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  • Lisa Borotschnig
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  • 09.08.2017

Anatomie in Graz

Die Anatomie ist ein gefürchtetes Fach an der Uni Graz, da die Prüfungen fast ausschließlich mündlich sind und die Beurteilung der Prüfer somit stark von der Tagesverfassung abhängt. Lisa gibt dir hilfreiche Tipps, wie du sie dennoch souverän meisterst.

© imagesource


Der erste Teilbereich der Anatomie, die Knochenlehre, stand bei mir bereits am Ende des ersten Semesters auf der Agenda. Die Knochenstrukturen zu lernen war ein wenig lernaufwändiger als zuerst gedacht. Hier empfehle ich allen, die diese Prüfungen noch vor sich haben, einen guten Anatomie-Atlas gleich zu Beginn anzuschaffen. Ohne den hätte ich spätestens beim Lernen der Schädelstrukturen aufgegeben. Mein Tipp: Fang so früh wie möglich an, dich mit den lateinischen Begriffen vertraut zu machen und leih dir wenn möglich ein Skelett aus, um die Zusammenhänge der Strukturen besser zu verstehen.

Am Anfang des zweiten Semesters standen Muskellehre und Gelenkslehre auf dem Plan. Ein definitiv harter Monat. Wir wurden in Zweiergruppen eingeteilt und mussten ein Gelenk präparieren. Ich bekam die Schulter. Das erste Mal im Präpsaal ist ein geniales Erlebnis, die Atmosphäre, die Gerüche ... Spätestens dann realisiert man, dass man Medizin studiert.  Zusätzlich zur mündlichen Prüfung über die Schulter mussten wir ein zweites Gelenk erlernen, über das wir auch geprüft wurden.

Für das Erlernen der Muskeln bekamen wir eine obere Extremität, die wir präparieren sollten. Tipp: Nimm dir einen Anatomie-Atlas zur Hand und schau dir grob die Strukturen und den Verlauf der Muskeln an, damit du nicht etwas weg präparierst, das noch benötigt wird.

Wir mussten alle Muskeln freilegen und möglichst gut darstellen. Darauf folgte wiederum eine mündliche Prüfung über die präparierte Extremität und eine Prüfung über das Studierpräparat (in meinem Fall die untere Extremität).

Nach nicht einmal einer Woche Pause standen nun die mündlichen Endprüfungen bevor. Bei diesen Prüfungen wurden nochmal alle existierenden Gelenke und alle Muskeln geprüft. Wir waren alle schon relativ am Ende mit unserer Konzentration und unserer Lernfähigkeit.

Als die Prüfung dann geschafft war und wir uns für die Famulaturen in den Unfallabteilungen beworben haben, war der Stress aber vergessen und die Vorfreude, das Gelernte anwenden zu können groß.

Nachdem ich nun meine Famulatur im Unfallkrankenhaus hinter mir habe, kann ich rückblickend nur empfehlen, diese Strukturen so genau wie möglich zu lernen. Es macht riesen Spaß in der Klinik, wenn du die Zusammenhänge aufgrund deines Vorwissens verstehen kannst und die klinischen Bilder dazu siehst.

 

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