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  • Text und Fotos: Victoria Kirchhoff
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  • 16.11.2006

Führung durch das Uniklinikum Essen

Wie sieht das Uniklinikum aus? Wie erreiche ich es? Wo finden meine Vorlesungen statt? Wo gibts einen Kaffee zu kaufen? Alle diese Fragen beantwortet dieser Rundgang durch das Universum der Essener Medizinstudierenden.

Einschreibung und Fahrt zum Uniklinikum

Die Einschreibung für die Studienanfänger oder Ortswechsler erfolgt an der Hauptuniversität. Wer in Essen studiert, muss immer unterscheiden zwischen Hauptuni und Uniklinik. Denn an der Uniklinik finden mit Ausnahme von Chemie und Physik sämtliche Vorlesungen statt.

Website der Uni Duisburg-Essen für Studieninteressierte

 

Das Studierendensekretariat der Hauptuni - erste Anlaufstelle

 

Wer sich einschreibt bekommt auch eine Universale. Das ist ein Studierendenausweis im Kreditkartenformat. Er dient gleichzeitig als Fahrkarte oder Zahlmittel in Mensa und Cafeteria. Mit diesem Ausweis meldet man sich auch jedes Semester an einem der "Terminals" zurück. Hier kann man den Studienbeitrag per Mastercard abbuchen lassen, Studienbescheinigungen ausdrucken oder die Adresse bei Umzug ändern. Die Terminals befinden sich überwiegend an der Hauptuni: im Studierendensekretariat und im Mensa-Foyer. Praktischerweise gibt es aber auch ein eigenes für die Medizinstudierenden am Uniklinikum. Das Terminal befindet sich im Verwaltungsgebäude, dem Eingang zum Uniklinikum.

 

Terminal für die Universale
im Studierendensekretariat der Hauptuni

 

Möchte man die Universale als Zahlmittel in Mensa und Cafeteria nutzen, muss man sie aufladen. Dies ist entweder an zwei Automaten im Mensa-Foyer der Hauptuni möglich, oder bei den netten Damen an der Kasse der Mensa des Uniklinikums. Ja, das Uniklinikum hat eine eigene Mensa, aber dazu später mehr.

Lagepläne und Informationen zur Anreise zu Uniklinikum oder Hauptuni finden sich unter folgendem Link:

Website mit Lageplänen und Anreise

 

Warnung und erste Blicke auf das Uniklinikum: die Institutsgruppe eins

Von einer Anfahrt mit dem Auto zum Uniklinikum ist dringend abzuraten. Die Parkplatzsituation ist denkbar schlecht. Selbst das Parkhaus erweist sich manchmal als wenig hilfreich auf der Suche nach einem Standplatz. Beliebt zum Parken (siehe Lageplan) sind Esmarchstraße, Virchowstraße und Hohlweg. Aber gerade hier ist die Konkurrenz riesig. Außerdem hat das Ordnungsamt diese Gegend ständig im Visier. Hier werdenregelmäßig Knöllchen verteilt und hier wird definitiv abgeschleppt.

 

Halteverbotsschilder sind mitunter
ein wenig versteckt

 

Deutlich günstiger und zudem sehr einfach ist die Anreise mit U- oder Straßenbahn. Empfehlenswerter ist die Straßenbahn, sofern man vom Hauptbahnhof kommt, denn die Linie U 17 fährt die Strecke schneller als die Straßenbahn 106. Das liegt daran, dass sie seltener hält.

Für Vorkliniker finden die allermeisten Vorlesungen in der Instiutsgruppe eins (IG 1) statt. Diese liegt von den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel aus betrachtet genau auf der entgegengesetzten Seite des Uniklinikgeländes - bergab. Je nachdem wie schnell man ist, muss man also fünf bis zehn Minuten Fußweg bis dorthin einplanen. Parkt man mit viel Glück in dem kleinen Parkhaus in der Mitte der Virchowstraße (dieses ist gratis im Gegensatz zu dem Parkhaus mit Einfahrt von der Hufelandstraße aus) ist man ziemlich nah an der IG 1 und muss nur noch eine Treppe hochgehen, um dorthin zu gelangen.

 

Die Institutsgruppe eins von der Virchowstraße aus

 

Endlich dort angekommen, kann man hier Vorlesungen zur Anatomie, Physiologie, Biochemie und vielen weiteren hören. Beinahe sämtliche Institute der Vorklinik haben dort ihren Sitz, so dass man auch viele Professoren dort antreffen kann. Außderdem befinden sich in diesem Gebäude zahlreiche Laboratorien (Strahlenbiologie, experimentelle Chirurgie, Genetik, etc.) und der Präpariersaal der Anatomie.
Im Erdgeschoss ist die sogenannte "Ruhezone". Dort sind Tische und Stühle zum Lernen, ohne dass es komplett leise bleiben muss wie in der Bibliothek. Hier kann schon mal ein Problem in der Lerngruppe ausdiskutiert werden. Im Keller findet sich der "CIP-Pool". Hier kann man beispielsweise das Internet oder Lernprogramme nutzen. Zugang ermöglicht das Institut für medizinische Informatik, Epidemiologie und Biometrie. Weitere CIP-Pools befinden sich im Gebäude der Pathologie und im Lehr- und Lernzentrum.

 

Wenn der Hunger kommt

Direkt gegenüber der IG 1 befinden sich des Uniklinikums eigene Mensa und Cafeteria. An der Hauptuni findet man auch eine Mensa, aber das ist für die Medizinstudierenden im Unialltag nicht weiter relevant. Mensa und Cafetería sind in einem Gebäude. Auch dort gibt es Tische und Sitzgelegenheiten im Foyer zum Lernen und Unterhalten. Nicht zu vergessen ist auch der Kicker-Tischfußball. Tipp: wer mit der Universalen spart, zahlt weniger, als bei Barzahlung. In der Cafeteria findet man eine Auswahl verschiedener Snacks, Getränke, Kaugummis oder Schokoriegel. Anders als man es von anderen Unis hört, sind die Mitarbeiterinnen hier superfreundlich. Die Öffnungszeiten, sowie Speiseplände der Mensa findet man hier:

Website des Studentenwerk Essen

 

Mensa und Cafeteria

 

Essensausgabe und Speisesaal der Mensa

Ordnung beim Abräumen ist Pflicht.
Ein vorbildliches Beispiel
hängt an der Wand

.

Symbolik und Richtung Klinik

Zwischen der IG 1 und sämtlichen anderen Gebäuden befindet sich eine Brücke. In erster Linie überbrückt sie natürlich die Straße, aber sie ist irgendwie auch Symbol. Sie trennt in gewisser Weise die Vorklinik (IG 1) von der Klinik (sämtliche Gebäude der klinischen Semester). Das ist natürlich nicht ganz strikt zu sehen, aber Gerüchte besagen, dass frisch gebackene Vordiplomsbesitzer (Besteher der ersten ärztlichen Vorprüfung) glücklich ein zusätzliches Mal darüber spazieren. Natürlich wird die Brücke auch später weiterhin benutzt, aber diesen speziellen Gang gibt es eben nur einmal.

 

Die Brücke zwischen IG1 und dem übrigen Gelände.
Im Hintergrund: die Rheinischen Kliniken (Psychiatrische Kliniken)

 

Erste Station und Anlaufstelle ist die Fachschaft

Direkt auf der anderen Seite der Brücke befindet sich ein Gebäude mit Fachschaft, Bibliothek und Audimax. In der Fachschaft gibt es nette Leute, Altklausuren, Skripte, besonders günstigen Kaffee und Snacks. Hier kann man sich außerdem beraten lassen, im Bücherregal etwas verkaufen, selber erwerben, Internet nutzen, Famulaturadressen sammeln und vieles mehr. Es lohnt sich auf der Website der Fachschaft selber nachzuschauen, wie zahlreich deren Angebote sind. Zudem ist die Atmosphäre sehr gemütlich. Da ergibt sich schnell ein Gespräch mit Kommilitonen. Übrigens freut sich die Fachschaft sehr über neue Mitarbeiter! Informationen dazu auf der Website.

Website der Fachschaft Medizin

 

Kaffee und Klausuren an der Theke
der Fachschaft - supergünstige Preise

Platz zum Lachen und Lernen in der Fachschaft
- eine Couch gibt es auch

 

Büchermarkt und Bücher leihen in der Bibliothek

Zwei Treppen über der Fachschaft gelangt man zur Bibliothek. Unterwegs befinden sich übrigens diverse Wände für Aushänge aller Art. Dort kann man nach Wohnungen suchen, Jobs finden oder Anbebote für Doktorarbeiten entdecken.

 

Wände voller Aushänge - da ist für jeden etwas dabei

 

Interessant zu erwähnen: in diesem Gebäude auf diesen Treppen findet am Anfang jeden Semesters ein Büchermarkt statt. Dieser wird von der Fachschaft organisiert und ermöglicht das ein oder andere Schnäppchen. Termine werden jeweils per Aushang bekannt gegeben und stehen auf der Website der Fachschaft (siehe oben). Neue Bücher kann man beispielsweise (ohne Werbung zu machen) bei dem Büchergeschäft direkt am Haupteingang des Klinikums (Hufelandstr.) kaufen.

Die Bücherei hat zahlreiche Angebote: Bücherausleihe, Zeitschriften, Einführung in die Nutzung medizinischer Datenbanken, Internetzugang, Nutzung von Lernprogrammen und vieles mehr. Informationen hierzu auf der Website:

Website der Unibibliothek

 

Schränke zum Verstauen der Taschen
in der Bib - manche machen es
sich auch einfacher

Information und Ausleihe in der
Bibliothek der Klinikums

 

Zahlreiche Bücher warten auf interessierte Leser

 

Im Audimax ist immer was los

Weitere Treppen über der Bibliothek befindet sich im Gebäude auch das Audimax der Medizinstudierenden. Dort finden zahlreiche Vorlesungen der klinischen Semester statt. Auch die Horae Academicae, die Einführungen für Studienbeginner und das erste klinischen Semester sind in dort. Weil dies der größte Saal der Klinik ist, werden dort immer wieder Klausuren geschrieben. Ebenso finden besondere Veranstaltungen wie Examensfeier, Konzerte oder Vorträge dort ihren Raum. Vor dem Audimax selbst gibt es eine zweite Ruhezone (zusätzlich zu der in der IG 1) zum Lernen, wobei es nicht ganz leise bleiben muss (wie in der Bibliothek).

 

Das Audimax bietet viel Platz

 

Vorlesungszeit mit Power-Point-Präsentation
auf riesiger Leinwand

 

Organisatorisches und Information im Dekanat

Direkt in der Nähe des Audimax-Gebäudes befindet sich das Dekanat. Teilweise befinden sich die Büros der Mitarbeiter auch der alten Urologie nebenan. Sie organisieren und evaluieren, sowie beraten in unterschiedlichsten Angelegenheiten. Zu beachten sind auch immer wieder interessante Aushänge in diesen Räumen, wie beispielsweise über die interne Forschungsförderung der Uni Essen (Ifores), etc..
Ab der Einschreibung an der Hauptuni ist das Dekanat Dreh- und Angelpunkt für Medizinstudenten. Mit der Hauptuni hat man fast keinen Kontakt mehr. Zugeteilt werden im Dekanat beispielsweise auch EDV-Nummern, Wahlfächer oder PJ-Plätze. Auch was Formalia zu Doktorarbeit oder Studienverlauf angeht, ist man hier an der richtigen Adresse. Auf einem Regal darf man sich kopierte Studenpläne oder Vordrucke für Bescheinigungen (Krankenpflegepraktikum oder Famulatur) wegnehmen. Sämtliche wichtige Informationen zu Sprechstunden, Stundenplänen und vielem weiteren findet man unter folgendem Link (wichtigeste Seite zum Medizinstudium in Essen):

Website über das Medizinstudium in Essen

 

 

Dekanat, davor Lageplan,
rechts daneben liegt die alte Urologie
(nicht im Bild)

 

Klinische Fächer und weitere wichtige Vorlesungsäle

Vom Dekanat aus den Berg aufwärts befinden sich sämtliche Gebäude der klinischen Fächer. Besonders hervorzuheben sind noch die verhältnismäßig großen Vorlesungsäle im Operativen Zentrum zwei (OPZ 2), in der Augenklinik, in der Mikrobiologie, im Verwaltungsgebäude und im Gebäude der Pathologie. In letzterem wird übrigens auch die Histologie teilweise mikroskopiert. Auch die Medizinische Klinik hat einen eigenen Vorlesungsaal, der jedoch relativ klein ist. Dort wird beispielsweise jeden Freitag ab 13:15 Uhr ein fortlaufender EKG-Kurs angeboten.

 

Blick auf das OPZ 2 von der Notfall-Einfahrt aus.
Hubschrauberlandeplatz rechts oben im Bild.

 

Mikroskopieren im Saal der Pathologie

 

Besonders beliebt: das Lehr- und Lernzentrum

Am oberen Ende des Klinikums (Hufelandstr., Nähe Haupteingang) befindet sich die ehemalige Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, die nun das Lehr- und Lernzentrum (LLZ) beherbergt. Dort werden zum Beispiel OSCE-Prüfungen durchgeführt. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich jedoch die Medical Skills-Kurse des noch relativ jungen "Skillslab". An modernsten Modellen können Reanimation, Blutabnahmen und vieles weiteres geübt werden. Zudem unterrichten Tutoren beispielsweise in gynäkologischer Untersuchung oder machen die leute "Fit for Famulatur". Desweiteren locken nach Kursteilnahme freie Übungszeiten, eine kleine Präsenzbibliothek oder ein CIP-Pool (siehe oben). Für die Kurse kann man sich online anmelden unter:

Website des Skillslab

 

Reanimationsübung am Modell
im Skillslab des LLZ

 

Ein Eindruck bedarf der Ergänzung

Diese kleine Führung durch die Fakultät für Medizin und das Gelände des Uniklinikums ist natürlich nur ein erster Eindruck. Viel spannender ist, selber einen Blick auf diesen Studienort zu werfen. Vielleicht bei einem Rundgang? Sicherlich findet sich bei Nachfrage jemand, der das Gelände ein wenig zeigen kann. Beispielsweise kann man in der Fachschaft jemanden ansprechen. Gerne erwünscht sind Verbesserungsvorschläge oder Geheimtipps für diese virtuelle Tour. Bis bald in Essen?!

victoria.kirchhoff@thieme.de

 

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