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  • Antonia Greb
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  • 31.01.2014

Infos zum Studium an der PMU

Überlegst du, dich an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU) zu bewerben? Hier gibt es alle wichtigen Infos zur Uni.

 

Studenten lernen - Foto: istockphoto

Foto: istockphoto

 

Es ist wieder soweit: Mit Jahresbeginn hat die Bewerbungsfrist an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg (PMU) begonnen. Diese Woche fand der „Tag der offenen Tür“ für Studiumsinteressierte statt und bis Ende März stellt sich nun die Frage: „Soll ich mich bewerben?” Allem voran die Antwort: „Ja, auf jeden Fall!” Das Medizinstudium ist es allemal wert, auch wenn es an der PMU teilweise etwas stressiger zugeht als an den öffentlichen Fakultäten. Doch in Zeiten völlig absurder NC-Anforderungen (in Deutschland) und hart umkämpfter Einstiegsplätze (in Österreich), schadet es garantiert nicht, sich mehrere Optionen offen zu halten. Hier ein paar Hinweise, die mir vor zwei Jahren sicherlich sehr hilfreich gewesen wären, um zu wissen, was mich an der PMU erwarten würde.

  

Was ich damals selbst gern gewusst hätte

Vor die Wahl für oder gegen das Studium an der PMU gestellt, sollte man wissen, dass es an der PMU eine Anwesenheitspflicht gibt. Das kommt so ziemlich dem Schulalltag gleich und bedeutet, durchschnittlich acht Stunden täglich an der Uni zu verbringen – und dadurch relativ wenig Freizeit zu haben. Doch das Studium an der PMU birgt auch Vorteile, schließlich ist man schon nach fünf Jahren fertig.

 

Die Vorlesungszeit

Wer Medizin studiert, muss viel Zeit investieren. Das ist nichts Neues. Aber den ganzen Tag an der Uni verbringen zu müssen, unabhängig davon, ob man einen Nutzen für sich daraus zieht, ist an den meisten Fakultäten eher die Ausnahme. Nicht so an der PMU und das unterscheidet den Studienalltag hier auch so sehr von anderen Studienplätzen. Ob der persönliche Lerneffekt in den Vorlesungen groß oder die Veranstaltung überhaupt sinnvoll ist, spielt dabei kaum eine Rolle, denn die Anwesenheit wird von manchen Dozenten akribisch überprüft. Die Konsequenzen unentschuldigter Fehlzeiten, so droht die Uni, können darin bestehen, Extraarbeiten nachreichen zu müssen oder erst gar nicht zu Prüfungen zugelassen zu werden. Letzteres scheint jedoch nur sehr selten der Fall zu sein.

Ob Schule, Uni oder Auslandssprachkurs, jeder kennt es: Es gibt unglaublich tolle, motivierende Lehrende, die geradezu eine Begabung dafür haben und die offenbar eine enorme Erfüllung darin finden, ihr Wissen an andere weiterzugeben. Doch es gibt auch solche Dozenten, die nicht jeden begeistern. Dass es keinen Sinn macht, Studierende zu zwingen, auch in diesen Veranstaltungen anwesend zu sein, liegt auf der Hand. Es ist zuweilen sogar völlig absurd, wenn Studenten die Zeit zum effektiven Lernen fehlt, und kontraproduktiv, weil Anwesende, die nichts aus der Vorlesung mitnehmen, dazu tendieren, die übrigen sowie das Arbeitsklima zu stören. Immer wieder beschäftigt das Thema daher Studierende und Unileitung, doch sollte man wissen, dass sich innerhalb der letzten 10 Jahre an der Anwesenheitspflicht nur sehr wenig geändert hat: Immerhin beträgt sie im lernintensivsten dritten Jahr nur noch 65%. Doch für die ersten zwei Studienjahre besteht relativ wenig Hoffnung, dass die Unileitung ihre Ansicht ändert und die zu 85% verpflichtende Anwesenheit reduziert (bei Praktika sogar 100%). Das kann manchmal sehr ärgerlich sein, vor allem vor Prüfungen. Wer also weiß, wie er am besten lernt und gerne eigenständig darüber entscheidet, wie er seine Lernzeit einteilt, dem sollte vorab klar sein, dass das an der PMU nur sehr beschränkt, zuweilen auch nur nachts möglich ist. Gut, dass wir ausführlich über Burn Out-Prophylaxe informiert werden.

 

Freizeit: Studentenjob und Hobbies

Es ist eigentlich nur logisch, dass man nicht so viel Freizeit wie andere Studierende hat, wenn man das Medizinstudium in fünf Jahren absolvieren möchte. Das bedeutet, dass es sehr schwer oder fast unmöglich ist, das Studium mit einem Studentenjob zu verbinden. Wer also darauf angewiesen ist, nebenbei etwas Geld zu verdienen, sollte sich am besten früh darüber informieren, wie das mit dem Studienalltag vereinbar ist. Es ist durchaus möglich: Kommilitonen bieten bei entsprechender Begabung nebenbei Sportkurse an oder spielen bei Konzerten mit und die Sitzwachen-Dienste an der Salk sind heißbegehrt. Doch die typischen Studentenjobs in Gastronomie oder auf Messen sind seltene Ausnahmen unter PMU-Studenten. Einige sind auf das Geld auch gar nicht angewiesen.

Das ist gleich doppelt schade: Man verfügt nur über wenig oder gar kein selbst verdientes Geld und man verzichtet auch auf eine relativ einfache Möglichkeit, Leute außerhalb der Uni kennenzulernen. Natürlich hat man es immer selbst in der Hand, aber der Großteil des sozialen Lebens der meisten Studierenden spielt sich innerhalb der PMU ab. Ein kleines Biotop.  

 

Jahrgang im Klassenformat

Leider bietet sich an der PMU kaum die Möglichkeit, Kurse zu wählen. Fast alle Lehrveranstaltungen finden im Jahrgangsverband statt. Das bedeutet, dass man den ganzen Tag mit denselben 49 Kommilitonen verbringt, was durchaus anstrengend sein kann. Doch scheint sich hier tatsächlich etwas zu tun: Die Unileitung überlegt derzeit, eine Art Studium generale anzubieten. Dann wäre es möglich, bestimmte Wahlpflichtfächer nach Gusto zu belegen und zwar jahrgangsübergreifend zwischen dem 2. und 3. Studienjahr. So würde sich die Möglichkeit ergeben, die Leute aus dem jeweils höheren oder tieferen Jahrgang zum Beispiel im Medical English-Kurs besser kennenzulernen.

 

Auslandsaufenthalt

Die PMU wirbt offensiv mit ihrer Internationalität und viele Studierende können es schon zu Studienbeginn kaum erwarten, Famulaturen und/oder Forschungstrimester im Ausland zu verbringen. Doch sollte man wissen, dass es bis frühestens Mitte/Ende des vierten Studienjahres kaum möglich ist, viel Zeit im Ausland zu verbringen – abgesehen natürlich von privat organisierten Aufenthalten während der kurzen Ferien. Im vierten Jahr kann man dann aber das Forschungstrimester im Ausland absolvieren und im fünften Jahr sogar 2/3 der Klinikzeit in Form von Famulaturen, so die neue Regelung. Also nicht enttäuscht sein, wenn die Zeit in Salzburg zuweilen sehr lang erscheint. Immerhin kannst Du ganzjährig Touristen aus aller Welt in der Getreidegasse begegnen.

 

Lohnt es sich?

Das Studium ist also stressig, teuer und noch dazu wird das Schulfeeling mitgeliefert, also jede Menge Frontalunterricht mit Anwesenheitspflicht. Für wen lohnt es sich? Es lohnt sich für all jene, die innerhalb von nur fünf Studienjahren fertig sein wollen, d.h. die vielleicht ein bisschen älter sind, weil sie schon lange vergeblich auf einen Studienplatz warten; für alle, die bereits ein Studium abgeschlossen haben, und natürlich auch für all jene, die – warum auch immer – meinen, sie müssten möglichst früh in den Arztberuf einsteigen, um in ihrem Leben mehr als 50 Jahre berufstätig zu sein. Doch es gibt noch weitere gute Argumente, die für ein Studium an der PMU sprechen.

 

Niedriger Professoren-Studenten-Schlüssel

An keiner öffentlichen medizinischen Fakultät werden so wenige Studierende von je einem Professor betreut. Im Präpsaal stehen wir maximal zu siebt am Tisch. Besonders engagierte Dozenten bleiben gerne mal länger, um eine Struktur näher zu erläutern, sind schnell per Mail oder sogar direkt in ihrem Büro zu erreichen. Wir haben Professoren, die auch schon mal ein Modell, einen echten Schädel und selbst die eigenen Bücher ausleihen, sofern es die Prüfungsvorbereitung erleichtert. Histologiepräparate können wir unter dem Mikroskop auch außerhalb der Vorlesungen untersuchen und, wenn mal was nicht klar ist, stehen die besten Professoren beinahe jederzeit für Rückfragen zur Verfügung. Es gibt sogar solche, die sich über das Interesse ganz besonders freuen. Einige Kliniker laden uns direkt zu Laborbesichtigungen ein. Und seit der Neubau auf der anderen Straßenseite steht, ist es noch attraktiver, das Forschungstrimester an der PMU zu verbringen und so noch ein bisschen länger auf die langersehnte Zeit im Ausland zu warten.  

 

Reine Geschmackssache!

Wie alles im Leben wird natürlich auch das Studium an der PMU von den Studierenden komplett unterschiedlich bewertet. Vielen Studenten gefällt es wahnsinnig gut, sie haben Freunde fürs Leben gefunden, identifizieren sich mit der Uni und gründen Freizeit-AGs. Manche wollen am Ende des Studiums gar nicht mehr weg aus Salzburg. Um herauszufinden, ob es einem gefällt, muss man es einfach wagen. Entscheidest du dich für ein Studium an der PMU, solltest du es mit vollem Einsatz tun. Das geht nur, wenn man eine realistische Vorstellung davon hat, was einen erwartet.

 

Noch ein paar Tipps für die Bewerbung

Bevor ich das Postfach voller Mails mit FAQs habe, hier noch ein paar Tipps für die Bewerbung: Sei ganz du selbst, verstell dich nicht, sei selbstbewusst und versteck deine Talente nicht, versuche aber auch nicht, zu dick aufzutragen. Das kommt nicht gut an. Versuche, im Motivationsschreiben (vor allem für dich selbst) zu beantworten, warum du Medizin studieren möchtest und warum du unbedingt an die PMU willst. Immer noch motiviert? Dann wünsch ich dir ganz viel Glück für die Bewerbung!  

 

Hier gibt's alle Infos zum Aufnahmeverfahren:

http://www.pmu.ac.at/studium/humanmedizin/aufnahmeverfahren.html

 

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