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  • Janine Hansmann
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  • 17.10.2012

Der Leistungsnachweis K1

K1 - klingt wie ein Codewort. Doch was verbirgt sich dahinter und womit muss der Ulmer Student dabei rechnen?

Ein Buchstabe und eine Zahl für satte fünf verschiedene Fächer. Mikrobiologie, Immunologie, Virologie, Transfusionsmedizin, Pharmakologie und Toxikologie werden im Zuge dessen innerhalb des 5. und 6. Semesters abgearbeitet.

Fünf schriftliche Klausuren mit variabler Anzahl von Fragen, dazu eine mündliche Prüfung in Mikrobiologie und drei Praktika (Mikrobiologie, Virologie und Transfusionsmedizin) stehen an. Klingt nicht nur viel, ist auch zeitlich nicht zu verachten.

 

Mikrobiologie - Die Lehre von kleinen Plagegeistern

Leiter des mikrobiologischen Instituts ist Prof. Dr. Steffen Stenger, der den Großteil der Vorlesungen hält und mit voller Begeisterung am Werk ist. Die 45 Minuten morgens lohnen sich aber nicht nur wegen des großen Unterhaltungswertes. Beim Nacharbeiten merkt man bei der Vielzahl der Erreger auch ganz genau, welche man stur auswendig lernen muss und welche man dank der anschaulichen Vorlesung einigermaßen verknüpfen kann. Dadurch kann man unterm Strich wertvolle Zeit sparen.

Die Vorlesung arbeitet Systeme wie zum Beispiel den Atmungstrakt oder das Urogenitalsystem mit ihren häufigsten bakteriellen Erregern ab. Danach folgen Parasiten und Pilze.

Das meiste hiervon wird auch im mikrobiologischen Praktikum bearbeitet, das im Histologiesaal stattfindet, den ein jeder noch aus dem zweiten Semester kennt. Auf den verschiedenen Nährböden werden Kolonien von Klebsiella und das "Schwärmen" des Proteus begutachtet. Außerdem lernt man, dass nicht alles, was mit "Schoko" beginnt genauso lecker ist. Besonderen Eindruck hinterlässt auch der "Helminthentag".

Auf die mündliche Prüfung am Ende des 6. Semesters, in dem beide Semester Gegenstand sind, lohnt es sich mittels Übersicht über alle in der Vorlesung behandelten Erreger und insbesondere den Altfragen zu lernen. Gefragt wird anhand fiktiver Patientenfälle und eines kleinen praktischen Teils, bei dem man mikroskopieren, einen Nährboden beurteilen oder auch einen Immunoblot auswerten darf. Maximal 10 (beziehungsweise 11 bei herausragender Leistung) Punkte sind zu erreichen.

Weitere 5 Punkte kann man sich im Mikrobiolgie-Seminar einheimsen, dessen Thema man über das Corona-System selbst wählen kann.

 

HAV, HBV, HCV, HDV, HEV

Die Vorlesungen in Virologie werden von verschiedenen Dozenten gehalten. Jeder referiert über sein Spezialgebiet wie zum Beispiel Meningitisviren, Viren, die in der Schwangerschaft gefährlich werden, hämorrhagische Fieber-Viren und vielen mehr. Ansprechpartner der Virologie ist Prof. Dr. Thomas Mertens.

Leider sind die Skripte, die online gestellt werden, meist ohne Bildmaterial oder Abkürzungsverzeichnis, was das Nacharbeiten ohne in der Vorlesung gewesen zu sein oft mühsam macht.

Ich selbst empfand die Virologie als sehr, sehr spannendes, aber zugleich endloses Fach. Die gewöhnliche Anzahl an Wiederholungen hab ich weit überstiegen und trotzdem fühlte ich mich in den Klausuren oft wie beim fröhlichen Ratespiel.

Über die Notwendigkeit des Praktikums wurde stark diskutiert. Auch wenn Praktika zeitaufwändig sind und meist dann stattfinden, wenn es ohnehin stressig ist, finde ich es gut, zum Beispiel mal ein ELISA-Assay (Enzyme Linked Immunosorbent Assay) gesehen zu haben.

 

Pharmakologie und Toxikologie - kleine Mittel mit großer Wirkung

Die Vorlesungen werden von verschiedenen Dozenten gehalten, deren Skripte alle vor oder nach der Vorlesung online gestellt werden. Allerdings wird das Toxikologie-Skript durch Tafelbilder ergänzt, die geprüft werden. Daher ist die Anwesenheit während der Vorlesung ratsam.

Zusätzlich darf man zwischen Pharma-POL und dem Pharma-Seminar wählen. Während im Seminar Referatsthemen verteilt und frontal vorgetragen werden, geht es im "Problemorientierten Lernen" darum, anhand fiktiver Patientenfälle die entsprechende Medikation innerhalb einer Gruppe á 10 Studenten zu erarbeiten. Natürlich geht auch das nicht ohne Vorbereitung. Für mich war POL optimal, so dass ich mir auch die eine oder andere Pharmavorlesung sparen konnte. Bei guter Mitarbeit sind 5 Zusatzpunkte für den K1 Leistungsnachweis durch POL möglich.

Ansprechpartner in Pharma ist Prof. Dr. Klaus Gietzen.

 

Weniger intensiv behandelt - Immunologie und Transfusionsmedizin

Immunologie wird komplett von Herrn Prof. Dr. Fehling gehalten. Seine Vorlesung ist Gold wert und die Skripte gehören zu den besten, die ich in meiner bisherigen Unizeit genutzt habe.

Transfusionsmedizin findet nur im 6.Semester statt. Die Vorlesung habe ich aus Zeitgründen ein Mal besucht, dafür aber im Praktikum aufgepasst. Letzteres war anschaulich und bei all dem Anti-A, 0-negativ, B-positiv und so weiter ein bisschen Denkarbeit gefragt. Daher verging die Zeit auch relativ schnell.

Zu diesen beiden Fächern werden in den Klausuren weniger Fragen gestellt, wobei diese dann mit in die Mikrobiologienote zählen. Ich habe mein Hauptaugenmerk auf Mikrobiologie selbst, danach Virologie, dann Immunologie und zuletzt Transfusionsmedizin gelegt und bin damit ganz gut gefahren, ohne irgendetwas völlig außer Acht gelassen zu haben.

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