• Tipp
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  • Myriam Schumacher
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  • 01.10.2013

Quick Tips: 2. Semester in Marburg

Warum wildes Draufloslernen fürs Histologie-Testat verheerend sein kann und mit welchen Lehrwerken man das zweite Semester in Marburg am besten übersteht, verrät euch Lokalredakteurin Myriam.

Frau am Mikroskop - Foto: WavebreakmediaMicro/Fotolia.com

Histologie

Einmal wöchentlich absolvieren alle Zweitsemestler den dreistündigen Histologiekurs im abgedunkelten Mikroskopiersaal – abseits von Sommer, Sonne und Lahnwiesen. Am Ende dieses spannenden, aber auch anstrengenden Kurses steht neben der üblichen Multiple Choice E-Klausur auch eine praktische Prüfung an: Das mündliche Histo-Testat am Mikroskop, das sicherlich die mitunter größte Hürde im zweiten Semester darstellt. Im Hinblick auf die Lehrbücher bilden sich im Fach Histologie unter den Studenten schon nach kurzer Zeit zwei Fronten: Während die einen den „Welsch“ bevorzugen, sind die anderen vom „Lüllmann-Rauch“ fest überzeugt. Der Welsch kann mit vielen übersichtlichen Abbildungen punkten, die außerdem mit hilfreichen Beschriftungen versehen sind. Mir persönlich lag der Lüllmann-Rauch etwas mehr, da er meiner Meinung nach eine bessere Struktur aufweist und dank unterschiedlicher Schriftgrößen klar hervorhebt, welche Fakten auf jeden Fall beherrscht werden sollten und welche bloß zusätzliches Detailwissen darstellen. Zudem sind die klinischen Bezüge zwar auf weniger Krankheiten beschränkt als im Welsch, liefern aber zu ebendiesen mehr Informationen. So fällt die Prüfungsvorbereitung deutlich leichter.  

 

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Unabdingbar für die Prüfungsvorbereitung ist aber auch die „Virtuelle Mikroskopie“ der Uni Marburg. Jeder Student hat die Möglichkeit, alle Präparate des Kurskastens online zu betrachten, wobei diese ebenfalls mit Annotationen der Dozenten versehen sind. Auch Bilder des ELMI (Elektronenmikroskopischer Atlas) sowie ein Quiz zur Wissensüberprüfung sind hier abrufbar. Zusätzlich zu der virtuellen Mikroskopie empfiehlt es sich, am freien Mikroskopieren teilzunehmen, da die „echten“ Präparate oft ganz anders aussehen und auch schlechtere Färbungen aufweisen. Außerdem gewinnt man Übung im Umgang mit dem Mikroskop, was nicht zu vernachlässigen ist, da im Testat auch des Öfteren histologische Strukturen vom Prüfling eingestellt werden müssen. Gegenseitiges Abfragen in Kleingruppen hilft vor dem mündlichen Testat ebenso wie in Anatomie ungemein. Anhand der Präparateliste, die kurz vor der Prüfung veröffentlicht wird, kann man so mit Hilfe der virtuellen Mikroskopie alle Prüfungspräparate gezielt durcharbeiten und das mündliche Ausformulieren der Fakten trainieren. Letztlich hängt der Prüfungsverlauf enorm vom Prüfer ab, der im Gegensatz zum Präparierkurs vorher nicht feststeht. Kleiner Tipp am Rande: Endokrine Organe sowie Lymphorgane haben sich in unserem Semester als besonders beliebte Prüfungsthemen herausgestellt. Für die E-Klausur zum Thema Allgemeine Histologie lohnt sich ein Blick auf die Folien der sehr empfehlenswerten Histo-Vorlesungen. Die Klausurfragen waren teilweise detailliert, auch die Färbungen sollten beim Lernen nicht außen vor gelassen werden. Wer schließlich noch ein paar Fragen bei Thieme Examen online kreuzt, ist bestens gewappnet. Alles in allem macht der Histokurs sehr viel Spaß und wenn euch der enorme Lernstoff mal zu überwältigen droht: Ruhe bewahren und ran ans Mikroskop!

 

Physiologie

Das Fach Physiologie solltet ihr definitiv nicht unterschätzen! Fast alle Studenten unseres Semesters waren vom Schwierigkeitsgrad der Klausur sehr überrascht. Bereitet euch auf die Seminare, die erst gegen Semesterende stattfinden, gut vor. Mündliche Abfragen sind dort keine Seltenheit. Auch das eigene Referatsthema sollte man sicher beherrschen. Eine gründliche Vor- und Nachbereitung der Seminare ist schon die halbe Miete für die Klausur. Der Besuch der Vorlesung ist nicht zwingend erforderlich, kann aber hilfreich sein, insbesondere wenn das Thema Neurophysiologie in der Schulzeit im Fach Biologie nicht behandelt wurde. Ohnehin werden in der Klausur gerne mal Details von den Vorlesungsfolien abgefragt.

Übrigens: nur mit einem Kurzlehrbuch zu lernen, reicht in den meisten Fällen nicht aus. Die entsprechenden Kapitel sollte man sich mindestens einmal in einem der ausführlicheren Lehrwerke, beispielsweise Silbernagl oder Schmidt-Lang, gründlich durchgelesen und vor allem auch verstanden haben! Die wichtigsten Formeln sollte man zwar auswendig lernen, in unserer Klausur wurden sie jedoch nicht abgefragt. Kurz vor der Klausur hingegen fand ich persönlich das Kurzlehrbuch von Thieme zur letzten Wiederholung sehr geeignet. Wenn ihr diese Tipps beherzigt, ist auch die Physiologie-Klausur gut zu bewältigen.

 

Hier findest du eine Rezension vom Buch "Physiologie" von Silbernagl

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Hier findest du eine Rezension vom Buch "Physiologie des Menschen" von Schmidt & Lang

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Biochemie

Auch in diesem Fach gilt: Eine gute Vorbereitung auf die Seminare ist das A und O! Wer den dort behandelten Stoff sicher beherrscht und zudem einige Altklausuren geübt hat, muss nichts befürchten. Freundlicherweise stellen die Biochemiker auf der Lernplattform K-med den Studenten mehrere Lernkurse zur Verfügung, die auf die Seminarthemen perfekt zugeschnitten sind. Da die Seminare nicht den kompletten Stoff abdecken, ist es allerdings sinnvoll, sich zu den übrigen Themen die Vorlesungsfolien anzuschauen. Da im zweiten Semester im Fach Biochemie fast nur Grundlagen gelehrt werden, reicht als Lehrwerk ein Taschenatlas der Biochemie vollkommen aus.

 

Chemie

Wieder einmal freuen sich alle Studenten ungemein, weil sie auch im zweiten Semester jeden zweiten Samstagvormittag für das Chemiepraktikum opfern müss- ähm, dürfen. Nach diesem Semester ist es dann allerdings endlich geschafft! Wer einmal die Reaktionsmechanismen der Organischen Chemie verstanden und dazu Nomenklaturregeln sowie die wichtigsten Strukturformeln verinnerlicht hat, wird mit den Kolloquien sowie der Klausur sicherlich keine allzu großen Probleme haben. Generell ist auch in diesem Fach der Besuch der Vorlesung mitsamt den dort besprochenen Übungsaufgaben empfehlenswert!

 

Physik

Ähnlich wie im ersten Semester sollte ausdauerndes Altklausuren-Rechnen in euren Lernplan für Physik fest integriert sein! Die Erfahrung zeigt, dass sich die Aufgabentypen mit wenigen Ausnahmen immer wiederholen. Dass sich die Themengebiete in diesem Semester – Ultraschall, EKG, Röntgen usw. – wenigstens auf die Medizin beziehen, gestaltet das Praktikum und die Lernphase etwas interessanter.

 

Psychologie

Der Besuch des Repetitoriums kurz vor der Klausur in Kombination mit dem Kreuzen der letzten Physikumsfragen bei Examen online garantiert das Bestehen der Psychologie-Klausur – nur so viel sei gesagt.

 

Soziologie

Hier sollte man als Prüfungsvorbereitung aufmerksam die Folien der Seminare durcharbeiten und sich das Wichtigste davon einprägen. Auch Wissen zu einigen Studien, die in den Seminaren bearbeitet wurden und im Reader nachgeschlagen werden können, wurde in unserem Semester geprüft. Zudem kam Stoff aus dem 1. Semester an die Reihe, aber keine Panik, die Bestehensquote war dennoch enorm hoch; also plant für dieses Fach ruhigen Gewissens nicht allzu viel Zeit ein.

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