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  • Text und Fotos: Marlen Lauffer
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  • 23.10.2012

Das Via medici Lokalitreffen 2012

Ein Wochenende. Fünfzehn Mädels und Tobias. Zwei Workshops, gutes Essen, wenig Schlaf und ganz viel Spaß. Das war das Via medici-Lokalredakteurtreffen 2012.

"Ohne die Dampflok geht nichts. Denn sonst kommen weder Güterwagone noch die Passagierwägen ins Rollen." Einige Teilnehmer machen sich fleißig Notizen, andere hören gebannt den Worten von Susanne Stiefel zu. Diese vergleicht gerade das Schreiben einer Reportage mit dem Aufbau eines Zuges, wie sie täglich in Stuttgart am Hauptbahnhof eintreffen.

Es ist Samstagmittag, der 6. Oktober 2012. Medizinstudenten aus ganz Deutschland, der Schweiz und sogar Ungarn haben sich zum alljährlichen Lokalredakteurtreffen der Via medici im Gebäude des Thieme Verlags eingefunden. Ein ganzes Wochenende werden sie sich gemeinsam journalistisch fortbilden.

 

Schnappschuss der Via medici Lokalredakteure

 

Nach einer freundlichen Begrüßung durch das Team der Via Medici und der obligatorischen Diskussionsrunde sitzen nun alle Teilnehmer frisch gestärkt vom Kuchenbuffet im Konferenzraum und lauschen den Ausführungen von Susanne Stiefel, Mitbegründerin der "KONTEXT: Wochenzeitung", die gerade das Schreiben einer Reportage erklärt.

Viele sehen das Schreiben einer Reportage als Herausforderung. Für einen einfachen Lokalredakteur "viel zu großes Kino" hört man tuscheln. Der Rest hat sich mit dem Thema Reportage überhaupt noch nicht auseinander gesetzt. Eine gute Gelegenheit also, endlich mal den ersten Schritt zu wagen und zu erfahren, was eine richtige Reportage eigentlich ausmacht und mit welchen Tipps und Tricks das journalistische Werk gelingt.

So wird gute zwei Stunden anhand von Beispielen erklärt, was eine Reportage zur Reportage macht, welche Einstiege man wählen kann und wie der Autor es schafft, den Leser bei Laune zu halten. Zum Schluss sieht jeder ein, dass das Verfassen einer Reportage kein Hexenwerk ist. Und viele haben sich fest vorgenommen bald eine Reportage für Via medici online zu schreiben. Wie aus einem Springbrunnen sprudeln die Ideen für Reportage-Themen aus der Teilnehmern heraus.

 

Abendessen auf "medizinisch"

Etwas später beim Essen dreht sich das Tischthema rund um Transsexualität und Geschlechtsumwandlungen. Es stellt sich die Frage: Ist das nicht ein etwas ungewöhnliches Thema für ein Abendessen? Keinesfalls! - zumindest nicht unter Medizinstudenten. Hier bleibt niemand verschont und Ekel empfindet schon lange keiner mehr. Das Essen der "Küchenparty" können somit alle in vollsten Zügen genießen und die Lachmuskeln kommen auch nicht zu kurz.
Mit vollem Magen macht sich der Trupp anschließend zurück zum Hotel auf.

Das richtige Licht und fröhliche Gesichter

Am nächsten Morgen folgt nach dem leckeren Frühstück gleich der nächste Spaziergang. Es geht wieder den Berg hoch ins Verlagsgebäude zum zweiten Teil des Wochenendes.
Tobias ist übrigens der einzige Mann unter den Lokalredakteuren, der sich in diesem Jahr in Stuttgart eingefunden hat. Mit ihm sind noch 15 Mädels in die Rüdigerstraße zum Thieme Verlag gekommen, die teilweise weite Strecken auf sich genommen hatten, um mit von der Partie zu sein. Tobias scheint es aber nichts auszumachen, der Hahn im Korb zu sein. Er fühlt sich das Wochenende über sichtlich wohl. Kennt er ja auch schon die ein oder andere Teilnehmerin aus den vorangegangenen Jahren.

 

Run auf den Büchertisch

 

Als es jedoch an den Büchertisch geht, kann es Tobias kaum fassen, wie sich seine Kolleginnen benehmen: "Wie die Geier", beschreibt er den Überfall der Mädels auf die vielen Bücher.
Es ist eigentlich kaum zu glauben, wie viele Bücher in eine Handtasche passen, wenn man es nicht selbst einmal getestet hat. Gerade lagen vor den Teilnehmern an diesem Wochenende noch stapelweise Bücher, jetzt ist nur ein winziger Bruchteil davon übrig. Niemand mehr kann sich erbarmen, die letzten Heftchen auch noch in der eigenen Tasche verschwinden zu lassen.

Der Büchertisch in diesem Jahr war gut bestückt und es gab für die Teilnehmer mehr als genug zur Auswahl, dennoch fielen "die Raubtiere" wie wild über das Angebot her. Selbst wer vorher noch der Meinung war, in diesem Jahr wirklich keine neuen Bücher mehr zu brauchen, entschied sich schleunigst um und lud sich die Taschen voll.

Als das intellektuelle Festmahl vorbei und die Raubtiere zufrieden waren, kann die eigentliche Aufgabe des Tages beginnen. Kirsten Oborny hat für diesen Tag einen Fotoworkshop vorbereitet.

 

Mit der Kamera im Anschlag

Sie gibt während ihres Vortrages Tipps und Tricks für das Fotografieren von Gegenständen, Menschen und Situationen. Manch einer ist erstaunt, zu welchen Leistungen die eigene Kamera fähig ist und mit welchen einfachen Handgriffen selbst ein Amateur ein gutes Bild schießen kann. Da jeder Lokalredakteur seine eigene Kamera dabei hatte, konnte die Theorie zugleich in die Praxis umgesetzt werden. Kirsten Oborny hatte dazu viele verschiedene Stationen aufgebaut und natürlich ging es auch raus in die Natur.

 

Draußen ist das Licht zum Fotografieren am besten.

 

Neben dem fotografieren von Gegenständen, übten sich die Lokalredakteure zuletzt auch noch als Models und Regisseure. War es zuvor schon schwer, einen Apfel im richtigen Licht erscheinen zu lassen, muss der ein oder andere zugeben, wie viel anstrengender es ist, eine ganze Gruppe von Menschen zu fotografieren. Alle mussten ansprechend positioniert, zu einem freundlichen Gesichtsausdruck und offenen Augen ermahnt werden. Keine leichte Aufgabe.

 

Der Profi macht es vor: Kirsten Oborny fotografiert gerne aus ungewöhnlichen Perspektiven. So entstehen oft einzigartige Bilder.

 

Wenn es am schönsten ist

Nach der Pizzapause waren die Fototeams so richtig eingespielt und im ganzen Verlagshaus verstreut. Doch es leider tickte die Uhr und bald schon war es Zeit Abschied zu nehmen. Von Stuttgart, dem Thieme-Verlag, dem ViO-Team und besonders von Kolleginnen und Kollegen, die über das Wochenende zueinander gefunden hatten. Nicht jedoch, ohne das Versprechen abzulegen sich im nächsten Jahr zu selbigem Treffen wieder gemeinsam einzufinden und ein weiteres herrliches Wochenende zusammen verbringen zu dürfen.

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