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  • Marina Hiller
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  • 12.03.2012

Kleiner Rückblick auf das 5. Semester

Im Vergleich zum letzten Wintersemester, das ja ganz im Zeichen des großen Sezierkurses stand, war das 5. Semester deutlich entspannter und dennoch sehr spannend. Endlich in der Klinik angekommen, standen nun Module wie "Herz-Kreislauf", "Atmung", "Niere" und "Hygiene und Infektiologie" auf dem Stundenplan. Vorbei also die Zeit, in der man den Eindruck gewinnen konnte, sich versehentlich für Physik oder Chemie eingeschrieben zu haben. Die unterschiedlichsten Praktika gestalteten das Semester sehr interessant.

Hygiene

In diesem Praktikum ging es nicht nur darum, nette Gesellen wie Staphylokokken, Enterokokken und E.coli unter dem Mikroskop zu erkennen und zu unterscheiden, sondern auch darum beispielsweise eine Gramfärbung selbst durchzuführen. Geprüft wurde am Ende des Praktikums sowohl praktisch, also das Mikroskopieren, als auch theoretisch in Form eines schriftlichen Tests.

 

Ärztliche Gesprächsführung 1 und 2

Die ärztliche Gesprächsführung ist sicherlich ein wichtiges Thema und muss ebenso gelernt werden wie Anatomie, Physiologie und Dermatologie. Während man in ÄGf 1 erstmal mit den theoretischen Basics ausgestattet wird, geht es bei ÄGf 2 bereits ran an den Patienten. Ein Student aus den höheren Semestern betreut jeweils eine Gruppe von ca. 8 bis 10 Stundeten. Er sucht Patienten, die bereit sind, sich mit uns Studenten zu unterhalten. Jeder Student bekommt einen Patienten zugeteilt, mit dem er sich über seinen Krankenhausaufenthalt unterhält und versuchen soll, so viel wie möglich über die Krankengeschichte des Patienten herauszufinden. Am Ende des Praktikums muss dann noch eine kurze schriftliche Zusammenfassung über den befragten Patienten abgegeben werden. Dieses Praktikum fand ich persönlich sehr interessant. Vielen von uns wurde hier erst bewusst, wie schnell man etwas wirklich Wichtiges vergessen kann, z.B. nach bestehenden Allergien zu fragen. Außerdem hatten die überwiegend älteren Patienten oft sehr spannende Geschichten zu berichten, so dass dieses Praktikum nie langweilig wurde.

 

Klifum Herz, Lunge, Beatmung und Thoraxröntgen

Klifum steht für Klinische Fertigkeiten und Untersuchungsmethoden. Im Herz-Klifum ging es beispielsweise um die Unterscheidung von physiologischen und pathologischen Herztönen und um die korrekte Befundung eines EKGs. Im Lungen- und Beatmungs-Klifum konnten wir an einer Puppe das Intubieren üben und durften sogar mit in den OP, um einem Anästhesisten über die Schulter zu schauen. Im Thoraxröntgen-Klifum wurde uns Studenten von einem Radiologen das Thoraxröntgen in der Theorie erklärt. Danach wurden noch einige Röntgenbilder gezeigt und besprochen.

 

POL

Pol oder Dr. House für Anfänger?! Pol steht für problemorientiertes Lernen und wird in Kleingruppen durchgeführt. Die Gruppe erhält einen Fall und muss nun selbst entscheiden, welche weiterführenden Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Nach Aufstellung einer Verdachtsdiagnose, soll entschieden werden, wie die Behandlung auszusehen hat. Dieses Praktikum bringt einem meiner Meinung nach wirklich ziemlich viel, wenn man aktiv mitarbeitet.

 

Fazit

Abschließend lässt sich wohl sagen, dass das 1. klinische Semester sehr spannend und im Vergleich zur Vorklinik auch sehr entspannt war. Das 6. Semester wird wohl sicher wieder stressiger, da Anfang Juli die SIP 3A ansteht. Doch wenn man sich den Stundenplan so anschaut, dürfte die Lernerei von Neurologie, Dermatologie und Innerer Medizin trotzdem um einiges angenehmer werden, als die der Kollegen Physik und Chemie!

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