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  • Celine Röder
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  • 03.07.2020

Wie meditieren im Unialltag hilft

Celine erzählt, wie ihr die Meditation im Unialltag hilft und warum du es unbedingt auch mal ausprobieren solltest.

 

Wenn es um Meditation geht, haben die meisten Menschen wahrscheinlich dieses Bild vor Augen:

Buddhistische Mönche in orangenen Gewändern sitzen auf dem Boden, die Beine im Lotussitz verdreht, laut "Ohmm" summend verharren sie schon seit Stunden in dieser Position - ein Ende noch weit und breit nicht in Sicht…

Bei dieser Vorstellung fragt man sich gut und gerne, ob das wirklich zur Entspannung beitragen kann.

 

Dabei gibt es andere Arten des Meditierens, die man ohne ins Kloster einzutreten (oder sich zu verrenken) erlernen und anwenden kann.

 

Das lateinische Wort „Meditatio“ vereint alles, was unter Sinnieren, Nachdenken und Überlegen fällt. Genauso breit wie der Begriff gefasst ist, sind auch die verschiedenen Formen der Meditation. Grundsätzlich möchte der Meditierende eine Form der inneren Ruhe finden, die unabhängig von äußeren Begebenheiten bestehen bleibt. Ziel ist eine gewisse Achtsamkeit in den Alltag mitzunehmen und dann im Laufe des Tages davon zu profitieren.

Wie ein Kommilitone und Freund von mir einmal angemerkt hat: „Manchmal vergesse ich morgens zu meditieren und dann fühlt sich der Tag einfach nicht richtig an.“

 

Wie meditiert man?

 

Natürlich kann man sich einfach hinsetzen und versuchen an nichts zu denken und nur den Atem zu spüren - wem danach ist, sollte das definitiv machen.  Für die meisten Menschen ist es jedoch einfacher, anfangs an die Hand genommen und mit Erklärungen unterstützt zu werden. Dafür bieten sich geführte Meditationen auf YouTube und Spotify an oder alternativ über Apps wie

Headspace und 10 Percent Happier.

 

Warum sollte ich anfangen zu meditieren und was kann ich mir davon erhoffen?

 

Es ist kein Geheimnis, dass uns manchmal alles über den Kopf wächst. Vorlesungen, Seminare, Praktika, viele Stunden in der Bibliothek, Prüfungen und gerne auch der Ersatz des Schlafes durch Kaffee sind Belastungen, die uns nicht nur körperlich, sondern auch geistig auszehren. Fügt man noch das Dauerbombardement durch die Nachrichten und Social Media, wenig Zeit für Sport und schlechte Ernährung hinzu, landet man als Studierender schnell in einer Tretmühle aus der man so leicht keinen Ausweg findet.

 

Der Weg der Entschleunigung scheint steinig, für mich hat sich aber das Meditieren (wie nichts anderes) bewährt.

Gerne fühlt sich eine Minute wie eine halbe Stunde an - eine Rarität in unserer schnelllebigen Welt in der alles nur so im Flug vorbeizieht.

Und auch das Selbstexperiment zeigt: 25 Minuten Meditieren scheint in einer anderen Zeitdimension zu passieren als in der gleichen Dauer eine Folge Netflix schauen.

 

Meine persönlichen Erfahrungen mit der Meditation sind ausschließlich positiver Natur. Meine Lebensqualität hat sich enorm verbessert, ich habe mehr Ausgeglichenheit und Balance und wenn mal etwas schief geht, sehe ich „nicht alles so eng“. Ich habe gelernt, die schönen Momente mehr zu schätzen und mir eine Auszeit zu nehmen, wenn ich unter Strom stehe, um dann wieder klarzukommen. 

Im Unialltag kann ich mich länger fokussieren, was nicht nur beim Lernen hilft, sondern viel mehr in der Freizeit, um wirklich bewusst abzuschalten.

 

Und auch die Wissenschaft gibt vielen Meditierenden Recht:

Die Harvard Medical School titulierte eine Studie „Eight weeks to a better brain“ und zeigte auf, dass Meditation nicht nur zur Entspannung beiträgt, sondern tatsächlich vielfältige Veränderungen im Gehirn hervorruft. Vergleichende MRT Bilder der Probanden vor und nach der Meditationsphase zeigten eine Zunahme der Gehirnsubstanz im Hippocampus - zuständig für Lernen und Erinnerungen - und gleichzeitig eine Abnahme in der Amygdala, welche Panik und Angst auslöst.

 

Wenn das auch den größten Skeptiker nicht überzeugt, dem rate ich es einfach mal auszuprobieren - man hat ja nichts zu verlieren.

Und wenn wir ehrlich sind: Wir könnten sicher alle etwas mehr Ausgeglichenheit und Entspannung in unserem Leben gebrauchen.

 

Quelle: https://news.harvard.edu/gazette/story/2011/01/eight-weeks-to-a-better-brain/

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