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  • Zoe-Elisa Rachel
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  • 20.02.2019

Das schriftliche Physikum - Tipps & Tricks

Auch wenn es dir bestimmt nicht immer leicht fällt, die Stufen des Citratzyklus oder die Mechanismen der Atmungsphysiologie zu lernen, während deine Freunde den Sommer am Strand verbringen: Halte durch! Wie du das am besten schaffst, erklärt dir Lokalredakteurin Zoe.

© Anneke Schram

Das schriftliche Physikum, auch bekannt als DER Meilenstein im Medizinstudium, sichert dir das Ticket in die langersehnte Klinik. An zwei aufeinanderfolgenden Prüfungstagen erwarten dich je 160 Fragen aus allen Bereichen des vorklinischen Studienabschnitts.

Vorbereitung: Lernmaterial, Lernplan & Co

Erstelle dir einen konkreten Lernplan und arbeite diesen Tag für Tag ab. Dafür gibt es Programme, die dein Management unterstützen. Beginne mit der Vorbereitung möglichst frühzeitig, um nicht in Stress zu geraten. Natürlich ist deine Planung auch abhängig von den letzten Klausuren, die du im vierten Semester schreibst. In Heidelberg ist die letzte Prüfung vor dem Physikum immer Ende Juni, sodass gut sieben Wochen für das Lernen zur Verfügung stehen.

Überleg dir vorab außerdem, mit welchen Materialien du lernen willst, erfahrungsgemäß sind die Endspurtskripte von Thieme vollkommen ausreichend und der Schlüssel zum Erfolg. Das Wichtigste ist, neben dem Lernen und Wiederholen des Prüfungsstoffs auch Fragen zu kreuzen. Belohn dich in der Lernphase zwischendurch und nach dem anstrengenden Lerntag, triff dich mit Freunden, mach Sport und schaffe dir genügend Ausgleich.

Verlier bei diesem ganzen Lernstress nicht das Ziel aus den Augen, mach dir immer wieder klar, wofür du jeden Tag die Bibliothek aufsuchst und dass du in nicht allzu ferner Zukunft den Fuß in die Klinik setzen wirst, dann lernt sich alles schon viel leichter!

Die Prüfungstage

Etwa 14 Tage vor dem Physikum bekommst du vom Prüfungsamt einen Bescheid, in dem du den Ort und deinen Sitzplatz für die Prüfung erfährst, außerdem welche Gegenstände erlaubt sind (Bleistift, Radiergummi, …) und welche Dokumente du mitbringen musst. Für uns Heidelberger findet die Prüfung seit einigen Jahren immer bei unseren Kollegen am Studienort Mannheim statt! Du wirst aber sehen, dass der Prüfungsablauf sehr gut strukturiert und organisiert ist, was mir auf jeden Fall dabei geholfen hat, mit meiner Nervosität umzugehen.

Nachdem die Prüfungshefte ausgeteilt wurden und die obligatorische Belehrung stattgefunden hat, beginnt die Prüfung. Man glaubt es kaum, aber die vier Stunden, in denen du die 160 Fragen beantworten musst, reichen vollkommen aus. Viele meiner Kommilitonen einschließlich mir waren nach gut zwei bis drei Stunden bereits fertig. Es wird sehr viel Grundlagenwissen abgefragt, das Niveau liegt deutlich unter den berühmt-berüchtigten Heidelberger „Intergrierten“.

Nach dem ersten Prüfungstag bin ich nachmittags nach Hause gefahren und habe versucht, etwas zu entspannen. Mach auf keinen Fall den Fehler und versuch, dir noch irgendetwas vom Prüfungsstoff ins Kurzzeitgedächtnis zu prügeln, ganz nach dem Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Beim zweiten Prüfungstag war ich um einiges entspannter, schon allein deshalb, weil der Ablauf vertraut war und ich genau wusste, wo und wie ich zum Prüfungsort komme und was mich ungefähr erwartet.

Du wirst sehen, dass das Physikum werden die schnellsten 48 Stunden deines Lebens sein. Die einzige (wirklich machbare) Hürde, die dich dann noch von der Klinik trennt, ist das mündliche Physikum. Das liegt aber zu diesem Zeitpunkt noch in so weiter Ferne, dass du dein bestandenes schriftliches Physikum so richtig feiern kannst. In Heidelberg ist es Tradition, ein "Physikumsbierchen auf der Neckarwiese" mit den anderen Mitstreitern zu trinken. Da darf es auch ruhig mal mehr als nur ein Bierchen werden!

Ich weiß, dass wirklich niemand diesen Satz in der Physikumsvorbereitung hören will, dennoch ist es der beste Rat, den ich dir zum Abschluss noch mitgeben kann: „Das Physikum haben schon so viele vor dir geschafft, auch wenn es zunächst und immer wieder unüberwindbar erscheint, halte durch, du wirst das sicherlich mit Bravour meistern!“

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