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  • Anika Wolf
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  • 21.07.2015

Praxistipps für Erstis

Wenn du diesen Artikel liest, stehst du ganz am Anfang deines Weges zum schönsten Beruf der Welt: Arzt. Sechs Jahre mit vielen neuen Eindrücken, unglaublichen Erfahrungen und Bergen von Wissen stehen dir bevor. Folgende Tipps werden dir auf deiner Reise nützlich sein.

 

 

WG - Foto: Kirsten Oborny

Juhuu, du hast einen Studienplatz in Medizin ergattert! Foto: Kirsten Oborny 

 

 

1. Freuen


Du hast einen Studienplatz bekommen und damit schon eine der größten Hürden des Studiums genommen. Mit Fleiß und Durchhaltevermögen hast du dich zu einem Einserabi oder durch eine lange Wartezeit gekämpft. Herzlichen Glückwunsch, du bist jetzt Ersti!

 

2. Nach Vorkursen umschauen


Gerade wenn die Schulzeit schon etwas länger her ist oder du in der Oberstufe mehrere Naturwissenschaften abgewählt hast, sind die naturwissenschaftlichen Vorkurse sehr zu empfehlen. Sie finden in den Semesterferien vor Beginn des ersten Semesters statt, dauern etwa eine Woche und sind kostenlos. Hier werden die Kenntnisse in Chemie, Physik und Mathe nochmal aufgefrischt, damit du im Studium gut mitkommst.

 

3. Nicht überstürzt Bücher kaufen


Am Anfang jeden Semesters wird man von einer ganzen Reihe Bücherempfehlungen überhäuft. Und weil jeder Dozent der Meinung ist, sein Fach sei das Wichtigste, wird er dir mit großer Wahrscheinlichkeit das dickste und umfassendste auf dem Markt befindliche Werk empfehlen. Bevor du das aber blind kaufst - schau es dir erst einmal genau an. Gerade für die kleineren Fächer muss es nicht immer ein großer Wälzer sein (nein, für Zellbiologie muss man kein Buch mit 1000 Seiten kaufen). Letztendlich musst du mit dem Buch gut klar kommen und gerne damit lernen. Also schau dir verschiedene Exemplare an: das empfohlene Buch des Dozenten, eine Alternative dazu, ein Kurzlehrbuch, verschiedene Verlage.

 

Tipp: Es muss auch nicht immer die neueste Auflage sein. An jedem Semesteranfang gibt es einen Flohmarkt in der Fachschaft, auf dem höhere Semester ihre nicht mehr benötigten Bücher günstig anbieten.

 

4. Kommunizieren


Das Studium wird um einiges einfacher, wenn man nicht versucht, es im Alleingang zu bewältigen. Ein Austausch mit Kommilitonen kann oft sehr hilfreich sein. Vor Anatomietestaten ist es beispielsweise sehr empfehlenswert, die Tischgruppe des prüfenden Dozenten nach dessen Lieblingsthemen zu fragen. Auch die Fachschaft ist ein wichtiger Ansprechpartner. Dort bekommst du einen Online-Zugang zu Lernskripten und Altklausuren.

 

5. Nicht verunsichern lassen


Ich weiß nicht, ob das eine Eigenart von Medizinern ist, aber besonders vor großen und wichtigen Klausuren wirst duregelmäßig folgendes Phänomen beobachten können: Du stehst am Präptisch, lernst für das nächste Anatomie-Testat und ein Kommilitone fragt wie beiläufig: „Wie hieß noch gleich der 27. Ast dieser kleinen Fußarterie dort?“ Panik. Was? So genau hat der das gelernt?

 

Auch Genossen, die angeblich drei verschiedene Bücher auswendig gepaukt und natürlich in einem Innere-Buch noch die wichtigsten klinischen Aspekte dazu nachgeschlagen haben, werden dir immer wieder begegnen. Lass dich davon nicht verrückt machen. Glaub an dich und deinen eigenen Lernstil. Du bist mit Sicherheit genauso gut vorbereitet, wie alle anderen auch. Und ich kenne niemanden, der in der Prüfung je nach dem 27. Ast einer kleinen Fußarterie gefragt wurde.

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