• Bericht
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  • Myriam Schumacher
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  • 06.03.2014
  • Registrierungsaktion für Stammzellspender - Foto: M. Schumacher

    Das Interesse bei den Marburger Studenten war groß – fast 700 neue Spender wurden registriert.

     
  • Registrierungsaktion für Stammzellspender - Foto: M. Schumacher

    Ins Leben gerufen wurde die Aktion von einer kleinen Gruppe Medizinstudenten.

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  • Registrierungsaktion für Stammzellspender - Foto: M. Schumacher

    Das Orga-Team: v.l.n.r. Myriam Schumacher, Marie-Luisa Martini, Magdalena Kerber, Frank Ziemann, Daniela Reimann, Julia Simon; fehlend: Adrian Piec

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Uni hilft: Marburger Studenten gegen Leukämie

Marburg hat Helden gesucht – und gefunden! Die Registrierungsaktion für potentielle Stammzellspender im Wintersemester 2013/2014 traf auf großen Zuspruch. Auch wenn es zunächst organisatorische Hürden gab – am Ende war das Projekt ein voller Erfolg.

Als ich die Website der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) aufrufe, blinkt mir eine überdimensionale digitale Stoppuhr entgegen. In warnendem Rot spult sie im Schnelldurchlauf auf 16 Minuten vor. Was sind schon 16 Minuten? Die meisten von uns schauen vielleicht alle 16 Minuten auf ihr Smartphone, checken Facebook und WhatsApp. Doch was kaum einer ahnt: Alle 16 Minuten erhält ein Patient in Deutschland die Diagnose Blutkrebs. „Da kann doch bestimmt jemand aus der Familie helfen“, könnte man denken. Aber nur ein Drittel aller Blutkrebspatienten findet innerhalb der Verwandtschaft einen passenden Spender. Die Fakten sind ernüchternd.

Umso mehr Grund dafür, etwas zu unternehmen! Am 06. November 2013 organisierten wir – eine kleine Gruppe aus sieben Medizinstudenten –  daher unter dem Motto „Uni hilft- Marburg will Leben spenden“ eine Registrierungsaktion für potentielle Stammzellspender. Wir haben viel Zeit und Nerven in die Aktion gesteckt, doch die Mühe hat sich gelohnt: Stolze 697 neue Spender konnten wir für den Kampf gegen Blutkrebs gewinnen.

 

Was ist „Uni hilft!“?

„Uni hilft!“ ist eine Aktion der bvmd (Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland), die von Studenten für Studenten organisiert wird. Zielgruppe der Typisierungsaktion sind junge Leute, die gewillt und geeignet sind, Stammzellen bzw. Knochenmark zu spenden. Bereits in den Jahren 2008 und 2011 wurden in Marburg zwei sehr erfolgreiche Registrierungsaktionen auf die Beine gestellt. Aus den rund 3500 neuen Registrierungen konnten schon 32 Personen einem Patienten die Chance auf ein neues Leben geben.

 

Organisation will gelernt sein  

Sieben motivierte Medizinstudenten, wenig Zeit und eine Menge zu organisieren: Das soll funktionieren? Ja, unser Studium ist stressig. Ob der anstrengende PJ-Alltag oder der lernintensive Vorklinik-Marathon: Freizeit ist oft Mangelware. Doch irgendwie ist es uns gelungen, zwischen Präpkurs, Biochemie-Testaten und Physiologie-Praktika die nötige Organisation mit Hilfe unserer erfahrenen Kommilitonen zu bewältigen. Allen voran beschäftigte uns die nervenraubende Sponsorensuche, die sich schwieriger gestaltete als zunächst gedacht. Warum diese Spenden so wichtig sind? Was viele der Aktionsteilnehmer wahrscheinlich gar nicht wussten: Die Kosten, die für die Registrierung anfallen, betragen rund 50 Euro pro Person. Multipliziert mit den rund 700 Spendern kommt da eine stolze Summe zusammen. Trotz unzähliger E-Mails, Anrufe und Fußarbeit mussten wir viele Absagen einstecken. Letztendlich konnten wir jedoch erfreulicherweise auf die Unterstützung lokaler Unternehmen zählen.

Der Tag der Wahrheit    

Ein trister Novembertag, 9 Uhr Morgens: Das Foyer unseres Hörsaalgebäudes gibt ein ungewohntes Bild ab. Ein großes Banner kündigt die Aktion an. Hilfsbereite Medizinstudenten aller Semester – bewaffnet mit Wattestäbchen für den Wangenschleimhautabstrich – warten an den aufgestellten Tischen schon auf willige Opfer. In der vorangegangen Woche haben wir kräftig die Werbetrommel gerührt. Flyer in der Mensa, Plakate in den Bussen sowie Ansprachen in Vorlesungen sollten die Aufmerksamkeit insbesondere der Marburger Studentenschaft erregen. Doch natürlich stellen wir uns alle die Frage: Was, wenn niemand kommt? Die ersten Studenten passieren unsere Aktionsfläche, die aus Empfang, Zellabstrich und Endkontrolle besteht. Neugierige Blicke treffen uns. Und dann ist er endlich da – der erlösende erste „Spender“. Nach und nach strömen jetzt immer mehr junge Leute zu uns, gerade nach Vorlesungsende kommen wir kaum noch hinterher und es bildet sich eine lange Warteschlange. Am Ende des Tages wissen wir alle: Die Anstrengung hat sich ausgezahlt. Die Wahrscheinlichkeit, dass unter den 697 neuen Registrierten tatsächlich jemand zur Spende herangezogen wird, ist gar nicht mal so gering. Und das ist doch eigentlich der Grund, weshalb wir Medizin studieren – um Menschenleben zu retten.

 

Aktion verpasst?  

Eine Typisierung ist auch ganz einfach dauerhaft in den lokalen Blutspendezentralen in Marburg und Gießen möglich. Dazu wird eine Blutprobe benötigt (ca. 10ml). Eine Registrierung ist auch während einer Blutspende möglich. Blut spenden könnt ihr übrigens auch während der sog. Campusspende, die in Marburg und Gießen wöchentlich in den Mensen stattfindet.

Weitere Infos findet ihr unter http://www.ukgm.de/ugm_2/deu/ugi_tra/12692.html

Falls wir euer Interesse für eine Aktion an eurer Uni geweckt haben und ihr Fragen bezüglich der Organisation habt, könnt ihr euch gerne an mich wenden: myriam.schumacher@thieme.de

 

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