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  • Text und Fotos: Vanessa Napierski
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  • 16.01.2013

Uni hilft - Hamburg gegen Leukämie!

Unter diesem Motto organisieren auch in diesem Jahr wieder Studenten des Uniklinikums Hamburg Typisierungsaktionen zur Knochenmarkspende für Leukämiepatienten."Uni hilft" ist ein Projekt der bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland) und wird von den Lokalvertretungen mehrerer Unistädte regelmäßig am jeweiligen Standort geplant und durchgeführt.

Am Studienort Hamburg findet die Hilfsaktion zum zehnten Mal statt. Bisherige Stationen der Typisierungsaktion waren das UKE, das Krankenhaus Reinbek, der Campus von Hauptuni, HAW und TU Harburg, die Hamburger Innenstadt sowie Fußballspiele des HSV und des FC St.Pauli.

 

Der Infostand von "Uni hilft"; Foto: V. Napierski

 

Teilnehmen können alle gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 55 Jahren. Gesund bedeutet, dass keine Infektions- oder chronischen Erkrankungen wie behandlungsbedürftiger Bluthochdruck, Diabetes Mellitus oder Krebsleiden vorliegen dürfen. Dies dient einerseits dem Schutz des Empfängers, andererseits aber auch dem des Spenders. Keinesfalls sollen ein potentieller Eingriff und die damit verbundene Narkose ein Risiko für den Spender darstellen.

Wer bereits typisiert und registriert ist –beispielsweise in der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei)– muss sich übrigens nicht noch einmal typisieren lassen. Die Daten aus allen Spenderregistern weltweit werden zusammengeführt.

 

Warum eine Knochenmarkspenden Leben retten kann

Dass das Knochenmark Ort der Blutbildung ist und bösartige Erkrankungen des Knochenmarks (Leukämien) häufig zum Tod des Patienten führen ist allgemein bekannt. Dass zwei Drittel der Patienten durch eine Fremd-Knochenmarkspende tatsächlich geholfen werden kann, dessen sind sich nur die Wenigsten bewusst.

Vor einer Knochenmark-/Stammzellspende wird das kranke Knochenmark des Patienten durch eine Chemo- oder Strahlentherapie zerstört. Danach bekommt der Betroffene die gesunden Blutstammzellen eines passenden Spenders transplantiert. "Passend" bedeutet in diesem Fall, dass die Gewebemerkmale (HLA) beider Personen kompatibel sein müssen, damit es nicht zu einer Abstoßungsreaktion (GvHD) kommt. Am Besten funktioniert dies, wenn Spender und Empfänger miteinander verwandt –idealerweise Geschwister– sind. Besteht diese Möglichkeit nicht, etwa weil es keine Blutsverwandten gibt oder diese kein Knochenmark spenden dürfen, ist die Suche nach einem Fremdspender oft die letzte Chance für den Patienten.

Von den jährlich ca. 8.000 Neuerkrankungen sind oft Kinder und junge Menschen betroffen, die das ganze Leben eigentlich noch vor sich haben sollten. Für ein Drittel von ihnen stellt die Knochenmarktransplantation von einem Fremdspender die einzige Überlebensmöglichkeit dar.

 

Die Typisierung ist nur ein "Pieks"

Für die Untersuchung der Gewebemerkmale (HLA) im Labor ist lediglich eine kurze Blutentnahme notwendig. Die Entnahme dauert nur wenige Minuten und wird von geübten Medizinstudenten vorgenommen. Danach können die Daten in das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) aufgenommen und bei Bedarf der potentielle Spender kontaktiert werden.

 

Eine potentielle Spenderin bei der Typisierung

 

Ablauf der Knochenmarkspende

Sollte auch die Bestätigungstypisierung zeigen, dass die Gewebemerkmale eines Spenders passen, wird er durch einen Arzt gründlich untersucht und beraten. Anschließend muss der potentielle Spender sich dann entscheiden, ob er sein Knochenmark tatsächlich zur Verfügung stellen möchte. Eine Woche vor der Transplantation wird das kranke Knochenmark des Patienten durch eine Chemo- oder Strahlentherapie zerstört. Dies hat für ihn zur Folge, dass ein Überleben ohne nachfolgende Stammzellspende fortan nicht mehr möglich wäre.

Um an die gesunden Stammzellen des Spenders zu kommen, stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Die periphere Stammzellentnahme oder die Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm.
Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender über fünf Tage ein Wachstumsfaktor verabreicht, der die Produktion von Stammzellen anregt. Anschließend werden die so produzierten Zellen in einem der Thrombozytenspende ähnlichenVerfahren aus dem peripheren Blut entnommen. Da es sich bei dem Wachstumsfaktor um ein körpereigenes Produkt handelt, das beispielsweise auch bei fieberhaften Infekten entsteht treten so gut wie keine Nebenwirkungen auf. Die Entnahme erfolgt zudem ambulant und auch das Narkoserisiko entfällt.

Bei der Entnahme aus dem Beckenkamm wird dem Spender das Knochenmark unter Vollnarkose aus dem Beckenkamm entnommen. Dieses wird innerhalb von zwei Wochen vom Körper vollständig nachproduziert. Hierbei muss lediglich das Narkoserisiko und die Tatsache, dass kleine Narben an der Entnahmestelle zurückbleiben in Kauf genommen werden. Zudem bleibt der Spender zwei Tage zur Beobachtung im Krankenhaus.

Beide Verfahren haben eine positive Nebenwirkung, die bleibt: Das gute Gefühl, einem anderen Menschen geholfen zu haben.

 

Ein kleiner Eingriff für den Spender – eine große Chance für den Empfänger

Wie ihr seht, ist die Knochenmark- oder Stammzellentnahme lediglich ein kleiner Eingriff für den Spender – für den Empfänger bedeutet sie aber oft die Chance auf ein neues Leben!
Also macht mit, kommt vorbei und erzählt auch eurer Familie, euren Freunden und Bekannten davon.

Hamburg braucht Helden! Hamburg braucht Dich!

Bei Fragen wendet Euch an den Aktionstagen direkt an die Infostände oder schickt eine Mail an:

info@hamburg.uni-hilft.de

Weitere Infos findet Ihr auf der Seite der bvmd:

Homepage der bvmd

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