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  • Nora Inhoff
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  • 07.04.2015

Wie du das erste Semester in Graz meisterst

Auf Erstis rasseln viele neue Eindrücke nieder. Dieser kleine Leitfaden mit Insidertipps zur Universität Graz bringt Licht ins Chaos.

 

 

Die ersten zwei Monate vergehen recht schnell. Zwischen Chemie und Physik bekommt man von der Außenwelt, geschweige denn vom ‚richtigen’ medizinischen Treiben um einen herum gar nicht so viel mit. Denn man stellt sich vor allem eine Frage: Wie überlebe ich die Chemie- und Physik-Prüfung?

Hilfreich ist vor allem die Website www.medforumgraz.at
Diese wurde von erfahrenen Mitstreitern, die sich schon in den höheren Semestern tummeln, eingerichtet und beinhaltet alte Prüfungen und vereinzelte Prüfungsfragen. Außerdem kannst du, wie in einem Forum, deine Fragen stellen und erhältst beinahe zu jedem Thema rasch eine klare Antwort.
Voraussetzung zur Nutzung dieser Website ist die Inskription an der MedUni.

Aber nicht nur auf dieser Homepage kannst du deine Fragen, Sorgen und Anmerkungen loswerden: In zahlreichen Facebook-Gruppen trifft man auf Gleichgesinnte, mit denen man Erfahrungen austauschen, oder sich in hitzigen Diskussionen über die Sinnhaftigkeit so mancher ‚Alt-Frage’ gemeinsam den Kopf zerbrechen kann.

Neben all diesen von der Schule bekannten Fächern, hat man noch eine Hürde zu bewältigen: das Knochen-Kolloquium der Anatomie.

Ein kleiner Tipp am Rande: Besuche die Lehrveranstaltungen, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Und dann ab in das hauseigene Studierlokal, um das bereits grafisch erlernte auch am ‚echten’ Präparat zu festigen.
Bei der mündlichen Testur steht Höflichkeit, ein gutes Auftreten und ein souveränes Wissen natürlich an erster Stelle.

Für die Fächer Genetik und Biochemie solltest du dich mit einer extra Prise Durchhaltevermögen wappnen. In den, manchmal schier endlos lange erscheinenden Vorlesungen, hast du zwar genug Zeit, deinen Koffeinkonsum zu überdenken, mit aufpassen und mitdenken sicherst du dir aber schon dein Vorwissen für die folgenden, zahlreichen Übungen.

 

Anatomie – Mythos oder Wahrheiten?

Kaum ist der Frühling draußen angebrochen, wandert man, nun herausgeputzt im weißen Mantel, in den Keller der Vorklinik und versucht sich zum ersten Mal mit einem Skalpell in der Hand an den berühmten Präparaten des anatomischen Institutes.

Über diese Fakultät kursieren zahlreiche Geschichten, manche sind wahr, andere weniger.
Für die Zeit auf dem Institut reicht es, wenn man weiß, dass die Vortragenden Höflichkeit sehr zu schätzen wissen und ein adäquates Verhalten in ihren Räumlichkeiten von den Studenten erwarten.

Die Vorlesungen sind sehr gut strukturiert, fordernd und – zum ersten Mal in diesem ersten Jahr – auch wirklich unerlässlich zum Bestehen der mündlichen Testate, sowie der mündlichen Endprüfung über den Bewegungsapparat.

Also ran an die bunten Stifte! Die anfängliche Skepsis über Bord geworfen und hinter die Bücher geklemmt, kann mit ein bisschen Redegewandtheit auch in diesem Modul nichts schief gehen. Lange Beinbekleidung im Seziersaal, trotz Frühlingshafter Temperaturen, nicht vergessen!

 

Ich dachte es könnte nicht mehr schlimmer kommen ...

Als wäre das noch nicht genug, folgt auf den ersten Schock gleich der nächste: die Neuroanatomie.

Vergiss ‚den Trepel’, spare dir das Geld – schreibe einfach mit in den Vorlesungen´. Das ist die einzig wahre Chance, den anatomischen Teil dieses Lernblocks gut hinter sich zu bringen!

Bevor du in die wohlverdienten Ferien startest, kommt nun nur noch die Biochemie. Einige Vorlesungen, viele Übungen und vor allen Dingen ein Buch: ‚der Horn’. Zitratzyklus von hinten nach vorne auswendig gepaukt und mit den Altfragen der letzten Jahre gewürzt, kann dir nichts im Wege stehen!

Und abschließend noch ein Tipp: Es wird nichts so heiß gegessen wie gekocht. Lass dich nicht aus der Ruhe bringen und lerne – besonders Anatomie – in Gruppen.
Man profitiert manchmal unendlich vom endlosen Wiederholen und auch das Wissen anderer kann man ganz gut als Ergänzung gebrauchen.

 

Bücher über Bücher

Natürlich herrscht zwischen den empfohlenen und wirklich empfehlenswerten Büchern, eine große Diskrepanz.
Mit dem hauseigenen Chemiebuch hast du aber sicherlich gute Chancen, diese Teile der Prüfungen zu bestehen.

Außerdem gilt das Anatomiebuch des Institutes – „Der Waldeyer“ – beinahe als unerlässlich. Die Anatomie Atlanten sollten je nach Geschmack gewählt werden.

Für die Fächer Genetik sowie Biochemie gibt es auch Empfehlungen der Universität. Gut beraten bist du sicher mit dem Lehrbuch der Molekularen Zellbiologie von Alberts und dem Biochemie Buch namens Horn, dessen extravagante Schreibweise einen zwar manchmal in den Wahnsinn treiben kann, aber alles in allem doch sehr unterhaltsam ist.

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