• Bericht
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  • Katharina Rösmann
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  • 08.06.2009

Hygiene-Kurs im 5. klinischen Semester in Münster

Wie gehe ich als Arzt mit einem MRSA-Patienten um? Welche hygienischen Maßnahmen sind bei der Behandlung infektiöser Patienten zu beachten? Spätestens am Ende des Hygiene-Praktikums im Studienhospital Münster wissen alle Teilnehmer bestens Bescheid, wie sie mit diesen und ähnlichen Situationen im Stationsalltag umgehen müssen.

Racheninspektion in Schutzkleidung - Foto: K. Rösmann

Gut vorbereitet für den Krankenhausalltag

Das Hygienepraktikum findet im 5. klinischen Semester nach einem neuen Konzept im Studienhospital statt. Während der Praktikumstage lernen die Studierenden praktische Hygienemaßnahmen kennen, wie die hygienische und chirurgische Händedesinfektion, die Isolationsmaßnahmen bei infektiösen und immunsupprimierten Patienten und das hygienisch richtige Verhalten bei der Katheter-Anlage. Zudem werden die wichtigsten Schutzimpfungen thematisiert.

 

Dr. Alexander Mellmann erklärt die Theorie im Seminarraum Foto: Katharina Rösmann

 

Anhand von verschiedenen Szenarien lernen die Medizinstudenten die richtigen hygienischen Verfahrensweisen kennen. Am Ende des Praktikums haben sie damit nicht nur erfahren, wie Ärzte mit Infektionskrankheiten umgehen müssen, sondern auch welche Präventivmaßnahmen sie zum Schutz der Patienten und zu ihrem eigenen Schutz ergreifen sollten.

 

Die Studenten untersuchen mit Schutzkleidung und FFP3-Maske einen Tb-Patienten - Foto: Katharina Rösmann

Die Studentin führt einen Nasenabstrich durch - Foto: Katharina Rösmann

 

Der Unterricht findet in Kleingruppen an drei Praktikumstagen für je zwei Stunden statt. Zu Beginn jedes Praktikumstages gibt es eine Einführungsveranstaltung zum jeweiligen Themenschwerpunkt im Seminarraum des Studienhospitals. Begleitend und zur Vertiefung der Themeninhalte empfehlen die Dozenten, die Vorlesung zu besuchen. Zum Kurs wird ein Skript verteilt, in dem wichtige Inhalte des Praktikums enthalten sind.
Die praktischen Seminare werden von den Studierenden begeistert angenommen. Einzige Kritik der Studenten: Der Kurs komme im Studium eigentlich zu spät, weil die meisten Praktika und Famulaturen im Krankenhaus zu diesem Zeitpunkt bereits absolviert seien. Dieses Wissen über die hygienischen Grundlagen sollte daher bereits zu Beginn des Medizinstudiums ins Curriculum integriert werden.

Blutentnahme bei einem MRSA-Patienten - Foto: Katharina Rösmann

 

Leistungsnachweis

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um am Ende des Semesters den Schein zu erhalten:

  • Teilnahme an 3 praktischen Übungen im Studienhospital in Kleingruppen
  • Teilnahme am speziellen Seminar (4 Termine) in Kleingruppen und Erstellen eines Work-Outs „Hygiene“
  • Erfolgreiche Teilnahme an der MC-Klausur nach den Anforderungen der Medizinischen Fakultät

 

Wichtig: Bitte mitbringen

Zu den Praktikumstagen bitte ein Stethoskop und wenn vorhanden auch den Impfausweis mitbringen!

Bitte pünktlich zu Seminarbeginn (siehe Stundenplan) im großen Seminarraum des Studienhospitals erscheinen!

 

Betreuer und Ansprechpartner

Das Praktikum wird von folgenden Mitarbeitern des Instituts für Hygiene betreut, die als Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen gerne zur Verfügung stehen:

Zur Institutshomepage

 

Ausblick

In Zukunft wird das Praktikum noch um einige interessante Angebote ergänzt. Hierfür schafft das Institut extra neue Geräte an. Zur Überprüfung der Händedesinfektion kommt ein neues Gerät zum Einsatz, welches ermöglicht, dass die Studierenden die mit Hilfe eines Fluoreszenzfarbstoffes sichtbar gemachten Ergebnisse der Desinfektion über einen Beamer gemeinsam betrachten und in der Gruppe diskutieren können, ob die Händehygiene erfolgreich durchgeführt wurde. Im Rahmen der technischen Hygiene wird mit Hilfe eines Partikelzählgerätes demonstriert, wie Raumlufttechnische Anlagen überprüft werden und ob die Filter vorschriftsmäßig funktionieren.

 

 Die Studenten tragen einen Schutzkittel, einen chirurgischen Mund-Nasen-Schutz (P1) und eine Haube - Foto: Katharina Rösmann

 

Zur Kontrolle der Oberflächendesinfektion kommt ein Luminometer zum Einsatz. Es ist angedacht, den Bereich der allgemeinmedizinischen Studienpraxis miteinzubeziehen, indem den Studierenden dort vermittelt wird, auf welche hygienischen Aspekte in der Praxis zu achten und welche hygienischen Maßnahmen bei bestimmten Erkrankungsbildern in der Praxis zu treffen sind.

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