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  • Sadia Rehman
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  • 27.04.2011

Der Progress Test

Das Medizinstudium -eine kleine Ewigkeit. Als ahnungslose Abiturabsolventen treten wir darin ein und kommen erst nach sechs Jahren wieder heraus. In dieser Zeit investieren die Unis viel Geld in unsere Ausbildung und wollen daher auch erfahren, ob sich der Aufwand gelohnt hat. Mit dem Progress Test überprüfen sie das Wissen der Studenten, um die Medizinerausbildung stetig zu verbessern.

Der Progress Test ist eine Entwicklung der Berliner Charité. Er wurde dort im Wintersemester 1999/2000 zum ersten Mal geschrieben. Die 200 Multiple-Choice-Fragen überprüfen das medizinische Wissen auf dem Niveau des zweiten Staatsexamens. Um das Wissenswachstum der Studenten stetig zu kontrollieren, hat auch die Ruhr-Universität Bochum den Test eingeführt; ebenso wie folgende medizinischen Fakultäten:

  • Aachen
  • Hannover
  • Köln
  • Mannheim
  • München
  • Münster
  • Regensburg
  • sowie die medizinischen Universitäten in Graz, Innsbruck und Wien.

 

Zur eigenen Lernerfolgskontrolle

Da der Progress Test nicht bestehensrelevant ist, nehmen ihn die meisten Studenten als eine lästige Pflicht. Sie kommen nur, um nach einigen Minuten den Stempel zu erhalten. "Wenn ich ihn mitschreibe, sehe ich nur meinen Regress", witzeln einige Kommilitonen.
Obwohl er Wissen auf dem Niveau des zweiten Staatsexamens abfragt, ist es sinnvoll, ihn sogar schon ab dem ersten Semester zu schreiben. So bekommt ihr einen Referenzwert für die kommenden Progress Tests der nächsten Semester. Bei mir waren es in jedem klinischen Semester das verging mehr Fragen, die ich beantworten konnte.

 

Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre

Im Mai 2006 wurde der Progress Test der Medizin von der Hochschulrektorenkonferenz als besonders preiswürdig mit dem Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre geehrt.
Er scheint so effektiv zu sein, dass er seit 2005 zum Beispiel auch für Assistenzärzte, die sich in der Weiterbildung befinden, durchgeführt wird. Dieser "Weiterbildungs - Progress Test Dermatologie" soll jährlich stattfinden und die Assistenten auf ihrem Weg zum Facharzt begleiten und ihnen ihren Lernerfolg vor Augen führen.

 

Fragen aus der Vorklinik

Die Vorklinik-Fragen kann ein PJler eigentlich direkt überspringen, denn zum Beispiel die Details zum Zitratzyklus sind viel zu lange her und wurden aus den meisten Gehirnen schon ausgemistet, um Platz für den unendlichen Lernstoffzufluss der Klinik zu schaffen.

 

"Weiß nicht" ist die Antwort aller Fragen

Lieber die Frage mit "Weiß nicht" beantworten, als einen unnötigen Punktabzug zu riskieren; doch gerade im PJ ist der Ehrgeiz bei vielen groß, schließlich müssten sie jede Frage beantworten können. So auch bei mir. Während ich kreuze, merke ich immer mehr, was ich die letzen Jahre alles gelernt habe. Und zum ersten Mal macht mir der Test richtig Spaß.

 

Umwandlung der theoretischen in praktische Kenntnisse

Wenn das Studium zu Ende ist, merken viele, was sie alles gelernt haben - und wie viel sie wissen. Jetzt kommt es darauf an, dieses Wissen auch praktisch anwenden zu können, schließlich kommt der Patient nicht mit einer Multiple Choice Aufgabe auf sie zu. Er vertraut den Ärzten und fordert Heilung - für das Wissen dazu kämpfen wir Studenten sechs ganze Jahre. Die Progresskurve zeigt es.

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