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  • Romeo Rieker
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  • 08.08.2016

Das zweite Semester in Ulm - Zwischen Biochemie, Medis und Schwörmontag

Im zweiten Semester musst du wieder ein paar echt saftige Prüfungen hinter dich bringen. Daneben erwarten dich aber auch zwei ganz besondere Events in Ulm, die dich garantiert entschädigen und die du dir keinesfalls entgehen lassen solltest.

Die Medimeisterschaften 2016 standen unter dem Motte #NurLiebe. © Björn-Ole Bast

Medimeisterschaften - Mein erstes Mal

Jedes Jahr findet ein besonderes akademisches Sportturnier mit Musik und Tanz statt. Diese nun schon langjährige Tradition – besser bekannt als Medimeisterschaften - ist im Kalender aller Medizinstudenten in ganz Deutschland fett markiert. Gestartet als Fußballturnier unter den Medizinischen Fakultäten, sind die Medimeisterschaften heute zu einem mehrere tausend Mann und Frau starken Festival gewachsen.

An mehreren Stages auf dem Festivalgelände kann man nach Lust und Laune feiern, am Pool mit Beachvolleyballfeld chillen, sich an diversen Essensständen stärken oder einfach in der Sonne liegen und den Rausch (der Endorphine) genießen - ach ja und Fußball wird natürlich auch noch gespielt. In diesem Rahmen kannst du natürlich auch super andere Medizinstudenten und -Studentinnen kennen lernen, alles unter dem Motto #NurLiebe, das seiner Bedeutung sicher mehr als gerecht wird.

Der Zeitpunkt, an dem du zum ersten Mal von den „Medis“ hören wirst, wird höchstwahrscheinlich (wie bei mir) mit dem der anstehenden Histo- und Physiologieprüfung zusammenfallen. Wie jedes Jahr werden viele dem Lernstress nachgeben und das Wochenende in der Bibliothek verbringen. Dazu lass dir gesagt sein: „Prüfungen kann man wiederholen – Partys nicht.“ Du bist also hoffentlich unter denen, die sich auf den Weg nach Obermehler aufmachen, um das wohl geilste Wochenende im zweiten Semester zu feiern.

Das diesjährige Motto meiner Uni (Ulm) war „Top Gun“. Mit passenden Overalls und Tank-Tops ausgestattet traten wir Anfang Juni die Reise mit mehreren Bussen an. An dieser Stelle sei erwähnt: Bete, dass es ein Klo im Bus gibt! Bier kann unglaublich treiben! Auch ein kleines Stoßgebet zum Wettergott kann nicht schaden, ansonsten solltest du ein paar Dinge auf jeden Fall im Gepäck haben:

  • Eine Palette Dosenbier der Marke 5,0 schmeichelt Gaumen und Leber durch sein charakteristischen und verführerischen Geschmack auch bei 40 Grad im Zelt.
  • Eine Packung Sonnencreme schützt die vom Lernen gebleichte Haut.
  • Eine Rolle Klopapier macht das Festival-Leben leichter.
  • Gaffa kann man immer brauchen.

Damit ausgestattet solltest du nach einigen feuchtfröhlichen Stunden Fahrt immer noch in der Lage sein, dein Zelt oder einen Pavillon aufzubauen - Wurfzelte sind hier empfehlenswert.

Für einen Einblick in die Stimmung auf dem Festival lohnen sich die Aftermovies im Netz und natürlich die Berichte der älteren Semester. Das Außergewöhnliche an den Medis sind – neben den feierwütigen Ärzten und Ärztinnen von morgen sicherlich die selbstgebauten Fanfahrzeuge der Unis. Mit stattlichen Anlagen ausgestattet, sorgen sie auf dem Campingplatz und während dem Fußballturnier für ordentlich Beschallung und entsprechende Stimmung.

Wer letzten Endes die Medimeisterschaft gewinnt, ist eigentlich nebensächlich. Hauptsache, du hattest eine super Zeit und hast den lernwütigen zuhause Gebliebenen ein paar nette Geschichten zu erzählen.
Als Andenken an die ersten Medis nehmen viele sicherlich einen ordentlichen Sonnenbrand und einen stabilen Kater mit nach Ulm - nichts motiviert mehr für die Klausurenphase.

Die Motivation brauchst du auch, denn es erwarten dich Histologie, Physiologie und Biochemie. Alle drei haben es in sich, aber ein Glück hat die Bib während der Klausurenphase bis um 23 Uhr geöffnet. Ein weiser Zweitsemestler hat mal gesagt: „Wer vor dem Bib-Gong geht, der nicht besteht“ - ganz so schlimm ist es dann aber auch wieder nicht.

Schwörmontag - der geilste Montag im Jahr

Sind Histologie, Physiologie und Biochemie dann geschafft oder wenigstens überstanden, steht schon das nächste Ulmer Highlight bevor - der Schwörmontag. Einmal im Jahr vollbringen die Ulmer ein Wunder und verwandeln den meistgehassten Tag der Woche in eine riesige Gaudi. Der offiziellen Krimskrams lohnt sich nicht, aber das traditionelle „Nabada“ (schwäbisch für „Hinab baden“) auf der Donau umso mehr!

Hier kann sich jeder der möchte in selbst gebauten/gekauften Booten und Flößen die Donau hinabtreiben lassen, was jedes Jahr dazu führt, dass die Donau voll mit allerlei schwimmenden Untersätzen ist, deren Besatzungen sich zum Teil erbitterte Wasserschlachten liefern, aber hauptsächlich ihre Stadt Ulm feiern.

Denn nicht nur auf der Donau, sondern in der ganzen Stadt Ulm ist eine Menge los – kurzum ein richtig geiles Stadtfest. Bei mir wartete danach leider noch die Psychologieklausur, viele nehmen es jedoch zum Anlass, schon mal in die wohlverdienten Semesterferien zu feiern.

 

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