• Interview
  • |
  • Anne-Sophie Mehdorn
  • |
  • 20.11.2013

"Die Laktatwalze freut sich über neue Mitglieder"

Der ein oder andere Würzburger ist in letzter Zeit vielleicht bereits über sie gestolpert: die Laktatwalze. Im Interview erzählt der Vorsitzende der Laktatwalze Malte, was es mit dem Verein auf sich hat.

 

Gruppenbild Laktatwalze - Foto: Alexander Broocks

Gruppenbild Laktatwalze - Foto: Alexander Broocks

 

> Hallo Malte, die wichtigste Frage zuerst: Was ist eigentlich die Laktatwalze?

Laktatwalze ist der Name unseres Triathlon-Teams. Vor ungefähr zwei Jahren haben meine Kommilitonen und ich uns überlegt, einen Verein zu gründen. Wir haben uns vorher schon regelmäßig zum Training getroffen, vor allem zum Rennradfahren aber auch zu anderen Ausdauersportarten. Regelmäßig treten wir auch zu Wettkämpfen an. Hier in der Umgebung von Würzburg gibt es viele sportliche Wettkampfveranstaltungen, vor allem Läufe und Triathlons. Das muss man einfach ausnutzen. Durch den Verein ist alles ein bisschen offizieller geworden und hat festere Strukturen.

 

> Wie lief die Gründung von eurem Verein Laktatwalze ab?

Eine Vereinsgründung ist nicht so einfach, wie man auf den ersten Blick denkt. Man braucht eine Mindestanzahl an Mitgliedern von wenigstens sieben Leuten. Ein paar weitere Formalitäten müssen noch eingehalten werden, unter anderem braucht man eine Satzung, die Grundsätzliches regelt, wie zum Beispiel Vorstandswahlen. Im ersten Halbjahr waren wir ständig beim Notar, weil immer mal wieder etwas nicht gepasst hat. Außerdem wollten wir uns auch „gemeinnützig“ nennen, damit wir Spendenquittungen ausstellen können. Letztendlich konnten wir alle Auflagen erfüllen und dürfen uns nun gemeinnütziger, eingeschriebener Verein nennen.

 

> Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um in den Verein einzutreten?

Laut Satzung muss man einen sportlichen Wettkampf pro Jahr bestreiten. Die Hauptkriterien sind aber eigentlich folgende: Man muss nett sein und Lust auf Sport haben. Kommen Interessenten auf uns zu, laden wir sie zum Teamtreffen ein, schauen, ob sie zu uns passen und dann kann mittrainiert werden.

 

> Muss man für eine Mitgliedschaft Student, Mediziner oder gar beides sein?

Nein, wir sind auch durchaus offen für andere Fakultäten und auch Nicht-Studenten. Der Verein von Medizinern gegründet und dadurch sind diese natürlich in der Mehrzahl. Vieles spielt sich oben im Klinikum ab, weil der Großteil dort seine Tage verbringt und die Wege dadurch kürzer sind. Aber die Zugehörigkeit zur medizinischen Fakultät ist keine Pflicht und die Nicht-Mediziner fühlen sich bei uns auch sehr wohl.

 

Laktatwalze - Foto: Alexander Broocks

 Mitglieder der Laktatwalze - Foto: Alexander Broocks

> Wie hoch ist euer Jahresbeitrag?

Bei uns gibt es keine Mitgliedsbeiträge. Wir versuchen ziemlich hartnäckig das Geld auf anderen Wegen einzutreiben. Wir haben ein paar Sponsoren, die uns zum Glück tatkräftig unterstützen. Trotzdem waren wir bis jetzt noch nicht überragend erfolgreich, was das Eintreiben von Geld angeht.

 

> Was ist das besondere an eurem Verein?

Die Laktatwalze ist ein Verein, in dem man selber aktiv mitwirken kann. Jeder kann, wenn er Lust hat, was anfassen und was drehen, Ideen loswerden und Projekte anstoßen. Wir schauen uns die Projekte an und unterstützen die, die wir gut finden. Es gibt bei uns keine festgefahrenen Strukturen, im Gegenteil, wir sind offen für Neues und für coole Aktionen. Viele Menschen sind eher etwas träge und schwer zu begeistern oder aber sie sind schon anderweitig beschäftigt. Das müssen wir manchmal leider bei unseren Aktionen feststellen. Ich finde es dann schon enttäuschend, wenn ein Projekt plant wird und es keine oder nicht die erwartete Resonanz erhält.

 

> Marathon-Teams haben oft einheitliche Trikots. Habt ihr auch schon Teamkleidung?

Ja, das fing mit den Laufshirts an, dann kamen die Einteiler, gesponsored von medi finanz, dazu. Ein Einteiler ist ein Anzug, den man für den Triathlon nutzen kann, ohne dass man sich zwischendurch umziehen muss. Vor kurzem kam noch spezielle Radkleidung hinzu, sowohl lange Winter- als auch kurze Sommerkleidung, so dass wir mittlerweile gut ausgestattet sind und es langsam immer professioneller bei uns wird. Es ist auch schön zu sehen, wie der Verein wächst. Ein Freund von uns bastelt grade an der neuen Homepage, die wir hoffentlich noch diesen Monat online stellen können.

 

Laktatwalze - Foto: Alexander Broocks

Kalender der Laktatwalze - Foto: Alexander Broocks 

 

> Im Team sind Jungs und Mädchen. Merkt man da konstitutionelle Unterschiede?

Wir sind jetzt gut zwanzig Leute im Verein. Die Mädchen sind leider immer noch in der Minderzahl bei uns, was wir gerne ändern würden. Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Vielleicht sind sie nicht so für den Teamsport zu begeistern oder haben Angst vor dem Wettkämpfen. Die Mädchen, die mit uns trainieren, kommen aber alle gut mit. Wir versuchen das Training dynamisch zu gestalten und alle mitzunehmen. Langsam fangen wir auch an, gemeinsam als Verein aufzutreten und zum Beispiel Staffeln zu besetzen. Kürzlich sind wir beim Köln-Triathlon sogar mit der Staffel auf dem ersten Platz gelandet. Das war eine richtig schöne Erfahrung, sowohl sportlich als auch als Team. Auch beim lokalen Triathlon in Erlabrunn haben wir diese Wertung gewonnen.

 

> Macht ihr noch andere Sachen außer Sport zusammen?

Es gibt Teamtreffen, nicht fix an einem Tag pro Woche, sondern vielmehr nach Bedarf, zum Beispiel vor Wettkämpfen. Da überlegen wir dann, wie wir zum Wettkampf kommen und planen den Wettkampf. Einmal im Jahr fahren wir außerdem zusammen ins Trainingslager zum Radfahren in die Alpen. Es ist einfach schön, mit dem Rest vom Team eine Woche im Sommer zu entspannen und nur zu trainieren. Sonst machen wir viele studentische Sachen, die einen studentischen Verein vielleicht von einem normalen Sportverein unterscheiden. Letztes Jahr haben wir eine Party im Zauberberg organisiert, auch um die Jahresbeiträge nicht einfordern zu müssen. Außerdem haben wir einen Sportkurs in der Mergentheimer Straße angeboten. Der hieß Guts’n Glory und war ein Hindernistraining / obstacle training. Wir kamen auf die Idee, weil wir ein paar Leute im Verein haben, die sehr ambitioniert diese ganzen „Matschläufe“ mit Hindernissen laufen. Vor allem Christian, der zweite Vorsitzende, hatte sich überlegt, ein entsprechendes Training zu organisieren. Nachdem das Training auf gute Resonanz gestoßen ist, überlegen wir es wieder anzubieten.  

 

> Mittlerweile gibt es sogar einen Sportkalender von euch. Wie kam es zu der Idee?

Einer unserer Freunde, Alexander Broocks, war als Fotograf bei unseren Wettkämpfen dabei. Er ist zwar nur Hobbyfotograf, macht aber überragend gute Bilder. Mit ihm zusammen hatten wir die Idee, einen Sportkalender für 2014 zu gestalten. Wer wollte, konnte sich fotografieren lassen und durfte sich eine bestimmte Pose überlegen. Im neuen Hafen gibt’s ein Fotostudio, dort entstanden die Aufnahmen. Uns ging es vor allem um das Sportliche und das Ästhetische. Muskeln und Gefäße wurden nicht mit Photoshop bearbeitet. Das ist alles echt. Lediglich an der Belichtung und am Hintergrund haben wir ein bisschen gebastelt. Im August war der Kalender fertig, seit Mitte Oktober gibt’s ihn in verschiedenen Läden in Würzburg, die uns auch sonst unterstützen. Man kann ihn zum Beispiel im „Laufstil“, bei „Velo Momber“ und bei „Hugendubel“ kaufen. Auch die medizinischen „Buchhandlung Knodt“ durfte natürlich nicht fehlen.

 

> Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Was habt ihr für Feedback erhalten?

Das Feedback ist durchaus positiv, doch irgendwie scheint es auch ein großes Hemmnis bei den Leuten zu geben, den Kalender zu kaufen. Möglicherweise liegt es daran, dass man Leute persönlich kennt und sie sich darum nicht unbedingt in den Flur hängen möchte. Eigentlich wollten wir den Kalender als eine Art Geheimtipp vertreiben, nun ist es doch publiker geworden als gedacht. Auch „Würzburg Erleben“, das „Frizzmagazin“ und „Radio Gong“ haben schon darüber berichtet.  

 

> Was macht ihr mit den Einnahmen?

Zwei Euro des Verkaufspreises von 10 € gehen an ein Projekt des Vereines Schif e.V., der Projekte in Togo und Ghana unterstützt. Eines der Projekte habe ich mir auch schon selbst angeschaut. Da weiß man, wo das Geld genau hingeht. Die Leute dort können konkrete Projekte vorschlagen und der Verein ermöglicht ihnen dann eine Art Start-up-Hilfe, damit sie dann unabhängig und selbstständig wirtschaften können. Mein Kommilitonen Ralf, der den Verein gegründet hat, fliegt einmal im Jahr runter und schaut sich die Projekte an. Diese Initiative ist es auch, die unseren Verein ausmacht. Die Mitglieder haben einen offenen Blick für andere Dinge, abseits von Studium und Sport haben.

 

Interessenten finden mehr Informationen unter www.laktatwalze.de.

Der Kalender kann bei Laufstil in der Semmelstraße, bei Velo Momber, bei der medizinischen Buchhandlung Knodt, im Hugendubel sowie unter laktatwalze@gmail.com für 10 € erworben werden.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete
Cookie-Einstellungen