Fach Chirurgie
Prüfer Dr. Philipp Uwe Fein
Universität Leipzig
Datum 20.11.2014

Prüfungsprotokoll mündliches Staatsexamen Chirurgie

Hattest du im Vorfeld Kontakt zu dem Prüfer?

Vorab hatte ich telefonischen Kontakt mit dem Prüfer. Ein Treffen hat nicht stattgefunden.

 

Wie hast du dich auf die Prüfung vorbereitet?

Größtenteils habe ich mich mithilfe der Themen aus den Altprotokollen vorbereitet. Oft gefragte Themen habe ich mir genauer angeschaut. Ansonsten haben wir uns alle zwei bis drei Tage in der Prüfungsgruppe getroffen und sind verschiedenen Themen zusammen durchgegangen.

 

Welche Fragen wurden in der Prüfung gestellt?

Tag 1:

  • Es kommt eine Patientin mit linksseitigem Unterbauchschmerz, was kann sie alles haben? Divertikulitis: klinische Untersuchung, Therapie. Schmerzen bei Divertikulitis auch rechts möglich?
  • Was würden Sie bei einem Patienten tun, der um 23:30 Uhr in die Notaufnahme kommt und sich bereits zum 5. Mal mit bisher immer konservativ behandelter Divertikulitissymptomatik vorstellt? (abhängig von der Schwere der Klinik: sofortige OP bei Perforation vs. stationäre Aufnahme, Vitalparameterkontrolle, Nahrungskarenz, Antibiose, Reevaluation am nächsten Morgen zusammen mit dem Oberarzt).
  • Wie führen sie eine digital-rektale Untersuchung richtig durch? (theoretisch, nicht an der Patientin). Was ist eine Mariske? Kurz Hämorrhoiden.

 

Tag 2:

  • Bezugnehmend auf den Fallstrick vom Vortag: Worüber müssen sie den Patienten aufklären? (Zeitpunkt mindestens einen Tag vor der OP außer in Notfallsituationen, allgemeine Operationsrisiken wie Thrombose, Embolie, Infektion etc., Erläuterung des operativen Vorgehens in einer dem Patienten verständlichen Art und Weise, Alternativen, evtl. Intraoperative Veränderung des operativen Vorgehens).
  • Sigmakarzinom: Bild eines Kolonkontrasteinlaufes erläutern. Mesenterialischämie: Bild eines intraoperativen Situs (teils livide verfärbter Dünndarm mit wenig nekrotischen Anteilen), welches Gefäß am häufigsten Betroffen (A. mesenterica superior), wie stellt sich die Klinik der Mesenterialischämie dar, wie ist das operative Vorgehen.
  • Stellen Sie sich vor, ein 95-Jähriger kommt in die Notaufnahme und hat nach einem beschwerdefreien Intervall jetzt ein akutes Abdomen: Würden Sie ihn sofort operieren? (insofern der Patient noch ansprechbar ist, mit ihm über die Optionen und die Chancen besprechen, ansonsten Patientenverfügung checken, im Notfall operieren).
  • Bild einer linksseitigen pertrochantären Fraktur: Erkennen, Operationsindikation ja oder nein, welche operativen Möglichkeiten gibt es, was ist der Unterschied zwischen einer DHS und dem Gammanagel (DHS extramedullär, Gammanagel intramedullär und bringt mehr Druck auf die Frakturenden).

 

Wie war die Stimmung während der Prüfung?

Insgesamt sehr angenehme Prüfungssituation in den zwei Tagen. Der Prüfer war bemüht, Fragen mit klinischer Relevanz zu stellen und hat uns, auch bei kleineren Hängern, gut durch die Prüfung geleitet. Dadurch, dass über einen Beamer Bilder und Materialien gezeigt wurden, verlief die Prüfung sehr interaktiv, so wie es im klinischen Alltag häufig eben auch funktioniert.

 

 

Dein Fazit?

Wichtig ist, dass man ruhig und vor allem strukturiert seine Fragen beantwortet. "Nennen Sie mir" bedeutet auch benennen, da reichen zunächst erst einmal Stichworte aus. Zu viel erklären birgt hier nur die Gefahr, dass man falsche Dinge sagt oder er davon etwas aufgreift.

Dr. Fein gab weder verbal noch mit seiner Mimik ein Feedback auf die Antworten, so dass man manchmal nicht genau wusste, ob er mit den vorgebrachten Fakten und Ideen einverstanden war oder nicht. Allerdings hat auch er relevante Chirurgiethemen abgefragt und legte dabei mehr Wert auf das Erkennen der klinischen Symptome als auf Klassifikationen.

Grundsätzlich kann man mit einer überzeugenden und prägnanten Patientenvorstellung beim Prüfer gut punkten, der erste Eindruck macht viel aus. Deswegen lohnt es sich, diese am Vortag zumindest mal im Kopf durchzugehen oder niederzuschreiben. Am Ende vergeht die Prüfungszeit vor allem am zweiten Tag enorm schnell, 15 Minuten pro Fach sind schneller um als man denkt.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete