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  • Christina Erhardt
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  • 23.01.2017

Die Super-Uni

Wer die Friedrich-Alexander-Universität beschreiben will, redet in Superlativen. Auch und – man hat das Gefühl – gerade wenn man versucht, besonders wertfrei zu bleiben. Angefangen hat jedoch alles recht bescheiden.

 

Die Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen beginnt 1742/43, bei ihrer Gründung durch den fränkischen Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth. Aus der nach dem Gründer benannten „Friedrich-Universität“ wurde später die „Friedrich-Alexander-Universität“ – der Vorname eines maßgeblichen Förderers, Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach, wurde hinzugefügt. Doch bis zur Bezeichnung als „Super-FAU“ fehlen noch einige Superlative:

In ihrer Anfangszeit ist das Studienangebot überschaubar, gelehrt wird der traditionelle Fächerkanon aus Theologie, Medizin, Rechtswissenschaft und Philosophie. Damals mit etwa 100 Studenten. Über die Jahre stieg die Zahl der Studierenden rekordverdächtig an: zuletzt um 50% zwischen 2006 und 2016. Heute bietet sie über 250 Studienfächer für über 40.000 Studenten. Das macht sie zur zweitgrößten Uni Bayerns und der zehntgrößten Deutschlands. Eben einer echten Super-Uni.

Die verschiedenen Einrichtungen sind in der Metropolregion konzentriert, aber auch einen ingenieurs- und naturwissenschaftlichen Campus in der südkoreanischen Stadt Busan unterhält die FAU. Der größte Teil, nämlich 2/3 aller Studierenden, verbleibt für Erlangen. Super-Menschenmassen sucht man hier aber vergeblich, die Zahl von knapp 27.000 Studenten verteilt sich auf fünf Fakultäten. Im Süden Erlangens finden sich die Naturwissenschaftliche und die Technische Fakultät, die etwa 41% (Stand: WS 2016/17) der Studierenden beherbergen. Die restlichen 49%, und damit auch der Monster-Anteil, verteilen sich auf die Philosophische, Medizinische und die Rechts-und Wirtschaftwissenschaftliche Fakultät in der Innenstadt. Dabei studiert nur der kleinste Teil, nämlich 3.773 oder 9,5%, an der Medizinischen Fakultät.

Wenigstens zum grünen Zentrum der Stadt, dem Schlossgarten, hat man es als Mitglied dieses kleinsten Teils nicht weit. Dort liegen neben guten Bars auch zentrale Einrichtungen wie die Unibibliothek oder das Universitätsklinikum Erlangen (kooperierend mit der MedFak). Imposant ist auch die Verwaltung im Erlanger Schloss.

Aber die FAU ist nicht nur eine der größten und forschungsstärksten Unis Deutschlands, sondern ganz nebenbei auch der zweitgrößte Arbeitgeber Nordbayerns: Über 14.000 Mitarbeiter beschäftigt sie in der Lehre, Administration und im Uniklinikum. Insgesamt teilen sich 647 Professoren 308 Lehrstühle (Stand: 2016). Doch damit nicht genug: Im Sommer versammeln sich all die Studenten, Professoren und Mitarbeiter im Schlossgarten, um eine weitere Superlative der FAU zu begehen: das Schlossgartenfest. Mit rund 6.000 Teilnehmern, mehreren Tanzflächen, Livemusik, aufwändiger Beleuchtung und Feuerwerk ist es eines der größten Gartenfeste in Europa.

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