• Bericht
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  • Myriam Frick (aktualisiert von Tobias Herbers), Fotos: Simon Traub
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  • 21.12.2012

Teddy Klinik in Tübingen

Im Wartezimmer stapeln sich die Patienten. Hier ein Krokodil mit Zahnschmerzen, dort ein Bär mit Bauchschmerzen und am Ende des Ganges sogar ein Löwe mit gebrochener Pfote. Hier ist nicht die Rede von einer afrikanischen Tierklinik sondern von der Tübinger Teddy Klinik. In der von Medizinstudenten organisierten Veranstaltung können Kindergartenkinder ihre Stofftiere untersuchen lassen. Dazu schauen die Teddy Docs sogar direkt im Kindergarten vorbei und wollen den Teddyeltern die Angst vorm Arzt nehmen.

In dem ursprünglich aus Skandinavien stammenden Projekt sollen Kindergartenkinder spielend die Angst vorm Arzt verlieren. Dabei steht zunächst nicht das Kind selber im Mittelpunkt der Behandlung sondern sein geliebtes Stofftier. Egal ob es um Impfungen oder um einen missglückten Fahradfahrversuch geht – in der Tübinger Teddy Klinik wird jedes Stofftier verarztet. Die von Medizinstudenten organisierte Veranstaltung findet dabei sowohl in der Tübinger Kinderklinik als auch in kooperierenden Kindergärten statt. Unter der Schirmherrschaft von Frau Prof. Dr. Krägelohn-Mann konnten die Tübinger Teddy Docs nun schon über zwanzigmal Tiere aus der ganzen Stadt untersuchen. Das Highlight jeder Untersuchung ist meistens „die Spritze“, die jedes Stofftier während seiner Behandlung bekommt. Die meisten Teddys verhalten sich dabei sehr tapfer und sind so ein Vorbild für ihre Besitzer.

 

Elefant "Jumbo" bei der Untersuchung

 

Das Team

Das Tübinger Teddy Team besteht aus ungefähr vierzig Medizinstudenten verschiedener Semester. Unterstützt werden diese u.a. durch die Firmen „Karl Storz Endoskopie“ und „MLP Versicherungen“ welche dem Projekt als Sponsoren zur Seite stehen. Die genaue Vorgehensweise bei den Fällen wurde zuvor in enger Zusammenarbeit mit der chirurgischen Ambulanz der Universitätsklinik erarbeitet. Und damit diese auch adäquat umgesetzt werden können haben die Teddydocs alles dabei was man für eine echte Untersuchung braucht. Hierzu gehören weiße Kittel, Spritzen, Handschuhe, Reflexhammer und natürlich auch bunte Kinderpflaster. Seit dem Jahre 2002 findet die Teddyklinik jedes Jahr statt und Docs werden immer gebraucht. Wer zum ersten Mal dabei ist, der macht am besten beim Teddydoctraining mit, bei dem man alle wichtigen Handgriffe beigebracht bekommt. Mitmachen kann und darf wirklich jeder, der Freude am Umgang mit Kindern hat, bereits in der Vorklinik.

Weitere Informationen zum Mitmachen gibt es unter folgendem Link:

Teddybärklinik Tübingen

 

Hier ist alles in Ordnung.

 

Die Untersuchung

Gerade kommt Stefan mit seinem Teddy Max zur Untersuchung in die Klinik. Zum Glück hat Max nur eine Erkältung. Um die Diagnose zu stellen schaut ihm Obärärztin Kathrin in die Ohren und den Mund. Stefan kennt das vom Kinderarzt. Normalerweise heult er vor Angst immer los, wenn er den Ohrtrichter sieht. Doch heute wird sein Teddy untersucht, und Stefan kann in aller Ruhe zusehen und sich alles erklären lassen. So schlimm scheint das Ganze ja gar nicht zu sein.

Wenn Stefan das nächste Mal zum Kinderarzt muss, wird er nicht weinen - außer vielleicht ein bisschen beim Impfen. Das hat er sich fest vorgenommen. Denn jetzt weiß er, was da auf ihn zukommt und er muss nicht mehr soviel Angst haben. Max bekommt noch ein paar Antibiotibär-Tabletten verschrieben, weil die Ohren doch ein wenig entzündet sind. "Smarticin" hilft da besonders gut. Stefan muss darauf achten, dass Max in der nächsten Woche nicht ohne Schal und Mütze auf den Spielplatz geht. Sonst ist alles in Ordnung. "Gute Besserung!" wünscht die Obärärztin. "Der Nächste bitte!"

 

Es wird alles wieder gut!

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