• Interview
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  • Geführt von Dr. Barbara Schäfer
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  • 24.09.2015

Interview zum fünften RICHI-Kurs 2015

Was ist der RICHI-Kurs? Und warum sollten ihn Medizinstudierende im Praktischen Jahr auf keinen Fall verpassen? Die Veranstalter erzählen es dir.

RICHI-Kurs 2015


Das „Repetitorium in Innere Medizin, Chirurgie und Immunologie/ Rheumatologie (RICHI)“ dient der Examensvorbereitung und beinhaltet u.a. die Diskussion von Kasuistiken, interaktive Erstellung von Diagnosen sowie die Vermittlung von interdisziplinären Grundlagenkenntnissen rund um die Immunologie.

Die beiden Chairs des RICHI-Trainingskurses, Prof. Dr. Hans-Peter Tony (Initiator und Schwerpunktleiter Rheumatologie, Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg ) und Prof. Dr. Bernhard Manger (Leitender Oberarzt, Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum Erlangen) erzählen im Interview, was sich hinter dem Konzept verbirgt.

> Zu dem Repetitorium laden die Medizinischen Kliniken für Rheumatologie und Immunologie der Universitätsklinika Erlangen und Würzburg ihre Medizinstudierenden im Praktischen Jahr ein. Was ist der Hintergrund für den RICHI-Kurs?

Tony: Die Studierenden treffen meist erst im praktischen Jahr die Entscheidung, welche Facharztausrichtung sie einschlagen wollen. Zum Abschluss des praktischen Jahres findet zudem die mündliche Examensprüfung statt. Dabei gilt es, das im Studium erlernte Wissen im Rahmen von Kasuistiken erfolgreich anzuwenden. Hier ist eine optimale Vorbereitung essentiell, und es entsteht ein Bedürfnis für interaktive Lernmethoden – im Optimalfall unter der Leitung erfahrener Kliniker.
Wir möchten die angehenden Kollegen unserer beiden Fakultäten in dieser wichtigen Phase der Examensvorbereitung gezielt unterstützen, zudem ein tieferes Verständnis für die klinischen Vorgehensweisen in der Inneren Medizin vermitteln und dabei Begeisterung für die insbesondere in der Rheumatologie essentiell wichtigen immunologischen Zusammenhänge schaffen.

 

> Was können die Teilnehmer von dem RICHI-Kurs erwarten? 

Manger: Wir bieten ihnen im Format einer Summer-School – von Freitagmittag bis Sonntagmittag – ein umfangreiches, interessantes und auch interaktives Programm zur optimalen Vorbereitung auf anstehende Prüfungssituationen.
Das Programm beinhaltet die fallbezogene interaktive Erarbeitung von Differentialdiagnosen und Fallvorstellungen aus der Gastroenterologie, Endokrinologie, Kardiologie, Infektiologie, Chirurgie und Rheumatologie/Immunologie.

 

> Die Teilnehmer erhalten auch einen intensiven Einblick in die Rheumatologie/ Immunologie – ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung. Möchten Sie gezielt Nachwuchs für die Rheumatologie anwerben? 

Tony: Ja, es ist uns durchaus ein wichtiges Anliegen, das Interesse am Fach Rheumatologie zu erhöhen, denn Fachärzte für Rheumatologie werden dringend gebraucht. Leider nimmt die Rheumatologie in der Studienordnung der Mediziner, selbst in Kliniken mit großer rheumatologischer Abteilung oft eine untergeordnete Rolle ein, die in der wichtigen Entscheidungsphase für die Wahl der Facharztausbildung häufig schon wieder vergessen ist. Daher ist der RICHI-Kurs eine gute Gelegenheit und kurz vor der Prüfung auch ein idealer Zeitpunkt, das Interesse der Studierenden für das Fach Rheumatologie zu erhöhen.
Aus den bisherigen vier RICHI-Veranstaltungen sind bereits vier Kollegen hervorgegangen, die gegenwärtig ihre Ausbildung zum Facharzt für Rheumatologie an den Universitätsklinika Erlangen oder Würzburg absolvieren. Zudem soll die Veranstaltung aber auch dazu beitragen, angehenden Ärzte, die ihre Zukunft nicht im Bereich der Rheumatologie sehen, ein besseres Verständnis für immunologische Zusammenhänge zu vermitteln. Dieser interdisziplinäre Ansatz kann – unabhängig vom späteren klinischen Tätigkeitsbereich der Kursteilnehmer – dazu beitragen, die Kooperation zwischen den Fachbereichen zu verbessern, dem Patienten damit zu einer rascheren Diagnosestellung verhelfen und eine Beschleunigung klinischer Behandlungspfade erwirken.

 

> In diesem Jahr haben jeweils 30 Studierende der medizinischen Fakultäten Erlangen und Würzburg an dem RICHI-Kurs teilgenommen. Wie war das Feedback? 

Manger: Auf den Feedbackbögen wird immer wieder das interaktive, fall-basierte Konzept positiv bewertet. Den eigenen Wissenstand zu überprüfen und nicht nur anhand von Lehrbüchern zu wiederholen wird ebenfalls als Pluspunkt für eine gute Art der Examensvorbereitung genannt.

 

> Sie haben sicher bei vielen Studierenden der medizinischen Fakultäten Erlangen und Würzburg Interesse für eine Teilnahme an dem 2016-er RICHI-Kurs geweckt. Wo können sich interessierte Studierende informieren bzw. anmelden? Entstehen den Teilnehmern Kosten für den Kurs? 

Tony: Informationen über Termin und Programm des nächsten RICHI-Kurses sind Anfang 2016 bei Frau Ritz, Sekretariat Rheumatologie/Immunologie der Medizinischen Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg verfügbar. Die Platzvergabe erfolgt nach dem „First-Come/First-Served“-Prinzip. Den Teilnehmer entstehen keine Kosten für Kursgebühren. Zudem werden die entstandenen Übernachtungskosten erstattet.

 

> Könnte der RICHI-Kurs auch Modellcharakter für andere Fachgebiete haben? 

Manger: Ja, ganz bestimmt. Wir leisten mit dem RICHI-Kurs gewissermaßen Pionierarbeit und sind „Vorreiter“ für ein Konzept bzw. ein Pilotprojekt, in dessen Rahmen das Interesse für ein Fach nicht nur geweckt, sondern auch vertieft werden kann. Darüber hinaus erfolgt eine effektive Examensvorbereitung. Insgesamt trägt das Projekt zur interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Kooperation bei, wovon die Region und die beteiligten Fachgebiete profitieren.

Zum Programm 

 

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