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  • Paula Reikowski
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  • 23.07.2018

Studieren in Greifswald

Greifswald ist einer der eher unbekannten Studienorte. Warum du der kleinen Stadt trotzdem eine Chance geben solltest, verrate ich dir in diesem Artikel.

 

Museumshafen in Greifswald. © Paula Reikowski


„Wo studierst du denn?“
„In Greifswald“
„Oh, wie schön.“ … … „Greifswald… Wo ist das nochmal?“

So oder so ähnlich beginnen die meisten Gespräche über meinen Studienort. Greifswald liegt im Nordosten Deutschlands, in Mecklenburg-Vorpommern. An der Ostsee. Oder, um genauer zu sein, am Greifswalder Bodden. Manchmal, wenn mein Gegenüber dann noch immer fragend guckt, schiebe ich noch „Etwas östlich von Rostock, südlich von Stralsund, in der Nähe von Rügen, ganz nah bei Usedom und somit schon fast Polen…“ hinterher.

Wie du an dieser Stelle also bereits feststellen konntest, gehört Greifswald nicht zu den bekanntesten Orten dieses Landes. Leider, denn: Es ist so lohnenswert! Daher folgt hier eine kleine Liste, warum Greifswald ein wunderbarer Ort zum Studieren ist.

1. Das Meer

Innerhalb einer Viertelstunde ist man von der Innenstadt aus mit dem Fahrrad in Eldena, am Strandbad. In diesem Fall ist es „nur“ die dänische Wiek des Boddens. Doch was gibt es schöneres, als nach einem Vormittag des Lernens an den Strand zu fahren? Falls du etwas mehr Zeit mitbringst, bist du mit dem Auto oder dem Bus innerhalb von 30 Minuten in Lubmin. Dort erwarten dich die wunderschöne Seebrücke, ein langer Sandstrand und ausreichend tiefes Wasser um zu ausgiebig schwimmen. Auch nach Usedom ist es nicht weit. Innerhalb von etwas mehr als einer Stunde bist du am Seebad Ahlbeck und kannst das Urlaubsfeeling richtig genießen!

2. Der Hafen

Am durch die Innenstadt fließenden Fluss Ryck befindet sich der Museumshafen. Die Grünflächen laden gerade im Sommer zum Zusammensitzen und Entspannen ein und sind ein beliebter Treffpunkt für Studenten. Ob du dort grillst, ein Bier trinkst oder einfach nur die Stimmund genießt - es lohnt sich immer, an den Hafen zu fahren!

3. Kurze Wege

Greifswald ist keine besonders große Stadt. Das bringt den Vorteil mit sich, dass du keine öffentlichen Verkehrsmittel nutzen muss. Stattdessen ist das Fahrrad das Mittel der ersten Wahl. Entsprechend ist auch die Stadt ausgelegt. Unsere „Fahrradautobahn“, die Pappelallee, verbindet die Innenstadt mit dem Klinikum und ermöglicht es, diesen Weg in etwa 10-15 Minuten zurück zu legen.

4. Kleine Uni

Die Uni ist verglichen mit anderen Städten relativ klein. In einem Semester Humanmedizin sind nur ungefähr 180-200 Studierende. Das bedeutet, und leider muss ich hier auf typische Floskeln zurückgreifen, dass du eben nicht „nur eine Nummer“ bist. Du bist den Professoren nicht egal und kannst dich bei Problemen an sie wenden. Und es bedeutet auch, dass zur WM Public Viewing im Anatomie-Hörsaal stattfindet. Dort triffst du dann eben nicht nur deine Kommilitonen, sondern auch Dozenten.

5. Die Zulassungsbedingungen

Greifswald hat recht angenehme Zulassungsgrenzen. Beliebte Fächer wie Jura oder BWL sind hier komplett zulassungsfrei. Die Medizin nicht, aber dennoch bieten die Zulassungsverfahren viele Vorteile: Zum einen sind sie sehr transparent. Die Unimedizin bietet auf der Website des Studiendekanats einen Punkterechner an, mit dem man abschätzen kann, ob man im vergangenen Semester einen Studienplatz erhalten hätte oder zum Auswahlgespräch eingeladen worden wäre.

Apropos: Die Punkte werden aus der Durchschnittsnote im Abitur, der Kursbelegung während des Abiturs und einer Ausbildung / freiwilligen Tätigkeit / bereits begonnenem naturwissenschaftlichem Studium berechnet. Weitere Tests wie beispielsweise der TMS werden nicht berücksichtigt. Je nachdem, auf welche Punktzahl du kommst, erhältst du direkt einen Studienplatz oder kannst die Auswahlkommission in einem persönlichen Gespräch überzeugen. Somit steht das Studium über das AdH auch Abiturienten ohne Einserschnitt offen.

Obwohl die Stadt recht klein ist (vor allem für eine Berlinerin wie mich) und die Vorklinik als sehr hart gilt, bin ich froh, mich für Greifswald entschieden zu haben. Die Innenstadt überzeugt mit skandinavischem Charme (Kleiner Funfact am Rande: Die Universität Greifswald war einst die älteste Universität Schwedens!), die Nähe zum Wasser ist in stressigen Zeiten als Ablenkung kaum zu übertreffen und es wird keine Zeit mit langen Wegen verschwendet. Vielleicht konnte diese kleine Aufzählung ja auch dich davon überzeugen, dein Glück in Greifswald zu versuchen. 

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