• Bericht
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  • Julia Marschall
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  • 25.01.2016

Aller Anfang ist schwer – aber es lohnt sich

Von der Schule ins Studium ist es ein großer Schritt – und ein Gefühlstaumel zwischen Euphorie und kompletter Verwirrtheit.

September 2015: endlich - der Zulassungsbescheid für Medizin war da, nach ewiger Warterei und Ungewissheit hält man diesen unscheinbaren Brief in den Händen. Man öffnet ihn und liest, wohin es einen verschlagen hat. Man liest einmal, zweimal, ein drittes Mal. Hamburg, Bad Homburg? Nein, Homburg soll es also sein. Aber wo ist das denn überhaupt? Vielleicht ja nur ein Tippfehler und es geht doch nach Hamburg.


Nein nein, Homburg war schon richtig. Am allerersten Tag des Studiums sitzt man dann also gemeinsam mit 300 anderen „ZVS-Opfern“ - wie es der Anatomie Professor so schön formuliert, im großen Hörsaal der Anatomie. Es wird einem über dies und das erzählt und man hat trotzdem das Gefühl am falschen Ort zu sein.


Dieses Gefühl und die Tatsache, als ZVS-Opfer betitelt zu werden, verfliegen aber schon innerhalb der ersten Woche. Homburg ist zwar klein aber man merkt schnell, dass hier jeder jedem hilft und es an der Uni unter Kommilitonen keinen Wettstreit und keine Ellbogengesellschaft gibt, wie man es von manch anderen großen Unis hört. Man hilft sich und grade wir als hilflose kleine Erstsemester hatten egal wo immer einen Ansprechpartner, sei es ein Student aus höherem Semester oder sogar mal der Dozent. Vor allem die Dozenten sind stets bemüht eine angenehmen Lern- und Arbeitsatmosphäre zu schaffen, gerade weil man sich in der Vorklinik oft die (teils berechtigte) Frage stellt: Warum lerne ich so viel nicht medizinischen unrelevanten Blödsinn? Mit Hilfe der Kommilitonen, alter Praktikumsskripte und Klausuren schafft man aber auch das.


Allgemein hat man hier an der medizinischen Fakultät auch einen sehr guten Zugang zu modernen Techniken und Forschungsmethoden, auch die Lehrveranstaltungen an sich sind technisch auf den neuesten Stand gepimpt. Und um die Platzverteilung und die Größe der Räume musste man sich von Beginn an keine Sorgen machen, denn mit einer Zahl von ca 330 Studenten pro Semester und der Top-Organisation an der medizinischen Fakultät kommt es so schnell nicht zu Ärgenissen, weil man ein Seminar nicht besuchen kann oder keinen Platz im Hörsaal bekommt. Allerhöchstens die Bibliothek könnte ein paar mehr Sitzgelegenheiten brauchen, denn aufgrund des enormen Bücherschatzes und der angenehmen Stille sind oft morgens schon alle begehrten Plätze belegt.


Aber es ist nicht nur so, dass wir Medizinstudenten hier die Nase in unseren Büchern vergraben und den ganzen Tag nur lernen. Klar gibt es Semester, die anspruchsvoller sind, aber es wird stets darauf geachtet, ein machbares Lernpensum in der Klausur abzufragen und die Studenten nicht allzu sehr zu überfordern. Daher kommt es auch öfter vor, dass man seine Kommilitonen auf der ein oder anderen Party - auch während der Klausuren-Phase trifft.


Allgemein kann man sagen, dass – auch wenn bestimmt mehr als die Hälfte geschockt waren von der Nachricht, in Homburg studieren zu dürfen, mittlerweile alle zufrieden und glücklich sind, hier zu sein. Es wird einem an der medizinischen Fakultät hier jeden Tag bewusst (gemacht), dass es eine wundervolle Sache ist, dieses anspruchsvolle Studienfach studieren zu dürfen und dementsprechend ist das Engagement sowohl von Seiten der Dozenten als auch von Seiten der Studenten sehr groß.

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