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  • Beyza Saritas
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  • 19.10.2018

Einserabi – ohne Fleiß kein Preis?

Dass gute Noten wichtig sind, um nach dem Abitur direkt einen Medizinstudienplatz zu ergattern, ist wohl eher Tatsache als Geheimnis. Doch wie gelangt man an diese? Ist es wirklich ein Hexenwerk, ein Einserabitur zu machen? Lokalredakteurin Beyza hat dir in diesem Artikel die wichtigsten Tipps und Tricks für ein gutes Abi zusammengetragen.

 

1,X – wenn Leute hören, dass man einen Einserschnitt hat, liegt oft der Gedanke nahe, man sei der totale Streber, der den ganzen Tag lernt. Doch ist das wirklich so? Wie gelangt man effektiv an gute Noten? Vorab: Das Abitur ist kein Hexenwerk und auch ein sehr guter Abiturdurchschnitt nicht. Jeder, der den nötigen Fleiß, Ehrgeiz und Ausdauer mitbringt, kann ein gutes Abitur schaffen.

Ziele setzen

Das Allerwichtigste ist, dass du ein Ziel hast. Ich war nie eine schlechte Schülerin, doch seit ich mir in der siebten Klasse das Ziel gesetzt habe, Medizin zu studieren, haben sich meine Noten enorm verbessert. Natürlich muss es kein Medizinstudium sein, aber setz dir ein Ziel! Was willst du erreichen und wofür kämpfst du dich durch unzählige Tests und Klausuren?

Die richtigen Fächer wählen

Weiterhin ist es wichtig, die richtigen Fächer zu wählen. Am Ende der Einführungsphase (EF) steht man vor der großen Wahl: Welche Leistungs- und welche Grundkurse soll ich wählen? Obwohl einem ständig dazu geraten wird, diese Fächer nach Interesse zu wählen, finde ich es ratsam, danach zu gehen, wo du die meisten Punkte für dich rausholen kannst. Schließlich bringt dich jeder gesammelte Punkt näher an einen sehr guten Abiturdurchschnitt, und ein besserer Abiturdurchschnitt dich näher an das Medizinstudium. 

Ich hatte z.B. den Deutsch- und Englisch-Leistungskurs, obwohl mich Biologie viel stärker interessiert hat. Jedoch war mir bewusst, dass ich in diesen beiden Fächern vermutlich besser im Abitur abschneiden würde. Das Abitur ist dein Ticket für das Studium, also nimm alles dafür in Kauf, deine Ziele zu erreichen, auch, wenn du dafür Leistungskurse wählen musst, die nicht hundertprozentig deinen Interessen entsprechen. Bei deiner Wahl macht es auch Sinn, die Lehrer zu berücksichtigen, die die entsprechenden Kurse unterrichten werden.

Organisation und Hausaufgaben

Obwohl man ja sagt, dass ein Genie das Chaos beherrscht, ist Organisation in der Schule alles. Du solltest deine Hausaufgaben immer machen, denn nur so kannst du optimal im Unterricht mitarbeiten. Oft habe ich meine Hausaufgaben an dem Tag gemacht, an dem ich diese aufbekommen habe. So bleibt keine Zeit zum Prokrastinieren und im Endeffekt mehr Freizeit! Deine Hausaufgaben machst du am besten ausführlich, da diese Vorgehensweise dich optimal auf die Klausur vorbereitet. Besonders in Deutsch ist es ratsam, Lektüreschlüssel bei deinen Interpretationen heranzuziehen. In Mathe habe ich die Aufgaben oft so lange gerechnet, bis ich wusste, dass die Ergebnisse stimmen.

Langfristige Klausurvorbereitung

Einen Tag lernen und die Einsen fliegen einem zu? Diese Vorstellung ist wohl eher Wunschdenken als Realität. Für Klausuren bietet sich daher eine langfristige Prüfungsvorbereitung an. Oft wird einen Monat vor Klausurbeginn ein Plan ausgehängt, an dem du dich orientieren kannst. Für Mathe habe ich z.B. zehn Tage vorher, für Deutsch und Englisch jeweils vier Tage vor einer Klausur gelernt. Du musst nicht an zwei Tagen stundenlang lernen. Stattdessen macht es Sinn, kontinuierlich zu lernen und im Unterricht aufzupassen. So hast du vor der Klausur nicht einen Haufen von Themen, die du abarbeiten musst. Die Vorbereitung für eine Klausur gestaltet sich individuell. Während der eine gut mit Videos lernen kann, schreibt der andere sich Lernzettel. Der Vorteil von Lernzetteln ist, dass du sie später auch für das Abitur nutzen kannst und damit in deiner stressigsten Schulphase etwas Zeit sparst.

Die mündliche Mitarbeit

Neben deinen schriftlichen Noten aus Klausuren und Tests, spielt die mündliche Mitarbeit eine enorme Rolle bei der Vergabe deiner Gesamtnote. Es gilt mitzuarbeiten, wo immer es geht. Um die höchste Punktzahl zu erreichen, reicht das jedoch oft nicht aus. In solchen Fällen musst du dich auch außerschulisch mit Unterrichtsthemen beschäftigen und dir bestimmtes Wissen auch selbst aneignen. Dieses Wissen nutzt du dann, um in Unterrichtsgesprächen zu glänzen. Falls du eine zusätzliche Aufgabe übernehmen kannst: Worauf wartest du? PowerPoints, Referate oder sonstige Vorträge bieten dir den perfekten Trumpf im Ärmel, wenn die Diskussion um die Zeugnisnoten beginnt. Falls du dann das ideale Gesamtpaket ablieferst, kommt selbst der strengste Lehrer nicht drum herum, dich mit der Bestnote zu belohnen.

Lehrer sind auch nur Menschen

Alles, was ich bis jetzt geschrieben habe, klang ziemlich negativ in Bezug auf Lehrer. Das sollte nicht so sein: Sieh deine Lehrer als Freunde, nicht als Feinde an. Sie wollen niemandem etwas Böses. Deine Lehrer setzen sich immer dafür ein, dass du deine Ziele erreichst und sie stehen hinter dir, wenn etwas nicht so läuft wie geplant. Lehrer sind auch nur Menschen, daher bring ihnen genauso viel Respekt entgegen, wie du es auch bei anderen Leuten machst.

In diesem Sinne: Ein Einserabitur ist kein Hexenwerk. Wenn du den nötigen Fleiß, Ehrgeiz und etwas Ausdauer mitbringst, dann sind deine Lehrer die letzten Menschen, die dir im Weg stehen werden.

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