• Artikel
  • |
  • Christina Erhardt
  • |
  • 03.05.2017

Vorab-Check 1. Semester

Diese Fächer erwarten dich im ersten Semester an der Uni Erlangen.

1. Funktionelle Anatomie


Es gibt so einige Foramina und Knochen im menschlichen Schädel und alle großen Muskelgruppen mit Freiheitsgraden inklusive Knochen und Bändern wollen auch noch gelernt werden. Und weil du das Fach „Funktionelle Anatomie“ belegst, kommen noch sämtliche Funktionen hinzu. Klingt viel, ist es auch. Zum Glück hast du immerhin knapp sechs Monate Zeit, um dir den menschlichen Schädel und den Bewegungsapparat einzuprägen. Doch alles zu seiner Zeit: Zum Schädel wirst du bereits sehr früh im Semester in einem mündlichen Testat abgeprüft, später folgt eines zum Bewegungsapparat. Irgendwann wirst du die Rotatorenmanschette im Schlaf beherrschen. Begleitend zu den Vorlesungen und deinem fleißigen Selbststudium in der Bib findet außerdem der sogenannte Demokurs statt. In deiner ersten kittelpflichtigen Veranstaltung werden die Themengebiete nochmals in Kleingruppen erarbeitet, hier wird auch an ersten Feuchtpäparaten und echten menschlichen Knochen demonstriert. Doch es gilt: Nur gucken, nicht anfassen. Präparieren darfst du erst im nächsten Semester.

2. Medizinische Terminologie


Homo homini lupus est. Während jeder, der Griechisch und Latein belegt hat, über dieses Fach nur müde lächeln wird, kann es dem ein oder anderem, der zuvor nur wenig mit toten Sprachen am Hut hatte, schon mal den letzten Nerv rauben. Vokabeln, Deklinationen und Synonyme: hier versuchen die Studenten mehr oder weniger ratlos Zugang zu medizinischem Fachjargon zu erlangen. Latein wird hier zur Lebensaufgabe - wenigstens bis die Klausur vorbei ist.

3. Allgemeine Histologie und Embryologie


„Histologie heißt: man baut sich ein kleines Gedanken-U-Boot und reist in den menschlichen Körper. Wir betrachten den Körper auf mikroskopischer Ebene und lernen ihn so zu verstehen“. So oder so ähnlich erklärte unser Professor das Fach mit dem kryptischen Namen Histologie in der ersten Vorlesung. Wer in Terminologie gut aufgepasst hat, weiß: Histologie bedeutet nichts anderes als Gewebelehre. Du beschäftigst dich mit mikroskopischen Merkmalen von Muskel-, Nerven-, Bindegewebe und Konsorten und lernst hoffentlich richtig mit einem Mikroskop umzugehen. Das brauchst du nämlich spätestens in einem mündlichen Abschlusstestat, in dem du einige Präparate erst durchleuchtest und dann hoffentlich richtig einordnest. Aber ein bisschen an Einstellrädchen drehen ist nicht genug. Auch hier warten aufgrund der Stoffmenge viele rastlose Stunden in der Bib auf dich.

4. Die Naturwissenschaften


Biologie, Chemie, Physik und irgendwo dazwischen du. Alle drei Fächer buhlen um deine Aufmerksamkeit, weil sie neben den Riesen Anatomie und Histologie gerne mal unter den Tisch fallen. Einige Themen kennst du bereits aus der Schule, andere musst du dir völlig neu aneignen: Die Vorlesungen beginnen bei null, ziehen dann aber sehr schnell an. Manches lässt sich nur mit weiteren Nachtschichten in der Bibliothek wirklich verstehen – wenn du darauf Wert legst. In allen drei Fächern warten außerdem Laborpraktika auf dich mit spannenden Versuchen zu Aminosäuren, Embryologie und Röntgenstrahlung. Sobald du alle drei Fächer bestanden hast, hast du dir eine fundierte naturwissenschaftliche Grundlage erarbeitet oder kannst zumindest besonders einprägsame Details während eines Besuch in einer der Erlangener Kneipen zum Besten geben. So oder so: deine Bemühungen in den Naturwissenschaften machen sich bezahlt.

5. Medizinische Psychologie und Soziologie

Sollte die Bibliothek noch nicht zu deinem zweiten Zuhause geworden sein, wird dieses Fach sein Übriges dazutun. Um in der Klausur aus weit hergeholten Multiple Choice-Fragen zu bestehen, ist vor allem Faktenwissen gefragt. Freunde dich von Anfang an mit dem Gedanken an, dass Aufgabenstellungen in Prüfungen nicht immer etwas mit dem Lernstoff zu tun haben - und dass letzterer nicht immer für dich selbst praktikabel ist. Während das Anamnesegespräch (noch) fernab jeder Anwendung liegt, sind andere Themen allerdings einfach interessant. Soviel muss man diesem Fach lassen. Medizinische Psychologie und Soziologie wird gern mal unterschätzt, dranbleiben lohnt sich aber.

 

Schlagworte
Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete