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  • Alexander Schöllkopf
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  • 14.06.2024

Promotion an der LMU

Auch wenn die medizinische Promotion nicht verpflichtend für eine ärztliche Tätigkeit ist, so ist sie für die meisten Studierenden noch immer ein Muss. Spielst auch du mit dem Gedanken, an der medizinischen Fakultät der LMU zu promovieren? Alexander hat hilfreiche Infos für dich zusammengefasst.

 

 

Das wohl Wichtigste vorneweg: Die Zeiten, in denen sich eine Promotion in nur wenigen Monaten verfassen ließ, sind zumindest an der LMU vorbei. Die Promotionsordnung schreibt eine Forschungszeit von mindestens acht Monaten vor – und das in Vollzeit. Dies entspricht ziemlich genau einem Semester und den Semesterferien davor und / oder danach. 

Damit sich die Studiendauer angesichts dessen nicht zwangsläufig erhöht, ist der klinische Studienabschnitt an der LMU so strukturiert, dass eines der sechs klinischen Semester, das sog. „Modul 6“, keine Vorlesungen und Pflichtveranstaltungen enthält. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass die Stoffdichte in den anderen fünf Semestern der Klinik etwas höher ist.

Soweit die Theorie – in der Praxis sieht es jedoch oftmals anders aus. Nicht wenige Arbeitsgruppen verlangen eine Mindestforschungszeit von zwei Semestern. Zusätzlich zum Modul 6 muss also ein echtes Freisemester genommen werden, wodurch sich die Studiendauer doch verlängern würde. Verhandeln lässt sich da kaum etwas. Manchmal wird einer Weiterführung der Doktorarbeit in Teilzeit zugestimmt. Dies sollte man sich aber gut überlegen, da dann nur wenig Zeit für andere Dinge als Uni und Promotion bleibt.

Prinzipiell kann eine Promotion kumulativ oder als Monographie verfasst werden. Eine kumulative Promotion umfasst mindestens 2 in einem Fachjournal veröffentlichte Artikel, wobei mindestens eine Erstautorenschaft vorgewiesen werden muss. Eine Monographie besteht, wie der Name vermuten lässt, aus einer in sich abgeschlossenen Arbeit. Welches Verfahren zur Anwendung kommt, liegt vermutlich weniger in deiner Hand, und hängt vielmehr davon ab, wofür sich die Arbeitsgruppe entscheidet.

Als Besonderheit mit Blick auf die Pormotion an der LMU sei auf das Promotionsstipendium hingewiesen. Dieses umfasst eine Förderung von monatlich 500 Euro für den Zeitraum der Vollzeitforschung von acht Monaten. Es steht allen Medizinstudierenden der LMU zu, muss aber separat und vor allem zeitgerecht beantragt werden. Natürlich reicht dieser Betrag in einer so teuren Stadt wie München nicht aus, um alle monatlichen Kosten zu decken. Aber immerhin entschädigt es in Teilen für den Fleiß und Schweiß, den eine Promotion abverlangt.

Besonders zielstrebige und forschungsinteressierte Studierende sollten sich neben dem oben vorgestellten Weg zum Doktortitel mit dem sog. Förderprogramm für Forschung und Lehre („FöFoLe“) auseinandersetzen. Im Rahmen dieses Programms beschäftigen sich die Promovierenden mindestens zwölf Monate lang mit ihrem Forschungsvorhaben und erhalten im Gegenzug dafür eine monatliche Förderung von rund 850 Euro. Die teilnehmenden Labore wiederum erhalten bestimmte Fördermittel zur Anschubfinanzierung und für weitere Ausga-ben. 

Schätzungsweise ist der zeitliche Aufwand einer FöFoLe-Promotion höher als der einer klassischen Promotion an der LMU. Wer sich aber eine Karriere an einem Universitätsklinikum und / oder in der medizinischen Forschung vorstellen kann, ist bei FöFoLe mit Sicherheit gut aufgehoben.

Ich hoffe, dieser kurze Überblick über die Möglichkeiten einer medizinischen Promotion an der LMU hilft dir als erste grobe Orientierung. Jedes einzelne Verfahren bringt natürlich etliche Besonderheiten mit sich, die sich hier in Kürze gar nicht angemessen behandeln lassen. 

Egal, wofür du dich am Ende entscheiden wirst – allen gemein ist die Suche nach einem Thema, mit dem du dich eine nicht ganz unwesentliche Zeit intensiv auseinandersetzen wirst. Nur die wenigsten haben eine genaue Vorstellung vom Thema ihrer Promotion. Um mögliche Ideen zu sammeln, tausche dich einfach bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Dozierenden deiner Universität über deren Forschungsschwerpunkte aus. Die meisten finden so ein Thema, das sie interessiert, und zugleich eine Person, die die Promotion betreut.
 

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