• Bericht
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  • Anne Damm
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  • 29.10.2013

Fieber – Gesund oder schädlich?

Der regelmäßig stattfindende MedMonday der Ärztekammer Wien trug dieses Mal den Titel „Fieber – gesund oder schädlich“? Prof. Graniniger, Facharzt für Infektiologie des AKH Wien legte anhand eines Vortrags seine Meinung zur Fiebersenkung dar – doch diese wurde nicht von allen Teilnehmern geteilt.

Fiebermessen beim Kind - Foto: Markus Bormann/Fotolia.com

Foto: Markus Bormann/Fotolia.com

 

Die Gesellschaft der Ärzte Wien veranstaltete am 14.10.2014 im Billrothaus, im Rahmen des MedMonday, einen Vortrag mit dem spannenden Thema „Fieber – Gesund oder schädlich?“. Durch das Programm führte Univ. Prof. Dr. Wolfgang Graninger, der dank seiner sehr interessanten, lustigen und durch Anekdoten gespickten Vorträge einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt hat, der weit über die Studentenschaft hinausgeht. Jedem Studenten und jeder Studentin ist sein Name ein Begriff. Es versprach also ein spannender Abend zu werden.

 

Fieber ist besser als sein Ruf

Anhand von Beispielen aus dem Tierreich erklärte Prof. Graninger, warum Fieber so sinnvoll ist, und es keinesfalls Ziel einer Therapie sein sollte, dieses zu senken. Der Grund: Pathogene Bakterien verlieren bei Temperaturen, die über denen der normalen Körpertemperatur liegen, schnell ihre Funktion und sterben ab. Prof. Graninger zeigte eine Studie die bewies, dass Tiere, die kein Fieber entwickeln, schneller versterben.

Da Fieber ein Symptom einer Erkrankung ist und nicht eine eigene Erkrankung an sich, gilt es in erster Linie die Ursache zu finden und diese zu bekämpfen. In der Regel sind dies Bakterien oder Parasiten. Zur Beseitigung wird hierbei am besten Antibiotika verabreicht. Es folgte eine Erläuterung, welche spezifischen Antibiotika man bei den verschiedenen Bakterienarten einsetzt.

Mehrfach betonte der Vortragende die Wichtigkeit einer ausführlichen Anamnese (auch Reiseanamnese!), da sich dadurch meistens schon die auslösenden Faktoren eingrenzen lassen. Bei hohem Fieber ist immer auch an Malaria zu denken, falls der Patient einen Tropenaufenthalt hinter sich hat.     

 

Interaktiver Frage-und-Antwort-Spaß

Im Anschluss trugen Ärzte der Infektiologie des AKH Wien Patientenfälle vor. Jetzt wurde es interaktiv: Die Zuhörer konnten mir ihren Handys die Fragen beantworten, die auf die Leinwand projiziert wurden. Hierzu reichte eine SMS, die der Mitratende an eine Nummer senden konnten. Anhand der SMS wurde prozentual errechnet, wie viele Leute für welche Antwort gestimmt hatten. Somit konnte jeder der wollte, sein Wissen über Infektiologie, Antibiotika und bakterielle Diagnostik unter Beweis stellen.  

In der Pause erfreuten sich die Gäste eines reichhaltigen Buffets und einer Vielzahl an Getränken, bevor es dann mit einer Fragen- und Diskussionsrunde weiterging. Da der Vortrag auch mittels Livestream aufgezeichnet wurde, konnten sich auch die Zuhörer vor den Computern via Livechat an der Disskussion beteiligen und allfällige Fragen loswerden.

Viele Ärzte unter den Zuhörern teilten Prof. Graningers Meinung, dass eine medikamentöse Fiebersenkung vermieden werden sollte, nicht völlig. Vor allem Kinderärzte und -ärztinnen äußerten ihre Zweifel. Kinder würden den starken Flüssigkeitsverlust, der durch das Fieber entsteht, nicht ausgleichen können und dadurch schwere Begleitfolgen entwickeln. An dieser Stelle lenkte Prof Graninger ein und revidierte seine Aussage. Bei sehr hohem kindlichen Fieber, sei eine Fiebersenkung durchaus sinnvoll.  

Nach diesem Abend ging wohl keiner der Gäste mit einer offenen Frage nach Hause, und der ein oder andere konnte sein Wissen über Fieber mit Sicherheit erweitern und auffrischen. Mit Spannung wird der nächste Vortrag im Rahmen des MedMonday erwartet.

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