturverzeichnis zum Schluss

Das war's? Noch nicht ganz. Nicht zu vergessen ist das Literaturverzeichnis (references) am Ende der wissenschaftlichen Veröffentlichung. Hier solltest du alle verwendeten Quellen auflisten. Verwendete Quellen sind nicht nur die, die zitiert wurden, sondern auch Autoren von Schlüsselideen bzw. Erstbeschreiber. Leider existieren sehr viele verschiedene Möglichkeiten, ein Literaturverzeichnis zu erstellen. Wird von der betreffenden Zeitschrift nichts anderes gewünscht, ist man mit den Lösungen von "endnote" oder "Zotero" auf der sicheren Seite. Dies sind Programme zur Verwaltung von Literaturdaten, die man sich im Internet kostenlos downloaden kann. Ein kleiner Tipp: beginne am besten schon zu Beginn deiner Arbeit ein Literaturverzeichnis zu erstellen. So bist du ständig auf dem Laufenden und musst dir nicht am Ende alles mühselig zusammensuchen.

 

Zu guter Letzt

Wer nicht fragt, bleibt dumm. Als Student hat man keine Erfahrung in der Erstellung wissenschaftlicher Paper, wenn es also nicht sofort klappt - keine Sorge. Es lohnt sich immer zu allererst den Doktorvater oder -mutter anzusprechen, aber auch ältere Semester können sicherlich hilfreiche Tipps geben. Also: viel Erfolg!

 

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Den Internetauftritt des Promotionsbüro Aachen findet ihr hier:

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Hier kann man sich zum Beispiel die neue Promotionsordnung und die Betreuungsvereinbarung herunterladen. Außerdem findet ihr einen gut beschriebenen Ablauf des Promotionsverfahrens inklusive Ansprechpartnern, Sprech- und Öffnungszeiten.

Quelle:

How to write a paper

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