• Bericht
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  • Paul Gibiser
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  • 24.10.2013

Der Aufnahmetest der österreichischen Medizin-Universitäten

Noch immer genießt der Beruf des Arztes hohes Ansehen. Doch der Weg zum Traumberuf Arzt ist gespickt mit Stolpersteinen – der Aufnahmetest bzw. das Zulassungsverfahren zum Studium der Humanmedizin die erste Hürde. Lokalredakteur Paul berichtet über das österreichweit standardisierte Auswahlverfahren und die große Erleichterung, wenn der Studienplatz ergattert ist.

 

Studenten bei einer Prüfung - Foto: A. Rodriguez

Der Auswahltest: die erste Hürde zum Medizinstudium - Foto: A. Rodriguez 

2013 war das erste Jahr, in dem der Aufnahmetest für das Studium der Humanmedizin in ganz Österreich absolut ident und synchron durchgeführt wurde. Unterschieden sich früher die Tests der einzelnen Medunis in Innsbruck, Wien und Graz deutlich voneinander, so war es heuer der Fall, dass der gesamte Test und der Ablauf vereinheitlicht wurden.

Grob gliedert sich der Test in einen kognitiven Teil mit vier Unterkategorien, sowie einen naturwissenschaftlichen Kenntnisteil, der die Grundkompetenzen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik beinhaltet. Dazu kommt ein Abschnitt, der das Leseverständnis überprüft. Alle Abschnitte des Tests basieren auf Multiple Choic -Fragen, wobei auch mehrere Antworten richtig sein können.

Bei den Zahnmedizinern ist der Test geringfügig anders gestaltet bzw. kommt noch ein zusätzlicher Testteil hinzu, bei dem die Drahtbiegefähigkeiten auf den Prüfstand gestellt werden und manuelles Geschick gefragt ist.

 

Der Aufnahmetest in Zahlen

Insgesamt gab es 1500 freie Studienplätze verteilt auf ganz Österreich, bzw. auf die drei medizinischen Universitäten in Graz, Innsbruck und Wien. Etwa 8360 Studienanwärter fanden sich am Prüfungstag, dem 5. Juli, in den jeweiligen Gebäuden ein, in denen die Prüfungen abgehalten wurden. Alleine die Hälfte der Anwärter versuchte ihr Glück in Wien, wo insgesamt gerade einmal 740 Ausbildungsplätze zur Verfügung standen. 2000 Angemeldete erschienen nicht zum Test.

 

Die Quotenregelung

Des einen Freud, des anderen Leid ist die Quotenregelung, die besagt, dass 75 Prozent der Plätze an Anwärter mit österreichischem Reifezeugnis vergeben werden. Weitere 20 Prozent werden an Anwärter aus der EU und die restlichen 5 Prozent an Drittstaaten vergeben. Die meisten der Teilnehmer, die in die EU Quote fallen, sind Deutsche, die hier in Österreich ihr Glück versuchen. In ihrem Heimatland erschweren es ihnen die strengen Zulassungsregelungen (Stichwort Numerus clausus) deutlich, einen Studienplatz zu bekommen.

 

Beweggründe und Gestaltung des Tests

Um den Test so zu gestalten, dass er gezielt die Fähigkeiten prüft, die ein zukünftiger Arzt braucht, wurden sämtliche Lehrende der drei Medunis befragt, was es brauche, um ein guter Arzt zu werden. So wurde der Test Schritt für Schritt aufgebaut und die einzelnen Testteile basierend auf diese Befragungen gestaltet und optimiert.

Ein wichtiger Beweggrund, den Aufnahmetest generell zu verändern, war das nicht gendergerechte Auswertungsverfahren, das in Wien angewendet wurde. Bei diesem Verfahren war es durchaus möglich, dass Frauen trotz niedrigerer Punktezahl einen höheren Testwert als manch männlicher Bewerber aufwiesen, aber dennoch den Studienplatz bekamen. Auf dieses Konzept wurde heuer nicht mehr Rücksicht genommen.

 

Künftige Gestaltung des Aufnahmetests

Auch wenn eine Vereinheitlichung der Aufnahmekriterien und der zeitlichen Durchführung der erste Schritt in die richtige Richtung waren, so sehen die zuständigen Personen den Test noch nicht als ausgereift an. Man wolle in Zukunft vermehrt soziale Kompetenzen in den Test integrieren und auch frühere soziale Erfahrungen, wie z.B. ein Pflegepraktikum oder Ähnliches, sollen in Zukunft berücksichtigt werden.

 

Nach dem Test ist vor dem Studium

Selbst wenn einem viele Vortragende immer wieder erzählen, dass die wichtigste und schwerwiegendste aller Prüfungen des Studiums nun bereits absolviert sei, mag man dies nicht so recht glauben und sieht mit einer Mischung aus Gespanntheit und ein wenig Bauchkribbeln in die Zukunft.  

 

Tipp:

 

Mit dem Online-Lernportal studymed kannst du dich für den Medizin-Aufnahmetest perfekt vorbereiten:

 

www.studymed.at

 

Quellen:

http://wien.orf.at/news/stories/2597139/

www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/3349059/premiere-fuer-neuen-medizin-aufnahmetest.story

http://www.auswahlverfahren.at/bms 

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