• Steckbrief
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  • Elise Betz
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  • 09.09.2015

Steckbrief Mannheim

Das Medizinstudium in Mannheim unterscheidet sich mit seinem Modelstudiengang deutlich von anderen Studienstandorten und vor allem von seiner großen Schwester Heidelberg. Aber was macht das Studium in Mannheim so besonders? Warum solltest du eine Bewerbung in Betracht ziehen? Diese Fragen möchte ich im Folgenden beantworten.


Die Hintergründe


Die medizinische Fakultät Mannheim wurde bereits 1964 als eigenständige Einrichtung der Universität Heidelberg gegründet. Zunächst war es jedoch nur möglich den klinischen Teil in Mannheim zu absolvieren. Dies änderte sich im Jahr 2006 als die Fakultät eine Vollfakultät wurde. Ab diesem Zeitpunkt war es den Studierenden möglich ihr gesamtes Medizinstudium in Mannheim zu absolvieren. Die beiden Medizinstudiengänge der Universität Heidelberg, einmal in Mannheim mit dem Mannheimer Reformierten Curriculum für Medizin (kurz MaReCum) und in Heidelberg mit dem Heidelberger Curriculum Medicinale (kurz HeiCuMed), unterscheiden sich dabei grundlegend.

 

Was das MaReCum besonders macht


Bei der Vorklinik angefangen bis zum Ende des klinischen Studienabschnittes gliedert sich das Studium in Module. Dieses Modulsystem ermöglicht das Lernen von Zusammenhängen anstelle der klassischen Fächer. So werden in der Vorklinik Themengebiete und Funktionssysteme zusammengefasst, wie etwa das Modul Bewegungsapparat oder Atmung. Dabei lernt man dann parallel die Anatomie, Biochemie und Physiologie des jeweiligen Systems.


In der Klinik sind die Fächer ebenfalls in Module unterteilt, die den Lehrstoff in sinnvolle Gruppen und Zusammenhänge bringen (Bsp. Modul Diagnostische Medizin, Modul Erkrankungen des Alters oder Modul Primärversorgung).


In der Vorklinik durchläuft man das Modulsystem mit dem ganzen Jahrgang in etwa 10 Seminargruppen parallel, während man in der Klinik in sechs Seminargruppen zu etwa 30 Studenten unterteilt ist und die Module in einem Rotationssystem durchläuft. Der hohe Anteil des Unterrichts in Form von Seminaren ermöglicht so eine sehr enge Betreuung der Studenten durch Professoren und Dozenten.


Das Praktische Jahr am Ende des klinischen Studienabschnittes ist anders als in anderen Studienstandorten in Quartale und nicht in Tertiale eingeteilt. Man muss also vier PJ-Abschnitte von je 3 Monaten absolvieren. Hier gibt es wie andernorts auch die Einteilung in Chirurgie, Innere und ein Wahlfach, jedoch kommt in Mannheim noch ein Ambulanzquartal hinzu.


Im Grundstudium bietet die Fakultät ein strukturiertes Krankenpflegepraktikum am Uniklinikum Mannheim an. Hier findet neben der Arbeit auf der Station noch ein theoretischer Unterricht statt, der Themenbereiche wie Hygiene oder Dekubitoprophylaxe behandelt.


Eine weitere Besonderheit ist das Lernkrankhenhaus TheSiMa, das unter studentischer Leitung steht. Hier finden bereits Übungseinheiten in der Vorklink statt, vermehrt jedoch spielt das TheSiMa eine Rolle im klinischen Abschnitt. So besucht man dort Untersuchungskurse, wo man an seinen Mitstudenten oder Modellen in Kleingruppen die verschiedenen Untersuchungstechniken und Maßnahmen erlernt oder hat OSCE (objective structured clinical examination) Prüfungen, die dieses Wissen in einer praktischen/mündlichen Prüfung abfragen.


Während der zwei Vorklinikjahre ist man zusätzlich in Mentorengruppen eingeteilt, die man sich in der Einführungswoche zum Studienbeginn auswählt. Hier steht einem ein erfahrener Arzt oder Dozent als Mentor sowie zwei Seniormentees aus einem höheren, klinischen Semester zur Seite. Von Tipps fürs Studium über Informationsabende bis hin zur Berufsfelderkundung oder geselligen Abenden zum Kennenlernen helfen die Mentorengruppen gut durch die Anfangszeit des Studiums.


Zusätzlich finden sich in Mannheim viele studienbegleitende Maßnahmen, wie fachspezifische Sprachkurse (bspw. Englisch oder Türkisch für Mediziner), Kunst- und Kulturprojekte, eine Theatergruppe oder Sportangebote. Für alle musikalischen Studenten bietet die Fakultät auch zahlreiche Möglichkeiten sich einzubringen, etwa im Orchester, dem Chor oder der Band der Fakultät.

 


Angebote vor Studienbeginn


Bereits vor einem möglichen Studienbeginn nach dem Abitur ist die Fakultät bemüht sich Schülern in einem angemessenen Rahmen vorzustellen. Dazu gibt es über das Jahr verteilt, zahlreiche Informationsveranstaltungen für Schüler und deren Eltern, wie Tag der offenen Tür, Lernlabore oder Elternabende. Zudem bietet die Fakultät Schnupperstunden an und fördert die Mitarbeit von Schülern an Projekten. Zusätzlich ist eine persönliche Beratung sowie per E-Mai oder Telefon im Studiendekanat immer möglich.

 


Angebote zu Studienbeginn


Bevor die Vorlesungen offiziell starten, veranstaltet die Fachschaft eine Einführungswoche, auch gerne Erstie-Woche genannt. Diese ersten fünf Tage sind voll mit lustigen und informativen Veranstaltungen, wie einer Führung über das Klinikumsgelände oder einer Stadtrally, und dienen der ersten Orientierung im Studium und der Umgebung sowie dem ersten Kennenlernen innerhalb des Jahrgangs.

 


Internationale Ausrichtung


In Mannheim bieten selbstverständlich auch verschiedene Programme die Möglichkeit, einen Teil des Studiums (Krankenpflegepraktikum, Famulatur) im Ausland zu absolvieren. Auch ist eine Teilnahme am Erasmus-Programm mit Auslandsenthalten im klinischen Studienabschnitt möglich. Im PJ bietet sich ebenfalls nochmal die Möglichkeit ein bisschen Auslandserfahrung zu sammeln und das ein oder andere PJ-Quartal im Ausland zu absolvieren.


Die Fakultät hat zusätzlich zum Medizinstudium auch noch vier verschiedene Masterstudiengänge (Medical Physics, Biomedical Engeneering, Health Economics und Translational Medical Research) im Angebot, auf die man sich nach dem 1. Staatsexamen bewerben kann. Die Masterstudiengänge sind auch für externe internationale Bewerber zugänglich und dementsprechend englischsprachig.

 


Besonderheiten in der Ausstattung


Die Medizinische Fakultät besitzt eine E-Learning Plattform namens Moodle, die als Dateiablage für Vorlesungen oder Semiarmaterial dient und Vorlesungsaufzeichnungen enthält. Außerdem bietet Moodle noch eine interaktive Selbstlerneinheit, virtuelle Seminare oder Simulationen und hält die Prüfungsergebnisse bereit. Informationen des Studiendekanats werden ebenfalls in Beiträgen über Moodle kommuniziert. Somit ist Moodle mit dem LSF (Lehre, Studium, Forschung) der Uni Heidelberg zusammen die wichtigste Informationsquelle während des Studiums.


Auch hat jeder Student am Ende eines jeden Moduls die Aufgabe dieses im Online-Evaluationssystem auf Moodle zu bewerten. Dies ist sogar in der Studienordnung festgeschrieben und verpflichtend für jeden MaReCum-Studenten.

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