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  • Dr. med. Phoebe Kaiser
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  • 02.01.2013

Mindmapping

Eine Mindmap ist eine „Gedankenlandkarte“; ausgehend von einem zentralen Begriff wird die Idee weiter entwickelt. Im Unterschied zu einem linearen Text oder einem listenartigen Mitschrieb mit fortlaufend nummerierten Unterpunkten, spielt die Reihenfolge hier keine Rolle. Spätere Einfälle werden einfach dazu geschrieben. Eine Mindmap ist wie ein Bild, das die persönliche Strukturierung des Themas im Kopf des Einzelnen wiedergibt.

Foto: O.Vogl, Thieme

Was ist Mindmapping?

Mindmapping wurde erst Ende der 60er Jahre von Tony Buzan entwickelt. Es dient als ein Werkzeug, Ideen zu strukturieren, Wissen zusammenfassend darzustellen, und vor allem effizient zu memorieren. Besonders wichtig ist das für Medizinstudenten, die in kurzer Zeit große Mengen an Informationen verinnerlichen müssen.

 

Was sind die Vorteile von Mindmaps?

Mindmaps reduzieren sich auf Schlüsselwörter, die beim Ansehen und Lesen automatisch zu ganzen Sätzen ergänzt und mit weiteren Begriffen assoziiert werden. Es werden keine unnötigen Füllwörter aufgeschrieben, die einzelnen Stichwörter sind durch die Vernetzung der Unterpunkte jederzeit nachvollziehbar. Mindmaps sind immer individuell und wirken oft unübersichtlich. Der Schöpfer selbst jedoch findet sich zurecht, da er die Schlüsselwörter ausgewählt hat und sich daran eigene Gedankenketten und Assoziationen anschließen.

Mindmaps sind jederzeit beliebig erweiterbar. So kann eine kurzgefasste und schnell entwickelte Mindmap, beispielsweise zur Vorbereitung auf eine Vorlesung oder einen Kurs, durch die wichtigen zusätzlichen Informationen des Dozenten ergänzt werden und so als Grundlage für die Prüfungsvorbereitung dienen. Man benötigt mit einem Mal nur noch ein einziges Blatt pro Themenbereich, unübersichtliche und konfuse Vorlesungsmitschriebe und Loseblattsammlungen werden unnötig. Schaut man später noch einmal über die Mindmap, kann das Thema sofort wieder erfasst werden. Mindmaps geben einen Überblick über einen Themenbereich, Basisinformationen und Details gleichzeitig. Die Fakten, beschränkt auf wenige Worte, sind visualisiert und auf einen Blick zu erfassen.

 

Wie geht das?

Der Mindmapper benutzt eine DIN A4 Seite oder besser ein A3 Blatt ohne Linien oder Karos im Querformat. Weiterhin benötigt er verschiedene Farben, Filzstifte und Holzfarben oder Marker, um verschiedene Bereiche der Mindmap farblich hervorzuheben.

In der Mitte steht ein zentraler Begriff, von dem aus die Idee weiter entwickelt wird. Im Prinzip kann jeder weitere Begriff als Ausgangspunkt für eine neue Mindmap genutzt werden. Vom Zentralbegriff ausgehend, verästelt sich das Schlüsselwort in Unterbegriffe, entsprechend Kapitelüberschriften, die möglichst hervorgehoben werden sollten, mit dicken Strichen, Umrandungen, verschiedenen Farben. Wenn sich das Thema schnell stark verästelt, kann eine „Sub“-Mindmap kreiert werden.
Die Linien, die zu den verschiedenen Unterthemen führen, sollten alle miteinander verbunden sein, um mit dem Auge ganz leicht den Gedanken nach zu verfolgen.

Im Folgenden finden Sie eine Beispiel-Mindmap. Diese ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Maria Beyer (PepperMind-Design© Kiel, www.mindmap.de) entstanden von Andrea Pala© Mainz erstellt worden. Ein Klick auf das Biold öffnet die Mindmap (PDF). 

Ein Klick auf das Bild öffnet die Beispiel-Mindmap. Diese ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Maria Beyer (PepperMind-Design© Kiel, www.mindmap.de) entstanden von Andrea Pala© Mainz erstellt worden.         

               

Der Mindmapper soll seinen eigenen Stil finden. Eine Mindmap muss nicht schön sein. Quer über die Seite verlaufende Pfeile stören ebenso wenig wie mehrfache, wilde Unterstreichungen, farbige Umrandungen oder Zusatzeinträge. Wichtig ist Lesbarkeit, wer eine krakelige Handschrift hat, schreibt besser in Druckbuchstaben. Nützlich sind auch Ausrufezeichen, kleine Zeichnungen, Bilder, Diagramme etc. - alles ist erlaubt und erwünscht. Je weniger Worte, desto besser.

Wofür kann ich Mindmaps brauchen?

Effektive Prüfungsvorbereitung anhand von Lehrbüchern, Skripten und anderen schriftlichen Quellen gehört zu den wichtigsten Anwendungen von Mindmaps. Wer allerdings Mindmaps schon für die Vorlesungen benutzt, schafft sich mit einem viel geringeren Aufwand persönliche bildliche Darstellungen der wichtigsten Themenbereiche, die dann bei der Prüfungsvorbereitung nur noch durch die Lehrbücher ergänzt werden müssen. Es bietet sich für Lerngruppen an, eine Konzept-Map zu kreieren, in der gemeinsam Lernziele definiert werden. Eine im Team erstellte eindimensionale Mindmap, d.h. mit nur einem Unterpunkt ausgehend vom Zentralbegriff, kann als Vorlage dienen, die dann individuell ergänzt wird. Mindmaps helfen auch bei der Strukturierung von Ideen in allen Bereichen, so lassen sich ein Lernplan erstellen und Lernziele definieren.

Nützlich sind sie auch im weiteren Berufsleben. Mittels Mindmaps lassen sich Zusammenfassungen schreiben und Wissen kompakt darstellen. Beim Erarbeiten neuer Themenbereiche und dem Lesen von Fachliteratur ist ganz einfach nebenbei eine Mindmap zu erstellen und diese hinterher an die Kopie des Artikels anzuheften.

Vorträge sind flüssiger, wenn sich der Redner an einer Mindmap orientiert, da keine Füllworte, sondern nur Schlüsselworte aufgeschrieben werden. Es ist fast ausgeschlossen, dass der Vortragende den Faden verliert, sind doch alle Begriffe mit Linien untereinander verbunden. Auch im privaten, alltäglichen Bereich lassen sich Mindmaps verwenden. Einkaufslisten, To-Do-Listen, Urlaubsplanung, Lernpläne und vieles mehr lassen sich mit Mindmaps schnell und effizient darstellen.

Was ist noch wichtig?

An Mindmaps muss man sich erst gewöhnen. Beispiel-Mindmaps wirken auf den außenstehenden Betrachter meist sehr konfus und unübersichtlich, sie sind auch selten austauschbar. Man kann sich nicht einfach eine Mindmap eines Mitstudenten kopieren. Erst wenn sie eigenständig entwickelt wurde, kann man die Stichpunkte nachvollziehen.

Wer sich noch nicht mit dem Thema „Mindmaps“ befasst hat, ist nur schwer von der Effektivität zu überzeugen. Und doch, wer es einmal ausprobiert hat, ist begeistert. Nehmen Sie selbst einmal ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand und malen Sie eine Mindmap zu einem allgemeinen Thema, z.B. „Kopf“. Legen Sie die Mindmap weg und versuchen Sie, sich am nächsten Tag an das Geschriebene zu erinnern. Sie werden erstaunt sein, wie viel Sie sich gemerkt haben! Jeder sollte seinen eigenen Stil finden und das Mindmappen üben. Beispiel-Mindmaps können Anregungen bieten.
Interessanterweise sind alle Mindmaps zum gleichen Thema extrem unterschiedlich, so unterschiedlich wie die Mindmapper selbst sich auch sonst Themengebiete erarbeiten.

 

Weitere Informationen zum Thema

Der Entwickler der Mindmaps, Tony Buzan, beschreibt auf seiner Website www.mind-map.com ausführlich die Geschichte, Mindmap-Regeln und Anwendungen. Ausserdem können Beispiel-Mindmaps betrachtet werden. Das von ihm geschriebene „Mind-Map-Buch“ (unter vielen anderen) ist für Einsteiger eine empfehlenswerte Lektüre. Die deutsche Website www.mindmap.de bietet neben Beispielen und weiteren Informationen auch Seminare an (mit Studentenermäßigung).

www.mind-map.com

www.mind-map.de

Es gibt zudem verschiedene Softwares, mit Hilfe deren Mindmaps entwickelt werden können - besonders hilfreich für Menschen mit unleserlicher Handschrift! Zu nennen sind hier der MindManager® und der MindMapper® als die wichtigsten Vertreter. Ein weiteres Software-Tool ist TheBrain. Mit Hilfe dieses Programms kann man riesige Brains bauen und Qervernetzen ohne ständig über das zentrale Thema gehen zu müssen. TheBrain ist ideal zum Aufbau einer Knowledge-Base - Mindmapping 3D sozusagen.      

Viel Erfolg bei der ersten eigenen Mindmap!        

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