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  • Anne Damm
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  • 28.04.2015

Das Medizinstudium in Wien - Am Medizinertest MedAT kommt keiner vorbei

Jedes Jahr konkurrieren tausendende junge Menschen um einen der heiß begehrten Studienplätze für Human- und Zahnmedizin. Wer es in Wien an die Uni schaffen will, muss im Aufnahmetest MedAT gut abschneiden. Was bei dem Medizinertest auf dich zukommt und wie du dich optimal vorbereiten kannst, erklärt dir unsere Lokalredakteurin Anne Damm.

Studenten während der Prüfung - Foto: wavebreakmedia/shutterstock

Foto: wavebreakmedia/shutterstock

 

Der MedAT – Allgemeine Informationen  

Der MedAT ist das Aufnahmeverfahren für einen Studienplatz für Human- und Zahnmedizin in Wien, Innsbruck und Graz. Die Anmeldung erfolgt online über die Seite medizinstudieren.at und geht für das Wintersemester 2014/2015 vom 1.März bis 31. März 2014. Die Gebühr für die Testteilnahme wurde dieses Jahr leider erhöht und beträgt nun 110€. Der Test selbst ist dieses Jahr am 5. Juli und dauert neun Stunden. In der Halbzeit ist eine einstündige Mittagspause. Mit den Ergebnissen ist dann ab Mitte August zu rechnen – bis dahin heißt es leider warten. Die Ergebnisse werden in Form von einer Rangliste bekannt gegeben. Insgesammt stehen 1500 Studienplätze für Human- und Zahnmedizin in Wien, Innsbruck und Graz zu verfügung.

 

Uni  Humanmedizin  Zahnmedizin  Gesamt 
 Wien  660   80  740
 Innsbruck  360  40  400
 Graz  336  24  360
 Gesamt  1356  144  1500

 

Die Quotenregelung

Seit 2005 gilt der Beschluss des europäischen Gerichtshofes, wonach die Studienplätze für Human- und Zahnmedizin in drei Kategorien unterteilt sind.

  • 75% der Plätze sind für österreichische Bewerber reserviert
  • 20% der Plätze sind für EU-Bürger reserviert
  • 5% der Plätze gehen an Nicht-EU-Bürger

Hier zählt jedoch nicht die Staatsbürgerschaft, sondern das Land, in dem man das Reifezeugnis erworben hat (Abitur, Matura, Studienzulassung). Ein Beispiel hierzu: Ein Bewerber mit deutscher Staatsbürgerschaft, der aber in Österreich seine Matura gemacht hat, fällt in die Österreich-Quote.    

 

Die Testteilnahme  

Eine gute Vorbereitung auf den Test empfiehlt sich auf jeden Fall, denn die Konkurrenz ist groß und sollte nicht unterschätzt werden. Einige Dinge können sehr gut trainiert und geübt werden, sodass eine höhere Punktezahl erreicht werden kann. Der Test setzt sich aus vier großen Teilen zusammen: Kognitive Fähigkeiten, akademisches Denken, Basiskentnisse für medizinische Studien und Textverständnis.

Am Vormittag wird mit dem Teil „Kognitive Fähigkeit“ begonnen, der 40% des Gesamttestergebnisses ausmacht und aus 75 Fragen besteht. Der erste Test heißt „Figuren zusammensetzen“ und besteht auf 26 Aufgaben für die man 30 Minuten Zeit hat. Es sollen Teile einfacher geometrischer Figuren im Kopf zusammengesetzt werden. Aus fünf verschiedene Lösungsmöglichkeiten muss die richtige ausgewählt werden.. Danach geht es weiter mit „Gedächtnis und Merkfähigkeit“. Bei diesem Test werden den Teilnehmern fiktive Patientendaten, wie etwa Name, Geburtstag, Allergien und Medikamente vorgelegt. Diese gilt es sich innerhalb von acht Minuten gut einzuprägen – am besten mit Hilfe von Eselsbrücken.  

Im Anschluss erfolgt der Test „Zahlenfolgen“. Hier werden Zahlenfolgen präsentiert, die einem bestimmten logischen Prinzip folgen. Dieses Prinzip muss erkannt werden und um weitere Zahlen ergänzt werden. Nach diesem Test kommen Fragestellungen zu dem vorigen Test „Gedächtnis und Merkfähigkeit“, z.B. „An welchem Tag hat der Patient mit der Pollenallergie Geburtstag?“  

Danach kommt der Test „Wortflüssigkeit“, für den 20 Minuten Bearbeitungszeit vorgesehen sind. Dieser Testteil wird dieses Jahr das erste Mal stattfinden, deshalb ist noch wenig darüber bekannt. Er ähnelt einem Anagramm oder Schüttelreim. Es sind Buchstabenfolgen gegeben, die in die richtige Reihenfolge gebracht, ein Substantiv ergeben. Ist dieser erste große Teil geschafft, folgt der Teil „akademisches Denken“, der 10% des Ergebnisses ausmacht und dieses Jahr das erste Mal stattfindet. Deshalb ist auch hier wenig über den Ablauf und die Fragestellungen bekannt. In dieser Kategorie gibt es 25 Fragen zu den Themen „Implikationen erkennen“ und „Argumentieren“. „Implikationen erkennen“ prüft die Fähigkeit auch zwei Schlüssen durch logische Schlussfolgerung einen dritten Schluss abzuleiten. In dem Test „Argumentieren“ sind jeweils ein Standpunkt und drei Argumente, die für den Standpunkt sprechen und drei Gegenargumente gegeben. Diese gilt es gegeneinander abzuwägen und zu entscheiden mit welchem Gegenargument alle drei Proargumente entkräftet werden können.

Danach werden Basiskenntnisse für medizinische Studien abgeprüft. Dieser Teil fließt zu 40% in das Gesamtergebnis mit ein. Hier werden Grundlagen aus Biologie, Physik, Chemie und Mathematik getestet. Auf diesen Teil kann man sich sehr gut vorbereiten. Im virtuellen medizinischen Campus der Meduni Graz sind genaue Listen vorgegeben, die den abgeprüften Stoff vorgeben. Es werden 120 Fragen auf Matura-Niveau geprüft, wobei Biologie den Hauptteil der Fragen ausmacht (50 Fragen). Aus dem Bereich Chemie werden 30 Fragen gestellt und aus Mathematik und Physik jeweils 20.

Zu guter Letzt kommt der Teil „Textverständnis“. Hier werden medizinische oder naturwissenschaftliche Texte vorgegeben. Im Abschluss werden Fragen zu dem Text gestellt. Achtung: Es ist nur die Antwort richtig, die auch durch den Text zu beantworten ist. Wissen, das nicht im Text vorkommt, gilt auch nicht als richtig. Die Zeit ist hier besonders knapp bemessen, deshalb ist richtiges Zeitmanagment wichtig. Dieser Teil des Tests ist nicht sehr gut trainierbar. Jeder Teilnehmer sollte hier seine eigene Strategie entwickeln. Bewährt hat sich etwa das Markieren von wichtigen Textstellen in unterschiedlichen Farben und das Anfertigen von Skizzen, während dem Lesen. So erspart man sich bei der Beantwortung der Fragen zeitaufwendiges erneutes Lesen.

 

Lernunterlagen und die ideale Vorbereitung

  • Bannwarth, Schulz, Krämer: Basiswissen Physik, Chemie und Biochemie
  • Menche: Biologie-Anatomie-Physiologie
  • Duden Basiswissen Schule jeweils für die Fächer Biologie, Physik, Chemie, Mathematik

Mittlerweile hat auch das Angebot an Vorbereitungskursen zugenommen. Die Qualität schwankt jedoch stark. Hier eine kleine Auswahl an Vorbereitungskursen:

  • MedTest
  • Tokastundent
  • IFS Bildungsinstitute
  • T-med

Je nach Lerntyp hat sich auch die Bildung von Lerngruppen bewährt. Durch die Facebookgruppe für den MedAT 2014 lassen sich leicht Lernpartner finden und Informationen austauschen.

 

Nützliche Links

Nextdoc.at unter Eignungstest MedAT finden sich die am häufigsten gestellten Fragen, sowie ein kurzer Guide mit den wichtigsten Informationen.

Medizinstudieren.at ist die Anmeldeseite für den MedAT. Auch hier werden Informationen bekannt geben.

Oehmedwien.at ist die Studienvertretung und steht mit Rat und Tat rund um den MedAT jederzeit zur Verfügung. Hier findet sich auch ein kleines Heft mit den wichtigsten Infos zum MedAT  

Abschließend bleibt mir noch zu sagen, dass der MedAT auf keinen Fall unterschätzt werden sollte. Vorbereitung und Üben sind Voraussetzung für ein Bestehen. Es ist hilfreich sich einen Plan B für den Fall des Nicht-Bestehens zu überlegen, da das die Nervosität und Anspannung nehmen kann. Und keine Sorge, der Test ist durchaus zu schaffen!

 

Neuigkeiten zum Medizinertext MedAT 2015

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