• Bericht
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  • Sebastian Sennock
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  • 15.01.2014
  • Der Simulationsnotfallwagen SIMON - Foto: Pressestelle des Studiendekanats

    SIMON in Betrieb: Simulation von Notfällen unter authentischen Bedingungen. (Foto: Pressestelle des Studiendekanats Uni Tübingen)

     
  • Die Steuereinheit des Simulators - Foto: Pressestelle des Studiendekanats

    Hier laufen alle Fäden zusammen: Die Steuereinheit des Simulators. (Foto: Pressestelle des Studiendekanats Tübingen)

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Der Tübinger Simulationsnotarztwagen SIMON geht an den Start

Seit Dezember 2013 profitieren Tübinger Medizinstudenten von einem einzigartigen Projekt. Am Simulationsnotarztwagen SIMON können sie ab sofort in einer authentischen Umgebung Notfallsituationen trainieren – sogar mit Liveschaltung in den Vorlesungsaal.

Viele Medizinstudenten fürchten sich davor: der erste Notfall! Plötzlich muss alles ganz schnell gehen, rasches und effektives Handeln ist gefragt. Um in kritischen Momenten richtig zu reagieren, hilft nur eins: Übung. Dabei ist es bekannt, dass sich Trainingsinhalte sehr viel besser in der Praxis anwenden lassen, wenn in einem möglichst authentischen Umfeld geübt wurde.

Bei einem Treffen der studentischen Arbeitsgruppe Notfallmedizin (AGN) im Jahr 2012 kam die Frage auf, wie sich so ein authentisches Umfeld zu Übungszwecken ermöglichen ließe. Aus diesen Überlegungen entstand die Idee für ein deutschlandweit einzigartiges Projekt: Wie wäre es, wenn man zur Übung einen modernen Rettungswagens nutzen könnte, ohne dass man dafür ein ganzes Fahrzeug anschaffen muss?

Mit Hilfe der Fakultät, zahlreicher Lehrender aus den verwandten Fachbereichen und mehr als 1.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurde der Simulationsnotarztwagen SIMON in einen Raum des Tübinger Lehr- und Lerngebäudes eingebaut. Nach acht Monaten war es dann im Dezember 2013 soweit und SIMON wurde feierlich eingeweiht.

Ausgestattet ist SIMON mit allem was das Notfallmedizinerherz höher schlagen lässt. Vom modernen Beatmungsgerät über eine Rettungsliege zum 12-Kanal-EKG mit Defibrillator. Eben alles was man “draußen” auch zur Verfügung hat.

Kernstück ist natürlich auch bei SIMON der Patient. Dabei handelt es sich um eine moderne Simulationspuppe, die sich aus dem Nachbarraum fernsteuern lässt. Ableitung der Vitalparameter, wie EKG und Sauerstoffsättigung des Blutes, lassen sich genauso simulieren wie Intubation und Beatmung. Damit ergibt sich die Möglichkeit realitätsnah typische Notfallsituationen und deren Management zu üben. Dazu ist SIMON nicht nur mit der medizinischen Technik ausgestattet, sondern auch mit Kameras und Mikrofonen. Die Aufnahmen stehen dann für die Besprechung der Simulationen zur Verfügung.

Die Studioausstattung macht es auch möglich SIMON für Liveübertragungen z.B. in Vorlesungen zu nutzen. Wie bei den beliebten Liveübertragungen aus dem OP-Saal kann in Zukunft die trockene Theorie mit Livebeispielen aufgewertet werden.

Die Voraussetzungen sind also bestens. Jetzt kann SIMON Schritt für Schritt in die klinische Ausbildung integriert werden. Wie viele Tübinger Medizinstudenten freue ich mich auch schon auf meinen ersten Einsatz als Simulationsnotarzt.  

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