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  • Sophia Ebert
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  • 30.11.2017

Freiwillige Zusatzveranstaltungen – Top oder Flop?

Spätestens im dritten klinischen Semester wird man ihnen konfrontiert – freiwillige Zusatzveranstaltungen. Fast jedes Fach bietet sie an, die Listen von Angeboten sind lang, eine Beschreibung fehlt meistens und was sich wirklich lohnt weiß keiner. Welche Veranstaltung lohn sich, welche kann man sich sparen?

 

Klinische Visite – Vom Symptom zur Diagnose

„Der Patient kommt mit einem Symptom, nicht mit eine Krankheit“ Ein Spruch den jeder mindestens einmal zu hören bekommt. Schlägt man die Lehrbücher auf, ist alles schön sortiert. Nach einem kurzen Ausflug in die Leitsymptome geht es über die Diagnostik hin zu seitenlangen Abhandlungen der Erkrankungen, schön von Organ zu Organ. Alles sortiert nach Schema F. Alles gelesen, markiert und gelernt für den nächsten Tag des Blockpraktikum und dann die Frage des Tutors nach Differentialdiagnosen für XY und wie man vorgeht. Stille im Raum und Leere im Kopf, vielleicht fällt einem noch die ein oder andere Differentialdiagnose ein, aber Fächerübergreifende Differentialdiagnosen? Ausschlussdiagnostik? Der Studienverlauf mit nur einem Semester Innere lässt dafür keinen Platz.

Deshalb gibt es die Zusatzveranstaltung „Klinische Visite“. Ab dem dritten klinischen Semester kann man teilnehmen, oft kommen auch Studenten höherer Semester dazu, denn auch als Vorbereitung für das 2. und 3. Staatsexamen lohnt es sich noch einmal das diagnostische Denken zu üben.

Jeden zweiten Mittwoch wird in der Bibliothek der Inneren Medizin II 90 Minuten über jeweils ein Symptom gesprochen. „Woher kann Fieber kommen und was muss ich in welcher Reihenfolge´ausschließen?“ „Mein Patient ist auf einmal bewusstseinsgetrübt. Was tue ich?“ diese und weitere Fragen werden mit wechselnden Dozenten in lockerer Runde geklärt. Bei passenden Patienten steht auch der ein oder andere Besuch auf Station auf dem Plan. Ziel ist es, einen groben Fahrplan für Symptome zu entwickeln und den Studenten eine Denk- und Handlungsweise zu vermitteln, mit der er alle Symptome angehen und strukturiert lösen kann.

 

EKG Kurs – Ein rhythmisches Auf und AB

Kaum eine Zusatzveranstaltung ist so gut besucht wie der EKG Kurs. Nach einem Einführungstermin bei dem Lagetyp und Auswertung besprochen werden, geht es jeden Mittwoch im BMZ durch sämtliche Pathologien des EKG. Leider hängt die Qualität sehr vom Dozenten ab und am Ende weißt du zwar, was man alles in einem EKG lesen könnte, aber wie man es liest, lernst du dort eher weniger. Trotzdem musst du nicht verzagen, denn im sechsten klinisches Semester bieten die Pädiater einen 3 stündigen EKG Kurs an und vermitteln anschaulich und studentenfreundlich wie man ein EKG liest. Wenn du also zwischen Mensa und EKG Kurs wählen musst, lohnt sich der Blick in die Speisekart oft mehr.

 

Echokardiographie Kurs – Für Kardio-Nerds

Selber mal einen Schallkopf halten – eine Erfahrung die man im Studium eher nicht macht. Wer Sonographie lernen möchte, besucht die Sono4Students Kurse im Skills Lab und lernt dort vor allem Abdomen. Wer Echokardiographie lernen möchte, sollte sich für den Echo-Kurs der Kardiologen anmelden. Dieser Kurs wird zwei Mal im Semester angeboten, die Termine werden jeweils zu Semesterbeginn per Email mitgeteilt. Hier lernt man an 4 Abenden die Grundlagen des Herzultraschalls. 1. Standartschnitte, 2. Funktionsdiagnostik, 3. Klappendiagnostik, 4. Notfalldiagnostik. Da maximal 4 Teilnehmer pro Sonogerät eingeteilt sind, ist die Zeit in der man selber schallt sehr hoch.
Auch hier hängt die Qualität von den wechselnden Dozenten ab, allerdings ist sie im schlimmsten Fall etwas weniger gut, da alle Ärzte extrem motiviert sind.

 

Repetitorium Innere Medizin – Wie überlebe ich in der Klinik?

Zugegeben der Name ist irreführend, denn bei dem Repetitorium Innere Medizin handelt es sich nicht um eine Zusammenfassung in Sinne einer Klausurvorbereitung. Vielmehr geht es um Basisfertigkeiten die man beim Berufsstart können sollte, aber nirgendwo richtig lernt. BGAs interpretieren, Untersuchungen anordnen, Labore ausfüllen, Patientenakte und – kurve führen und vieles mehr wird interessierten Studenten ab dem 3. klinischen Semester an einem Abend vermittelt. Fertigkeiten mit denen du schon in der Famulatur punkten kannst. Der Kurs wird drei Mal im Semester angeboten, auch hier erfolgt die Information über Email.

 

Intensivseminar Kinderheilkunde – Maxitherapie für Minimenschen

Nicht immer gelingt der Start ins Leben ohne Probleme. Dank Fetochirurgie und Intensivmedizin haben selbst die Kleinsten eine Chance auf Leben. Für alle Kinderverliebten und Intensivmedizin-Begeisterten bietet die Pädiatrie im sechsten klinischen Semester das Intensivseminar Kinderheilkunde an, das auch als Wahlfach angerechnet werden kann. Die 25 Plätze sind begehrt und so entscheidet das Los wer teilnehmen darf. Trifft dich das Losglück, wirst du jeden Donnerstag für 90 Minuten sehen und lernen was alles möglich ist und was nicht. Die Seminare mit Patientenvorstellung findet abwechsenlnd auf der kinderkardiologischen Intensivstation oder der neonatologischen Intensivstation auf dem Venusberg und der neonatologischen Intensivstation in der Kinderklinik statt. Dazwischen gibt es Seminare über Beatmung, ECMO-Therapie, Dialyse, Ausflüge zum Giftnotruf und Reanimations- und Intubationsworkshops. Der Lernfaktor ist hoch und viele Dinge kann man auch für die Erwachsenentherapie mitnehmen. Die Dozenten sind, typische für die Kinderheilkunde in Bonn, didaktisch gut und sehr motiviert. Ein Seminartag zum Themaethik wäre vielleicht noch die Kirsche auf der Sahne, aber auch ohne sind es gut investierte 90 Minuten im letzten Uni-Semester.

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