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  • Sarah Gruninger
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  • 26.08.2019

6. Semester und immer noch viel zu tun

Für Studenten im 1. klinischen Semester bedeutet das 6. Semester den erste Sommer ohne den Lernstress der Vorklinik richtig genießen zu können. Damit das trotz sieben Klausuren möglich ist, hat Sarah ein paar Tipps für dich parat.

6. Semester und immer noch viel zu tun


Wird denn jetzt alles besser? Nach dem Dämpfer im 5. Semester, begann ich das 6. mit der erneuten Hoffnung, dass es dieses Mal entspannter wird, ich weniger Klausuren habe und den Sommer in Marburg genießen kann. Zwei Klausuren direkt am Anfang des Semesters holten mich schnell zurück in die Wirklichkeit. Während den Semesterferien in die hinterste Schublade des Gedächtnises verfrachtetes Mikrobiologie-Wissen galt es wieder abzurufen. Also kramte ich meine 87 Karteikarten über die Bakterien wieder hervor und begann zu wiederholen. Zum Glück war alles wieder schnell da. Diese Herangehensweise schien an sich gar nicht schlecht zu sein, realistischerweise wären diese Karteikarten sonst bis zum nächsten Staatsexamen verstaubt. Ein bisschen Mikrobiologie-Wissen hat bekanntlich auch noch keinem geschadet.


Dass auf die Mikrobiologie-Klausur eine Woche später die nächste Klausur folgte, hatte ich der Inneren Kohorte zu verdanken. Radiologie, Biometrie und der Innere-Untersuchungskurs warten speziell auf die Innere Kohorte. Aber auch die Fächer Virologie, Pathologie, Pharmakologie und Klinische Chemie - alle schon mehr oder weniger aus dem letzten Semester bekannt - müssen zu Ende geführt werden. Falls du im 6. Semester die Chirurgie Kohorte belegen wirst und dich für die Fächer Chirurgie, Gesundheitsökonomie und Geschichte und Ethik der Medizin interessierst, kannst du ein paar Artikel zurück klicken, ich berichtete letztes Semester bereits darüber.


Aber nun mach dich bereit für ein paar Tipps&Tricks, die dich sicher durch das 6. Semester in Marburg bringen werden:

Virologie


Die harmlosere Fortführung der Mikrobiologie. In der wöchentlichen Vorlesung und drei Praktika lernst du verschiedene Viruserkrankungen und Parasiten kennen. Das Wissen kann später sicher nicht schaden und ist mit den Amboss-Skripten, die von den Dozentin als Zusammenfassung hochgeladen werden, gut bewältigbar.

Pathologie & Pharmakologie


Man kennt es schon aus dem letzten Semester, außer neuen Themen alles beim Alten.

Klinische Chemie


Das Fach begleitet dich ein ganzes Jahr und am Ende bist du doch erst mal ratlos, wie du dich auf die Klausur vorbereiten sollst? Wenn du die Fälle im Semester gewissenhaft bearbeitet hast, hast du die Hälfte der Arbeit schon hinter dir. Und selbst wenn nicht, hilft der Besuch und das Durcharbeiten des Repetitoriums.

Radiologie


Wie schon angesprochen, schreibst du in der Radiologie relativ früh die erste Klausur. Darin wird Basiswissen abgeprüft, was du dir selbstständig in den ersten Semesterwochen in k-med Kursen aneignen sollst. Arbeitest du die Kurse gewissenhaft durch, kannst du in der ersten Klausur schon viele Punkte sammeln, die dann mit der Klausur am Ende des Semesters verrechnet werden. Insgesamt sind es 75 Fragen (25 Basis + 50 Abschluss) von denen 60% zusammen bestanden werden müssen. Das Wissen für die Abschlussklausur erhältst du während zahlreicher Seminare über die Nuklearmedizin, Strahlentherapie, den Strahlenschutz und Diagnostischer Radiologie. Dabei bekommst du auch zwei Führungen durch die Nuklearmedizin und Radiologie, damit du dir das besser vorstellen kannst. Es empfiehlt sich, die Seminare der Diagnostischen Radiologie nachzuarbeiten, nicht nur weil es dazu die meisten Klausurfragen gibt, sondern auch, weil der Input später beim Befunden von Röntgen- oder CT-Bildern sehr hilfreich sein wird.

Biometrie


Da studiert man zwei Jahre ohne böse Vorahnung Medizin und auf einmal steht wieder Mathe auf dem Stundenplan?! Aber falls du jetzt schon Kurvendiskussionen oder Matrizen vor deinen Augen vorbeiziehen siehst, kann ich dich beruhigen. In Biometrie geht es vor allem um die statistischen Zusammenhänge in der Medizin. Und das kann für den späteren Beruf tatsächlich ganz hilfreich sein: Wie ist die Inzidenz einer Krankheit? Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist der Patient mit einem positiven Testergebnis auch wirklich krank? Wie viele Menschen profitieren von einer Therapie mit einem neuen Medikament? Findest du, das klingt ein wenig Soziologie? Stimmt, geht nur ein wenig darüber hinaus! Jede Woche werden auf k-med mehrere Aufgaben hochgeladen. Da gibt es einmal die Übungsaufgaben, die als Nachbereitung der Vorlesung anzusehen sind und mit 40% bestanden werden müssen, um zur Klausur zugelassen zu werden. Und dann gibt es noch die Präsenzaufgaben, die im wöchentlichen Seminar besprochen werden. Da nicht jeder Seminarleiter dir Zeit zur Bearbeitung dieser Aufgaben gibt und die Zeit meist knapp ist, würde ich dir empfehlen diese schon mal vorher anzuschauen. Für die Klausurvorbereitung werden nochmal extra k-med Aufgaben hochgeladen, beherrscht du diese, wirst du auch die Klausur bestehen.

Innere Untersuchungskurs


Zu Beginn des Semesters lernst du im einwöchigen Anamnesekurs wie eine richtige Anamnese abzulaufen hat und darfst es an Schauspiel- oder Echtpatienten üben. Der folgende Untersuchungskurs – aus dem Chirurgie-Semester schon bekannt – nimmt im Innere-Semester neue Dimensionen an. Jede Woche bringt euch ein Arzt aus der Klinik Untersuchungsmethoden zu verschiedensten Organen und Systemen bei. Das Gelernte wird mit den Maris-Tutoren im Anschluss an Puppen und Modellen geübt und dann im OSCE abgeprüft. Auch der ist aus dem letzten Semester bekannt. Allerdings gibt es diesmal 8 Stationen. Dazu gehören 5 Stationen der Inneren, wo du in der systemische oder zielgerichtete Untersuchung von Herz, Lunge, Abdomen, Mund oder Schilddrüse geprüft werden kannst. Weiterhin kann ein Gefäß- oder Lymphknotenstatus oder eine Blutdruckmessung verlangt werden. An zwei weiteren Stationen wird von dir eine Untersuchungen der Hirnnerven, Reflexen oder Motorik und Koordination erwartet. Die letzte Station ist eine Anamnesestation, in der aber auch ein psychiatrischer Patient auf dich warten kann. Acht Stunden in einer Stunde klingen hart, aber mit ein wenig Übung an Kommilitonen, Puppen im Maris, Mitbewohnern oder wer sich noch so von dir untersuchen lässt, rockst du den OSCE.

Im 6. Semester gilt es wieder eine Menge an Stoff zu bewältigen, sieben Prüfungen warten am Ende auf dich. Im Vergleich zum letzten Jahr ist es dir aber nun wirklich erlaubt, auch während der Klausurenphase mal kleine Pausen einzulegen und alles etwas ruhiger anzugehen. Also vergiss nicht, das Sommersemester zu genießen!

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