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  • Maren Hermerath, aktualisiert Sophia Ebert
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  • 24.03.2014

Ein Überblick über die Vorklinik: Das 2. Semester

"Mein Gott war das Erste entspannend". Das wird wohl jeder früher oder später denken, denn im zweiten Semester hat man es direkt mit anspruchsvollen Fächern zu tun. Was auf dich zukommt erfährst du hier.

 

Es erwarten dich:

  • Biologie II
  • Biochemie I
  • Physik
  • Histologie
  • Dein Wahlfach

 

Es bleibt entspannt- Biologie II

Nach Biologie I folgt jetzt der zweite Teil. Hier wird es wie gewohnt entspannt bleiben. Das Beste daran ist, dass es sogar (noch) interessanter wird als im ersten Semester - damit der Stress nicht zu groß wird.

 

Citratcyclus und Glykolyse: Biochemie I

Auch wenn viele es im ersten Semester befürchtet haben, Biochemie hat wenig mit Chemie zu tun. Außer, dass sie in Bonn ähnlich hohe Durchfallquoten aufweist. Das Praktikum und die Vorlesung erstrecken sich über das zweite und das dritte Semester, im dritten kommt dann noch ein Seminar dazu. Die insgesamt acht Praktikumstage dauern immer jeweils den ganzen Nachmittag und enthalten ein mündliches Testat, in dem man jeweils maximal 2 Punkte machen kann. Für den Schein werden die Punkte aus dem Praktikum mit denen aus den beiden Klausuren zusammenaddiert. Die Klausuren finden jeweils am Ende der Semester statt. Die Vorlesung ist in beiden Semestern täglich. Es empfiehlt sich, hinzugehen, auch wenn die Qualität von Dozent zu Dozent stark variiert. Im Seminar im dritten Semester, das einmal wöchentlich stattfindet, muss jeder ein Referat halten und dieses bestehen, um zum Kolloquium zugelassen zu werden. Dies ist eine mündliche Prüfung bei einem der Profs. Man sollte sich bei der Fachschaft den "Löffel", also die alten Prüfungsprotokolle besorgen und bei dem jeweiligen Prüfer in der Vorlesung gewesen sein, beziehungsweise sich diese besorgen. Auch wenn es schlimmer klingt, bestehen mehr Leute das Colloquium als die Klausur.

 

Die positive Überraschung: Physik

Physik ist sicher nicht unbedingt das Fach, in das man mit der größten Begeisterung hineingeht. Dann wird man allerdings eines Besseren belehrt. Die Bonner Physiker geben sich wirklich große Mühe mit physikresistenten Medizinern. Es gibt 10 Praktikumstage in Kleingruppen von 10 Studenten. Das ist eine sehr überschaubare Zahl und so können sich die Tutoren auch wirklich mit den Leuten beschäftigen und Unklarheiten klären. Dafür muss man allerdings auch etwas tun: Protokoll schreiben. Für diese Aufgabe reicht die Zeit während des Praktikums nicht aus, weshalb man es schon vorgeschrieben mitbringt und vor Ort nur noch die eigenen Versuchsergebnisse einträgt.
Am besten besorgt man sich alte Protokolle von höheren Semestern, da weiß man dann auch schon, dass sie in Ordnung waren. Das ist wichtig, denn auf die Protokolle und auch die Mitarbeit im Praktikum gibt es Punkte, die auch für die Klausur zählen. Man schreibt zwei Klausuren, eine zur Mitte und eine zum Ende des Semesters. Zur Vorbereitung darauf besucht man am besten das sogenannte "Mertler-Seminar". Dieses findet einmal die Woche statt und wird von Dr. Mertler abgehalten. Er ist so etwas wie der gute Mensch der Nussallee und erklärt in seinem Seminar geduldig und verständlich auch dem ungeneigtesten Mediziner das nötige Physikwissen, um den Schein zu erwerben.

 

Der Blick fürs Detail: Histologie

Die beiden großen Fächer des zweiten Semesters sind Histologie und Biochemie. Ersteres besteht aus Vorlesung und Kurs. Die Vorlesung findet täglich statt und bereitet, auch wenn sie nicht immer ganz synchron läuft, recht gut auf den Kurs vor. Dieser läuft zweimal die Woche für je zwei Stunden im angenehm klimatisierten Mikroskopiersaal des Anatomischen Instituts. Je 120 Studenten pro Kurs werden hier von zwei Dozenten und zwei Studentischen Hilfskräften betreut, während sie lernen, mit dem Mikroskop umzugehen und dabei verschiedene Zellen und Geweben voneinander zu unterscheiden. Der Lernerfolg wird mit drei schriftlichen Testaten überprüft, wobei in den letzten beiden auch Präparate erkannt werden müssen. Ein Tipp: Wenn ihr diesen Kurs bestanden habt, bewerbt euch für das nächste Sommersemester als studentische Hilfskraft. Es gibt keine bessere Physikumsvorbereitung für mikroskopische Anatomie, als den Kurs so noch einmal zu machen. Außerdem könnt ihr so denen helfen, die nach euch kommen. Was genau im Kurs gemacht wird könnt ihr auf meiner Seite "Kursus Histologie an der Uni Bonn" nachlesen.

 

Die Qual der Wahl: das Wahlpflichtfach

Seit der Einführung der neuen Approbationsordnung muss sowohl in der Klinik als auch in der Vorklinik ein Wahlpflichtfach mit je 2 Semesterwochenstunden absolviert werden. Am Ende soll ein benoteter Leistungsnachweis erfolgen, etwa in Form einer Klausur oder einer Hausarbeit. Das Fach sowie die Note stehen später auf den Physikumszeugnis, gleich unter dem Ergebnis der Physikumsprüfungen. Es ist also eventuell sinnvoll, sich etwas zu suchen, in dem man die Chance hat, gut abzuschneiden. Grundsätzlich ist dieses Fach gedacht, um mal "über den Tellerrand zu schauen". Man darf prinzipiell alles belegen, organisatorisch ist es allerdings einfacher, einen der Kurse zu nehmen, die extra zu diesem Zweck angeboten werden, beispielsweise "Anatomie und Bildgebende Verfahren". Auch die Medizinhistoriker bieten in der Regel etwas an. Dieser Kurs ist allerdings auch eine Chance, mal in etwas hineinzuschnuppern, das einen interessiert, also keine Angst vor Eigeninitiative!

 

Nicht vergessen solltest du:

Vor Semesterbeginn: 

  • Semesterbeitrag überweisen
  • bei Basis für alle Kurse anmelden
  • zusätzliche Physik Anmeldung nicht vergessen
  • Physik Altprotokolle organisieren
  • durch ein paar Physikbücher blättern und den persönlichen "Favoriten" herausfinden
  • zusätzliche Biochemie Anmeldung nicht vergessen
  • Taschenlehrbuch Histologie (Lüllmann-Rauch) besorgen und schon mal die ersten Seiten Lesen
  • Hin und wieder dein Uni E-mail Account checken
  • Krankenpflegepraktikum

 

Während des Semesters:

  • Biochemie Seminare und Praktika gut vorbereiten
  • Physik Protokolle nicht erst am Abend davor anfangen (am besten 2 bis 3 Tage einplanen)
  • Histologie parallel zum Kurs lernen
  • Geht zum freien Mikroskopieren
  • Wahlfach belegen (falls noch nicht geschehen)

 

Es ist Sommer

Das zweite Semester ist gleichzeitig auch das erste Sommersemester. Man sollte also auch das Leben neben der Uni nicht vergessen. Ganz nah an der Nussallee ist zum Beispiel das Melbbad, eines von Bonns Freibädern. Der "Melbschein" gehört genauso zum Sommersemester wie Histo und Biochemie.

 

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