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  • Laura Trif
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  • 30.03.2021

So meisterst du die Naturwissenschaften

Die Naturwissenschaften gehören bei vielen Medizinstudierenden zu den gefürchteten Fächern in der Vorklinik – besonders, wenn man in der Oberstufe keine Naturwissenschaften belegt hat. Auch ich hatte etwas Bammel. In Tübingen kommen die Fächer Biologie, Chemie und Physik gleich im ersten Semester auf dich zu. Wie du dich am besten durchschlängelst, erfährst du hier.

 

 

Die gute Nachricht vorab: Du kannst die Naturwissenschaften meistern, egal, wie weit die Schule zurückliegt oder wie schlecht du vielleicht in den Fächern gewesen bist. Es wird in allen Fächern bei Null gestartet. Wenn du also Zeit investierst und es wirklich willst, dann klappt das!

Als ersten Tipp kann ich dir geben, dass du dir die Vorlesungen in jedem Fall einmal anschauen solltest. Und dann entscheiden: Bringt mir die Vorlesung wirklich etwas? Sind die Erklärungen der Dozenten für mich verständlich? Oder kann ich mir den Stoff vielleicht alleine bzw. mit anderen Materialien effektiver aneignen? Ich kann aus Erfahrung sprechen, dass es als Ersti oft nicht leicht fällt, Vorlesungen auszulassen, weil schnell das Gefühl aufkommt, man würde etwas verpassen. Doch das ist nicht der Fall. Und es gibt so viele Materialien, von dicken Wälzern bis hin zu Kurzlehrbüchern und  Online-Medien, die den Stoff anschaulich und verständlich vermitteln. Sei also ehrlich mit dir selbst. Eine gute Hilfe können auch Tutoren sein, die den Stoff nochmal durchgehen und Klausuraufgaben besprechen. Das wurde in Tübingen zum Beispiel in Chemie angeboten.

Zusätzlich zu den Vorlesungen gibt es zu jedem Fach der Naturwissenschaften ein Praktikum, was in Tübingen bereits im 1. Semester abgehakt wird.  In Chemie und Physik muss man Protokolle anfertigen, die auch abgegeben werden müssen. Das wird oft als Zusatzbelastung empfunden. Es lohnt sich, wenn du dich mit den Themen und Aufgaben der Protokolle auseinandersetzt, weil diese auch eine gute Übungsmöglichkeit bieten können. Vor allem in Chemie ist auch das Praktikum Gegenstand der Klausur.

Besonders wichtig ist die Nachbereitung bzw. die praktische Anwendung des Prüfungsstoffes. Es reicht nicht, sich nur den Stoff anzueignen, man muss ihn auch anwenden lernen. Oft sind die Klausuren in den Naturwissenschaften nicht nur im Multiple-Choice-Format, sondern auch offene Fragen werden gestellt. Deshalb ist es wichtig, früh genug mit dem Üben bzw. Rechnen zu beginnen. Denn wie sagt man so schön: Übung macht den Meister. Und das ist vor allem in Chemie und Physik wirklich zutreffend. Wenn du einen Zugang zu Altklausuren hast, nutze diesen unbedingt. Denn so bekommst du ein Gefühl für die Aufgabenstellungen und die Art der Fragen. Und wenn du Glück hast, begegnest du in der Klausur sogar ein paar Altfragen. Zum Besprechen der Aufgaben tust du dich am besten mit ein paar Kommilitoninnen und Kommilitonen zusammen. So kann man sich gut austauschen und bekommt zusätzlich andere neue Herangehensweisen mit.

Noch ein paar Tipps zu den einzelnen Fächern: 

Biologie

Hier werden nur Multiple-Choice Aufgaben vorgelegt, und man einen großen Vorteil: In Biologie wird ein umfangreicher Fragenkatalog bereitgestellt, mit dem man üben kann. Und das solltest du unbedingt tun! Nicht nur, weil einige Fragen aus diesem Katalog auch in der Klausur auftauchen werden, sondern auch, um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Informationen für die Klausur besonders wichtig sind.

Physik

Du darfst in die Prüfung eine handgeschriebene Formelsammlung mitnehmen. Das ist wirklich Gold wert! Mach dir also frühzeitig Gedanken darüber, was du in deine Formelsammlung schreiben möchtest, denn da bist du völlig frei. Am besten, sie ist ein paar Tage vor der Klausur fertig, damit du auch noch ein bisschen mit ihr üben kannst und somit besser weißt, wo sich welche Themen befinden. Auch in Physik werden die Klausuren der letzten Jahre veröffentlicht, das ist auf jeden Fall die beste Übungsgrundlage.

Chemie

Meist werden offene Fragen zum Praktikum gestellt  das war aber im Wintersemester 20/21 nicht der Fall - der Großteil sind MC-Fragen zu den Themen Anorganik und Organische Chemie. Hier gibt es einige Themen, die du sehr gut lernen kannst, besonders in der Organik. Und es schadet nicht, sich die Versuche des Praktikums noch einmal anzuschauen.

Und zuguterletzt: Nicht verzweifeln – viele Studierende haben am Anfang Probleme mit den Naturwissenschaften. Und wenn es dann ans Aufgaben lösen geht, kann einem die Situation schnell mal aussichtslos vorkommen. Aber regelmäßiges Üben bringt wirklich viel. Manchmal braucht es einfach etwas Zeit, bis man in diesen Fächern durchsteigt. Also bleib unbedingt dran, es lohnt sich!

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