• Bericht
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  • Maximiliane Ahsbahs; Fotos: Björn-Ole Bast
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  • 27.05.2014

Wenn Hoppel aus dem Hochbett fällt - Teddybärkrankenhaus Kiel

Vier Tage Teddybärkrankenhaus liegen hinter den Kieler Medizinstudenten. Auch Lokalredakteurin Maxi war als Teddy-Doc dabei und hatte viel Spaß beim Pflaster kleben und Spritzen geben. Björn-Ole begleitete die Studenten und Kinder mit seiner Kamera.

  • Teddybärkrankenhaus Kiel - Foto: B. Bast

    Das Teddybärkrankenhaus Kiel – Studenten der Human-, Zahnmedizin und Pharmazie nehmen Kindern die Angst vor dem Arztbesuch.

     
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    Auf mehrere Zelte verteilt finden die Kinder die einzelnen Einrichtungen: Behandlungszimmer, Operationssaal, Röntgen, Zahnmedizin, Apotheke.

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    Die Patientenaufnahme beginnt im Behandlungszimmer mit der Anamnese.

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    Hier werden die plüschigen Freunde auf Herz und Nieren überprüft ...

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    … und der Anamnesebogen nach bestem Wissen ausgefüllt.

     
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    Dabei ist die Fremdanamnese besonders wichtig, da die meisten Stoff-Patienten nicht des Sprechens mächtig sind.

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    Es wird von den Studenten ...

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    ... und von den Kindern abgehorcht.

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    So kann auch dieser besorgte „Angehörige“ des Kuscheltieres hören, was seinem treuen Begleiter fehlt.

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    Mit den Maßbändern an den Bänken können die Tiere vermessen werden. Das gehört zum Arztbesuch schließlich auch dazu.

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    Diese junge Dame versucht sich nach einer kurzen Demonstration in der Palpation, also dem Abtasten des Patienten.

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    Es werden noch letzte Parameter festgehalten, bevor es mit einer Verdachtsdiagnose und einem Überweisungsschein oder Rezept zur nächsten Station geht.

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    Der Operationssaal verfügt über die neuste Ausstattung. Besonders erwähnenswert ist dabei der OP-Bär.

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    Doch ohne Masken und Hauben kann man natürlich nicht operieren. So bekommen die interessierten Kinder hier die komplette Montur.

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    Der OP-Bär wird zur Narkose vorbereitet ...

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    ... diese wird nun im nächsten Schritt von einem der Kinder fachmännisch eingeleitet.

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    Und Schnitt: Der Bauchraum wird vorsichtig geöffnet, um den Kindern die Anatomie anhand von kleinen Stofforganen näher zu bringen.

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    Nicht nur der OP-Bär kommt auf den Tisch ...

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    Dieser Teddy hat eine große Platzwunde, die versorgt werden muss.

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    Verdacht auf Knochenbruch?

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    Gut, dass es einen selbstgebauten Röntgenapparat gibt, der im Betrieb sogar Geräusche macht.

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    Die Spannung steigt, wird es ein Bruch sein oder nicht?

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    Das Ergebnis zeigt, dass alles in Ordnung ist.

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    Eine Blutentnahme gibt Aufschluss über letzte Unklarheiten.

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    Auch die Biene Maja ...

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    ... und andere lassen dieses Prozedere ohne einen Mucks über sich ergehen.

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    In den Laborgeräten wird das Teddy-Blut dann analysiert und dem Kind dann durch das Drehrad mitgeteilt, ob Sport, Obst oder Wasser besonders wichtig für das Kuscheltier sind.

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    Alles Nötige zur Genesung erhalten Teddy und Co in der Apotheke.

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    Auf die Übergabe des Rezepts ...

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  • Teddybärkrankenhaus Kiel - Foto: B. Bast

    ... erhalten die Kinder einen kleinen Beutel mit gesundem Inhalt und etwas Obst.

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  • Teddybärkrankenhaus Kiel - Foto: B. Bast

    Immer mehr Kuscheltiere sind geplagt von Zahnschmerzen. Daher darf der Zahnarzt unter keinen Umständen fehlen.

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  • Teddybärkrankenhaus Kiel - Foto: B. Bast

    Das Zähneputzen wird an „Krokodilgebissen“ geübt.

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  • Teddybärklinik - Foto: B. Bast

    Und auch andere Untersuchungsmethoden werden demonstriert und durch Promting vermittelt.

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    Doch war das noch nicht alles. Der ASB ist mit einem Wagen angerückt, um die Aktion zu begleiten.

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    So bekommen die Kinder auch einen Einblick in die Erstversorgung. Außerdem ist ein solcher Wagen mit einem riesen Teddy auf der Bahre ein wahrer Kindermagnet

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Lisa* wartet vor einem der weißen Zelte auf dem Asmus Bremer Platz. Sie hält in ihrer einen Hand einen großen braunen Stoffhasen und mit der anderen die Hand ihrer Kindergärtnerin. Als ich im weißen Kittel auf sie zugehe und frage, ob wir ihren Hasen untersuchen wollen, zögert sie erst. Doch dann fällt ihr Blick auf die Kinder, die im Untersuchungszelt schon wild damit beschäftig sind ihre Kuscheltiere abzuhören, zu wiegen und zu spritzen. Sie löst sich rasch von der Hand ihrer Kindergärtnerin und stapft mit mir ins Untersuchungszelt.

Zuerst füllen wir gemeinsam den Anamnesebogen aus.  Dabei erfahre ich, dass der braune Stoffhase Hoppel heißt und genau wie Lisa vier Jahre alt ist. Wir wiegen und messen ihn, hören mit meinem Stethoskop Herz, Lunge und Abdomen ab.

Dann erzählt Lisa, warum Hoppel überhaupt ins Teddybärkrankenhaus musste: „Er ist aus meinem Hochbett gefallen. Jetzt tuen ihm ein Ohr und beide Beine weh. Ist bestimmt alles gebrochen." Und so gehen wir ins nächste Zelt, um in einer nachgebauten Röntgenmaschine Hoppel zu durchleuchten.

Schnell fische ich mir eins der vorab gefertigten Röntgenbilder heraus und Lisa und ich beurteilen gemeinsam, ganz fachmännisch das Röntgenbild. Wir einigen uns auf: Nix gebrochen, aber verstaucht ist das linke Schlappohr alle mal. Also wird es gut verbunden. Eine Spritze gegen die Schmerzen verabreicht Lisa, die schon längst ihre anfängliche Schüchternheit abgelegt hat, mit sichtlich viel Vergnügen. „Ich glaub es tut schon viel weniger weh“, erklärt sie voller Stolz und macht sich auf dem Weg in das „Apothekenzelt“ in dem Pharmaziestudenten auf die Kinder warten.

Für Hoppel gibt es hier ein kleines Kühlpäckchen und für Lisa Obst, Traubenzucker und einen Teddystempel auf die Hand.

Nun stehen noch das Zahnarztzelt, die Teddy-OP-Station und die Besichtigung des Rettungswagens für die beiden auf dem Programm.

Und auf die anderen Teddy-Docs und mich warten in den nächsten Stunden noch viele weitere Kuscheltiere mit Bauchschmerzen, gebrochenen Beinen und abgefallenen Knopfaugen.

So herrschte auf dem Asmus-Bremer-Platz in der Kieler Innenstadt vom 19. bis 22. Mai Hochbetrieb. Ca. 120 Rettungssanitäter, Medizin-, Zahnmedizin- und Pharmaziestudenten waren in unterschiedlichen Schichten im Einsatz, um Teddybären zu untersuchen und Kindern spielerisch und mit viel Spaß die Angst vorm Arztbesuch zu nehmen.  

An den vier Tagen besuchten über 700 Kinder die Aktion, viele mit ihrem Kindergarten und manche am Nachmittag mit ihrer Familie.

Doch nicht nur die drei bis sechsjährigen hatten großen Spaß bei der Aktion.  Auch Medizinstudent Ulrich Seidl, der zum ersten Mal als Teddy-Doc zum Einsatz kam, ist begeistert: „Es war sehr schön zu sehen, wie aufgeschlossen und interessiert die Kinder sind."

Und so zieht auch das Orga-Team eine rein positive Bilanz. Julia Otto, die vor vier Jahren zusammen mit zwei Kommilitoninnen das Kieler Teddybärkrankenhaus ins Leben gerufen hat, erzählt: „Vor allem das Zahnmediziner-Zelt und die Blutentnahmestation kamen bei den Kindern besonders gut an."

„In Zukunft wird es einige Wechsel im Orga-Team geben, weil viele von uns ins PJ gehen“, berichtet Julia im Hinblick auf 2015. Aber eins ist auf jeden Fall sicher: Im nächsten Jahr wird es wieder ein Teddybärkrankenhaus in Kiel geben und wir Studenten werden mit viel Freude Kuscheltiere behandeln. Und wer weiß, vielleicht kommt Lisa auch wieder mit einem Kuscheltier vorbei, dass vom vielen Sandkuchen essen Bauchschmerzen bekommen hat ...  

 *Name geändert

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