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  • Annika Simon
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  • 12.07.2012

Blockpraktikum in der Inneren Medizin

Das ganze Spektrum der Inneren Medizin in nur drei Wochen? Klingt fast nach Utopie, dachte sich auch Annika Simon. Aber es ist möglich. Sie erzählt, wie die Mediziner von morgen an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Rahmen von Vorlesungen und Hospitationen im Schnelldurchlauf die wichtigsten Basics kennen lernen.

Konzentration auf das Wesentliche

Ganz klar: Die Innere Medizin zählt zu den Königsdisziplinen des Faches und vereint viele verschiedene Spezialgebiete zu einem großen Ganzen. Angefangen von der Onkologie über Gastroenterologie bis hin zur Nephrologie könnte das Spektrum breiter kaum sein. Kein Wunder, dass es schier unmöglich scheint, alle wichtigen Lehrinhalte in nur wenigen Wochen an den Studenten und die Studentin zu bringen.

Im Rahmen des Modellstudienganges Humanmedizin an der MHH wird der Lernstoff der Inneren Medizin daher auf unterschiedliche Blöcke verteilt und teilweise in Ausschnitten bereits in der Vorklinik vermittelt. Den Höhepunkt in puncto Praxis bildet schließlich das drei-wöchige Blockpraktikum im 4. Studienjahr, bei dem sich die Lehrenden auf die wesentlichen Grundlagen aller Subdisziplinen konzentrieren und beim Unterricht am Krankenbett hilfreiche Tipps und Infos verraten, die in keinem Lehrbuch zu finden sind.

 

Learning by Doing

Jeder Tag im Rahmen des Blockpraktikums Innere Medizin gliedert sich in zwei Teile. Der Vormittag beginnt meist um acht Uhr mit Vorlesungen, die inhaltlich aufeinander abgestimmt sind. Gegen mittag gehen die Studierenden dann in Kleingruppen von bis zu fünf Personen auf die Stationen, die zum Zentrum Innere Medizin der MHH gehören. Die zuständigen Stationsärzte teilen den Gruppen jeweils einen Patienten oder eine Patientin zu, die diese in der folgenden Stunde gründlich untersuchen sollen.

Nach einem ergänzenden Studium der dazugehörigen Krankenakte treffen sich die Kleingruppen einer Station erneut mit ihrem ärztlichen Ansprechpartner und tragen die gesammelten Untersuchungsergebnisse und Informationen zur Krankengeschichte zusammen. Die Stationsärzte geben den Studierenden hierbei Rückmeldungen, weisen auf Besonderheiten der Krankheitsbilder hin und geben wertvolle Praxistipps.

 

Praxiswissen jenseits der Lehrbücher

So hatte meine Kleingruppe auf einer nephrologischen Station beispielsweise einmal die Gelegenheit, der Oberärztin bei einer Nierenbiopsie über die Schulter zu schauen. Sie erklärte währenddessen jeden einzelnen Schritt und machte nebenbei wichtige Bemerkungen zur Durchführung dieser diagnostischen Maßnahme bei unruhigen und adipösen Patienten, die auf einer langjährigen Praxiserfahrung basierten.

Obgleich das Zuschauen bei kleinen Eingriffen sicher zu den Highlights eines Blockpraktikums gehören kann, habe ich insbesondere die Untersuchungen und ausführlichen Fallbesprechungen im Anschluss als sehr hilfreich für meine Prüfungsvorbereitung empfunden. Faktenwissen kann ja jeder rasch aus der entsprechenden Literatur entnehmen; aber um ein seltenes Herzgeräusch hören oder einen Tumor der Niere fühlen zu können, ist ein Praktikum mit "echten" Patienten nun einmal unumgänglich.

 

Fazit

Das dreiwöchige Blockpraktikum Innere Medizin an der MHH schafft es in komprimierter Form und unter Einbezug vieler praktischer Unterrichtseinheiten, die wichtigsten Inhalte des Faches lebendig zu vermitteln. Neben interessanten Vorlesungen mit starkem Praxisbezug sind es vor allem die Stunden auf den Stationen, die dem theoretischen Lernstoff eine ordentlich Portion Praxis verleihen.

 

Weiterführende Links

Curriculum Innere Medizin im Rahmen des Modellstudiengangs Humanmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover:

Hier geht's zum PDF des Curriculums

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