• Artikel
  • |
  • Paula Reikowski
  • |
  • 06.02.2019

Das digitale Bücherregal

Anatomieatlanten, kleine Lehrbücher, schwere Standardwerke und kürzer gefasste Skripte sind aus den Bücherregalen von Medizinstudenten kaum wegzudenken – oder etwa doch?

 

Nach dem Physikum habe ich  mein Bücherregal sortiert und fast alle Lehrbücher weiterverkauft  – schließlich brauchte ich den Platz für die Klinikbücher. Während dieser Aktion habe ich festgestellt, dass all diese Lehrbücher wirklich viel Platz eingenommen haben. Spaßeshalber habe ich sämtliche Bücher gestapelt und siehe da: Der Stapel war genau so groß wie ich - also etwa 1,70m. Erschreckend, oder?

Wenn ich zum lernen in die Bibliothek gegangen bin, hatte ich für Anatomie mindestens einen Atlas, ein Lehrbuch, Lernkarten und meinen Laptop dabei – auf einiges davon hätte ich, wie mir leider erst viel zu spät auffiel, gut und gerne verzichten können. Anfang des 4. Semesters nämlich entdeckte ich via medici - und alles änderte sich: Plötzlich brauchte ich keine schweren Lehrbücher mehr, musste keine eigenen Kreuzsitzungen mehr erstellen, da die passenden schon im entsprechenden Modul verlinkt waren und hatte viel variablere Lernmöglichkeiten.

Schön ist außerdem, dass ich mich mit via medici nicht nach einem Buch richten muss, sondern dass ich das Programm ganz nach meinen Bedürfnissen nutzen und anpassen kann: Es ist übersichtlich nach Modulen gegliedert und auch die Einzelthemen sind noch einmal aufgefächert, sodass man auch mit wenig Zeit noch etwas durchlesen kann. Apropos Zeit: Über jedem Text steht eine Zeitangabe, du kannst also ungefähr planen, wie lange du für das entsprechende Modul brauchst. Und auch die kannst du variieren: Bei jedem Modul gibt es drei Textlängen zur Auswahl: kurz gefasst, standard und vertieft.

In den meisten Modulen sind auch Videos eingebettet: Entweder erklären sie die Vorgänge beispielsweise anhand der Grafiken des Biochemie-Posters oder es sind Videos zu Strukturen von anatomischen Präparaten – perfekt um den Präparierkurs vorzubereiten oder auch während der Physikumslernphase um die Anatomie nochmal zu vertiefen.

Wenn die Informationen dann doch nicht ausreichen, kannst du immer noch ein Standardwerk hervorholen und nachlesen - oder du nutzt die Thieme eRef Bibliothek, in der sämtliche Thieme-Lehrbücher enthalten und mit dem Abo kostenlos nutzbar sind. In Kombination mit dem Kreuzprogramm examen-online hat mir via medici das letzte Jahr der Vorklinik sehr erleichtert. Auch für das Physikum bietet via medici einen Lern- mit integriertem Kreuzplan, mit dem du dich innerhalb von 30 Tagen auf die schriftliche Prüfung vorbereiten kannst.

Doch es gibt noch einen anderen Mitstreiter im Bereich des digitalen Lernens: Inzwischen ist auch das Lernprogramm Amboss für die Vorklinik verfügbar. Auch hier sind IMPP-Fragen mit Modulen verknüpft. Für das Lernen während des Semesters war es mir allerdings im Vergleich zu via medici zu oberflächlich, da die Professoren dann doch häufig Details abgefragt haben, die eher in via medici oder eRef zu finden waren. 

Fürs Physikum habe ich mich aber für den 50 Tage Lernplan von Amboss entschieden und war mit dieser Entscheidung auch zufrieden. Das organbezogene Lernen hat sich als sehr angenehm herausgestellt, da es tatsächlich ein bisschen Abwechslung in die Fächer und damit in den Lernalltag gebracht hat. Trotzdem hatte ich am PC immer noch einen zweiten Tab mit via medici geöffnet, um bei Bedarf manche Informationen ausführlicher nachlesen zu können.

An jeden Vorkliniker daher hier der Tipp,die Bücher erstmal in der Buchhandlung stehen zu lassen und die Testphasen der genannten Programme zu nutzen. Die meisten Fakultäten haben inzwischen Campuslizenzen für via medici oder Amboss, manche sogar für beide. Und aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Nutzt es! Bis auf die Anatomieatlanten hätte ich auf fast jedes Buch im Regal verzichten können – die Details, die in Standardwerken nachgeschlagen werden mussten, hätte ich auch im Bestand der Bibliothek oder über entsprechende Lizenzen in eBooks finden können. Das hätte sowohl meinen Geldbeutel als auch meinen Rücken geschont.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete