• Bericht
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  • Daniel Deuter
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  • 21.09.2011

Palliativtag 2011

Beim diesjährigen Palliativtag in Saarbrücken gab es Einiges zu erfahren: neben vielen Experten aus der Palliativmedizin meldeten sich auch zahlreiche Mitarbeiter aus Pflege und Ehrenämtern zu Wort. So lernte Daniel nicht nur, wie man richtig mit dem Thema Sterben umgeht, sondern konnte sich auch in vielen Diskussionsrunden mit anderen Teilnehmern austauschen.

Die Palliativ-AG des BVMD hatte für das Symposium kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten im Schwesterwohnheim am Klinikum Saarbrücken organisiert. Daher musste ich mich zum Glück nur noch um die Zugfahrt kümmern.

In Saarbrücken angekommen erfuhr ich zunächst, dass PD Dr. Schiessl aus Köln die Leitung für den Palliativtag hatte und die Veranstaltung ins Leben gerufen hatte. Dr. Schiessl ist selbst erfahrene Palliativmedizinerin und konnte uns daher aus erster Hand von ihren Erfahrungen berichten, die sie im Umgang mit unheilbar Kranken sammeln konnte.

Die Ärztin erzählte uns, dass die Palliativmedizin oft von Studenten und Ärzten verkannt oder sogar gemieden wird. Dabei ist die Thematik weder kompliziert oder zu medizinisch. Ich selbst bin angehender Medizinstudent und fand sämtliche Referate leicht verständlich und sehr gut nachzuvollziehen.

Nachdem Dr. Schiessl ihren Vortrag beendet hatte, wurden wir Studenten aufgefordert, untereinander über den neuen QB13 (Workshop zum Thema Palliativmedizin für Dozenten und Lehrkräfte) und dessen Umsetzung an den jeweiligen Hochschulen zu diskutieren.

Dabei waren sich viele Teilnehmer einig, dass der Bereich Palliativmedizin im Studium viel zu kurz kommt. Dabei wären alle bereit, mehr über Palliativmedizin zu lernen, viele äußerten auch, dass sie sich freuen würden, wenn das Thema im Studium stärker berücksichtigt würde.

 

Viele Einblicke

Während meines Aufenthalts in Saarbrücken hielten Experten zahlreiche Vorträge zu medizinischen, theologischen und ethisch-moralischen Themen rund ums Sterben. Da neben Medizinern auch viele Ehrenamtsmitarbeiter und Pflegekräfte vor Ort waren, konnte ich mir auch deren Sicht auf die Dinge anhören.

Ein weiterer Referent klärte uns über die grundlegende juristische Bewertung der Palliativmedizin auf, also in welchen Fällen von Erlösung oder sogar von Euthanasie die Rede ist.

 

Vernunft versus Hippokratischer Eid

Als ich mich während der Vorträge und Diskussionsrunden zu Wort meldete, waren viele Teilnehmer erstaunt, dass ich schon als Abiturient auf einen Palliativkongress gehe. Aber ich finde Palliativmedizin ist ein wichtiger Aspekt im ärztlichen Alltag, da besonders die Studienbeginner im Pflegepraktikum oft mit dem Tod konfrontiert werden.

Wenn ein Patient stirbt, sehen vermutlich viele, insbesondere die Angehörigen, die Schuld im Versagen des Arztes. Der Kongress konnte jedoch sehr anschaulich vermitteln, wo die Grenzen des ärztlichen Handelns liegen und dass in manchen Fällen die Maximaltherapie eines schwerkranken Patienten einfach keinen Sinn macht.

Ich persönlich finde, dass es zu der Ausbildung eines guten Arztes gehört, den richtigen Umgang mit dem Sterben zu erlernen.

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