• Piper, W.
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  • Springer-Verlag GmbH
Erscheinungstermin: 18.12.2006 EUR [D] 19,95 Innere Medizin

Innere Medizin

Rezension von Christina Rendenbach, 8. Semester, Uni Mainz

Zielgruppe

Das Buch ist als Lehrbuch für Studierende gedacht und als solches auch konzipiert. Da es sehr detailliert ist und auch für den klinischen Alltag wichtige Informationen nicht fehlen (Dosierungen, Therapieschemata und genaue diagnostische Schritte), kann das Buch sicherlich auch im PJ und nach dem Studium eine Hilfe sein.

 

Inhalt

Es werden sämtliche Gebiete der Inneren Medizin behandelt. Jedes Thema beginnt mit einem Kapitel zur Anatomie und Physiologie des Organssystems, was ich für ein tiefgreifendes Verständnis sehr sinnvoll finde. Außerdem werden die wichtigsten Untersuchungsmethoden vorgestellt.Ein weiterer Pluspunkt des Buches sind die Abbildungen, vor allem die Veranschaulichung der Diagnostik (endoskopische Bilder, Röntgenaufnahmen…).Auch wenn es über 600 sein sollen, findet man oft seitenlang nur Text, was die Lernmotivation nicht unbedingt steigert.Die Fülle an Informationen zu einem Krankheitsbild ist sehr positiv in der Vorbereitung auf einen einzelnen Kurs oder zum Nachschlagen. Um sich systematisch auf eine Prüfung vorzubereiten, ist das Buch wohl etwas zu umfangreich: Wer sich durch die Details kämpft, verliert gerade als Einsteiger leicht den Überblick fürs Große und Ganze. Daher kann das Buch ohne Vorkenntnisse sicher überfordernd sein, da die Strukturierung trotz aller Bemühungen nicht klar genug (siehe unten) und es sehr schwer ist, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden.Auch wenn der neue GK 2 inhaltlich berücksichtigt wird: Sinnvoll wären Hinweise auf beliebte Fragestellungen und Prüfungsfallen, um es in der Vorbereitung nützlicher zu machen. Die rot hervorgehobenen CAVE- Fakten sind allerdings im klinischen Alltag sehr wichtig.

 

Didaktik

Zwar wurden im Buch hin und wieder zentrale Sätze blau hervorgehoben und viele Themen in Tabellen zusammengefasst, wirkliche Lernhilfen wie Eselsbrücken oder Prüfungsfragen am Ende eines Kapitels zur Lernerfolgskontrolle gibt es nicht. Auch Fallbeispiele fehlen, die den Stoff praxisnäher gemacht hätten. Insgesamt bleibt das Buch trotz Bildmaterial aus dem Klinikalltag sehr theoretisch.Eine kurze Repetition nach jedem Thema („Was Sie jetzt wissen sollten“) würde beim Lernen weiterhelfen. Außerdem wäre es sinnvoll, die Häufigkeit einer Erkrankung klarer herauszustellen, denn schnell fängt man als Student an, die Kolibris zu lernen anstatt alles über die Hypertonie zu wissen. Das Buch ist als wirkliches Lehrbuch also nicht perfekt geeignet. Die Sprache ist insgesamt klar und verständlich, die Sätze sind kurz und die Texte flüssig zu lesen.

 

Aufbau

Den einzelnen Großthemen wurde jeweils eine Farbe zugeordnet, was die grobe Orientierung erleichtert. Leider wurde versäumt, diese Legende z.B. in die Umschlagsseite zu drucken, sodass der größte Vorteil dieser Kennzeichnung („ich will Nephrologie lernen und kann direkt Grün aufschlagen“) nicht nutzbar ist. Am Anfang jedes großen Themas findet sich die sehr übersichtliche Gliederung, die bei der Orientierung innerhalb des Kapitels hilft.Das Verzeichnis am Ende des Buches ist blau markiert, sodass es sofort aufgeschlagen werden kann, die wichtigsten Seitenzahlen zu dem jeweiligen Stichwort sind fett gedruckt- zum Nachschlagen perfekt! Allerdings gab es einige Begriffe, die im Verzeichnis nicht berücksichtigt werden (Howell-Jolly-Körperchen, McBurney, Betablocker… im Herold alle zu finden).Die Gliederung der einzelnen Kapitel halte ich für gelungen, aber graphisch kann noch einiges verbessert werden, um diese auch wirklich sichtbar zu machen.

 

Preis

Das Buch kostet im Handel 49,95 Euro.Andere Bücher mit vergleichbar ausführlichem Informationsgehalt sind sicherlich teurer, da diese meist gebunden sind. Preislich ist die Herausgabe als Taschenbuch also sehr positiv, allerdings ist es dadurch auch schnell abgenutzt (vor allem, wenn es transportiert wird und nicht nur auf dem Schreibtisch liegt).

 

Fazit

Wer wirklich Zeit hat, sich einzulesen und ein Thema bis ins Detail verstehen will, für den ist das Buch Gold wert. Auch um einzelne Bereiche noch mal nachzuschlagen, scheint es geeignet zu sein. In der akuten Prüfungsvorbereitung, in der in erster Linie die wichtigsten Zusammenhänge und Fakten zählen, ist das Buch zu ausführlich und verwirrt mehr, als zu helfen.

 

3 Punkte von Sebastian Kalbhenn, Student im letzten Semester in Graz

Kurzbeschreibung

Das Lehrbruch „Innere Medizin“ von Wolfgang Piper liegt in der ersten Ausgabe vor. Es ist im Dezember 2006 erschienen und soll eine ausführliche Zusammenfassung des komplexen Fachgebietes der Inneren Medizin bieten.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich primär an Studierende, jedoch können auch Assistenten in Weiterbildung und andere Ärzte durchaus von dem Werk profitieren. Ich würde es als Standardwerk ohne regionale Besonderheiten bezeichnen. Aufgrund der Masse an behandelten Themen und wegen seines chronologischen Aufbaus ist logisches Verständnis die Richtadresse. Zu fast allen Krankheiten bekommt der Leser die Grundlagen der Physio- und Pathophysiologie geliefert. Insofern kann der Leser es auch nach dem 2. Staatsexamen zur guten Wiederholung und Verinnerlichung der Inneren Medizin verwenden. Das Buch liefert die Wissensgrundlagen zur richtigen Therapie von Krankheiten in der Inneren Medizin.

 

Inhalt

Beim Studieren des „Pipers“ ist mir inhaltlich keine große Abweichung zu ähnlich aufgebauten Standardwerken wie dem „Basislehrbuch Innere Medizin“ von Renz-Polster (Urban und Fischer) aufgefallen, auch im Vergleich zum Herold ist die Themenauswahl in beinahe allen Punkten sehr ähnlich.

Beim "Piper" kommt es vor, dass seltenere Krankheiten durchaus mehr Sätze in Punkto Klinik und Therapie aufweisen als die verbreiteten, häufigen Krankheiten. Außerdem wechselt der Sprachgebrauch von gut zu lesenden und sofort begreifbaren längeren Sätzen bis hin zu salvenartiger Hintereinanderreihung von Stichworten, was dem Gesamttext eine gewisse Unruhe verleiht.

Informationen bekommt man dennoch mehr als genug, um Prüfungen gut bestehen zu können, und auch im späteren klinischen Alltag bietet das Buch eine gute Hilfestellung. Dennoch: Ich empfinde speziell die Schilderung des klinischen Bildes, also der Symptome, mit welchen sich die Patienten den Ärzten vorstellen im „Basislehrbuch Innere Medizin“ gelungener, da sie dort ausführlicher und praxisnäher ist.

 

Aufbau/Didaktik

Als echt gelungen und großes Plus bewerte ich die Anzahl und die hohe Qualität der Abbildungen. Wirklich eindrucksvolle Endoskopieschnappschüsse und eine enorme Menge an guten Röntgen-, CT- und Sonobildern, sowie makro- und mikroskopischen Fotos vermitteln das Gefühl von persönlicher Anwesenheit, das nenne ich Praxisbezogenheit.

 

Im gleichen Atemzug ist aber auch zu erwähnen, dass die Grafiken optisch nicht derart eindrucksvoll sind und für mich bei der Prüfungsvorbereitung und beim Wiederholen im Freundeskreis keinen Wiedererkennungswert bieten. Zusammenhänge werden hier lieber textlich erläutert, als dass eine anschauliche und für das Lernen so wichtige Grafik die Themen erläutert. Und genau dieser Punkt bringt in Verbindung mit einem durchwegs schwarz-weißen Dschungel an Buchstaben eine große Monotonie.

 

Vereinzelt findet man jedoch rot hervorgehobene wichtige Informationen, aber eine farbliche Gliederung, die den Leser durch Ätiologie, Pathogenese, Klinik und Therapie führt und bei Lernlaune hält, gibt es außer bei den gelungenen, kurzen und einprägsamen Indices zu Beginn jedes Kapitels nicht. Sehr schade und für mich eindeutig am Studenten vorbei konzipiert, gerade bei der komplexen Inneren Medizin, in der man sich schnell verlaufen und verlieren kann.

 

Und so reihen sich weitere Mängel ein, wie z.B. das konsequente Ausbleiben von Fallbeispielen. Ebenso fehlt mir eine kurze Zusammenfassung am Ende großer Themengebiete.

Als vorbildlich erweist sich jedoch das Inhaltsverzeichnis zu Beginn. Dieses ist absolut übersichtlich und sehr gut strukturiert. Auch die zu Beginn der Themen auftauchenden Einteilungen sind sehr gelungen, das verschafft Überblick. Das Sachregister am Ende des Buches ist ausführlich und logisch. Allerdings dauert es ein wenig, bis man sich an die Klassifikation gewöhnt hat. So findet man die KHK unter "korornarer Herzkrankheit" und nicht unter der Abkürzung. Gleiches gilt beispielsweise für die PAVK, die man unter "arterieller" suchen muss.

 

Preis/Fazit

Ich empfinde die verlangten 49,95 € für dieses Buch der Inneren Medizin durchaus angemessen und kann mir das Buch als Lernhilfe, im Sinne einer erklärenden Erweiterung zum „Herold“ gut vorstellen. Ist man allerdings auf ein einzelnes Lehrbuch fixiert, dann gebe ich dem „Basislehrbuch Innere Medizin“ klar den Vortritt, denn hier rundet die perfekte graphische Darstellung den textlichen Inhalt besser ab. Allerdings hat Professor Piper mit diesem Buch auch erst die erste Auflage am Start - bei entsprechender graphischr Erweiterung der durchweg guten Texte könnte das Werk in Zukunft ein neues Standardlehrwerk darstellen.


2,5 Punkte von Tanja Pilarski, 7. Semester in Berlin

Kurzbeschreibung

Wieder wurde die Qual der Wahl im Lehrbuchbereich Innere Medizin vergrößert. Ob die neue Wissensquelle aus dem Springer-Verlag tauglich für den Unialltag ist, habe ich nun auf`s Exempel geprüft.

Dieses Lehrbuch in erster Auflage liefert das Wissensfutter für Studierende auf 960 Seiten zu allen Fachgebieten der Inneren Medizin. Mit 1,8 kg muss man es trotz Softcover-Aufmachung laut „Book Mass Index“ zu den Übergewichtigen seiner Klasse zählen. Doch an Siegenthalers oder Harrisons Adipositas per magna kommt es wohl nicht heran.

 

Zielgruppe

Vor allem Studenten, die sich auf schriftliche Prüfungen vorbereiten, kommt dieses Lehrbuch entgegen, denn während des PJ dient es wohl eher als Nachschlagewerk. Da jedoch der differentialdiagnostische Ansatz fehlt, würde man im klinischen Alltag wohl eher auf andere Standardwerke zurückgreifen.

 

Inhalt

Nun zu den „Inneren“ Werten: So viel steht fest, wer den Inhalt von „Innere Medizin“ verinnerlicht hat, der weiß eine ganze Menge. Vom Überblick zum Detailwissen hat der Piper viel zu bieten – eine in sich runde und abgeschlossene Sache. Angesichts der sich stetig wandelnden Medizin bleibt jedoch leider meist unklar auf welche Daten bzw. Studien Bezug genommen wird. Ein großes Manko ist die fehlende Differentialdiagnostik. Weder gibt es Übersichten zur Abgrenzung der Krankheiten, noch taucht das berühmte „DD“ bei den Krankheitsbeschreibungen auf. Darüber hinaus werden leider kaum die Fühler in andere Fachgebiete ausgestreckt. Der Verweis auf andere Medien wie das WWW, hätte zudem das Erarbeiten der Themen auflockern können. Leider vermisst man vor allem im diagnostischen Bereich die klinische Relevanz. Die Frage „Wann macht man was?“ bleibt oft unbeantwortet. Ein großes Lob verdient das ansprechend 4-farbige Layout und die Illustration. 620 qualitativ hochwertige, gut integrierte Bilder und 117 Tabellen auf 960 Seiten macht das Durchforsten des Buches zu einem Augenschmaus!

 

Didaktik

Der neue Springer-Wälzer erinnert an schlechten Frontalunterricht: Er lädt nicht zum Hinterfragen ein, verknüpft die Inhalte kaum, verweist selten auf Anderweitiges. Viel zu selten werden wichtige Fakten zusammengefasst oder wiederholt. Es fehlen die guten, alten Merksätze oder das „CAVE“. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Stil. „Aus einem Guss“, so steht es im Einband, wird der Text gestaltet. Mangels Auflockerungen verfällt dieser jedoch in eine nüchterne Schwerfälligkeit – kein Genuss. So fällt es trotz guter Struktur relativ schwer, den Inhalt mit Freude zu erarbeiten. Allein die Bebilderung vermag es, den Themen Leben einzuhauchen.

 

Aufbau

Zu den üblichen Fachgebieten der Inneren Medizin bietet der Autor die Wiederholung physiologischer Basics an, leitet zu wesentlichen Pathomechanismen über, um schließlich die diagnostischen Methoden zu erläutern. Dies als Grundlage soll dem Verständnis der geschilderten Erkrankungen dienen. So weit, so gut. Hier und da gibt es jedoch kleine Layoutfehler bei Auflistungen, wobei dann nicht mehr so ganz klar ist, ob das ein Unterpunkt oder ein Unterunterpunkt ist…

 

Relevanz für die örtliche Uni

Aus Erfahrung ergibt das Arbeiten mit dem Piper im Unialltag keinen Überlebensvorteil. Es bleibt auch fraglich, ob der Piper tatsächlich eine Nische gefunden hat. Schwer ist es allemal zwischen dem Herold als dem ultimativen Schnellkursbuch, dem sehr ausführlichen und anschaulichen Siegenthaler oder der didaktisch netten Dualen Reihe „Innere“ zu bestehen.

 

Preis

Mit 49.90 Euro ist der Piper ein Schnäppchen unter den ausführlicheren Lehrbüchern der Inneren Medizin.

 

Fazit

„Innere Medizin“ von Wolfgang Piper als Neuling unter den Lehrbüchern ist an Morbus Uncreativibus erkrankt. Leider hat es neben fast genialen Bildern und einem tollen Ladenpreis nicht viel zu bieten - kaum Highlights, keine moderne Verlinkung ins WWW, wie man es bei anderen Büchern schon sieht, keine Fallbeispiele… Als Begleiter in der Klinik, Rat suchend auf differentialdiagnostischen Irrwegen, ist der Piper kaum zu gebrauchen. Wer jedoch als Ergänzung zu stichwortartigen Faktendarstellungen wie im Herold gerne mal die lange Version liest, könnte sich mit diesem Buch anfreunden.

 

Kommentar eines Lesers (Der Name ist der Redaktion bekannt)

Ich kann leider so gar nicht die Kritik der Kollegin Pilarski bestätigen; Bücher sind natürlich auch immer Geschmackssache. Ich sehe das Buch als Lehrbuch und das ein sehr gutes; die Differentialdiagnose ist oft in dem Kapitel der einzelnen Diagnosen, wo es hingehört enthalten! Ich denke nicht das ein Student, der sich ein solides internes Wissen aneignen will die Links zu den Studien braucht; ich glaube dies würde den Rahmen sprengen.

Den Vorwurf des schlechten Frontalunterrichts kann ich gar nicht verstehen; das Buch erklärt Zusammenhänge und diese sind immer wieder, sowohl in den Einleitungen der Kapiteln und dann auch nochmals bei den Krankheiten erwähnt; ich finde, das ist das erste Buch in dieser Größe, das eben komplexe Verbindungen nicht nur erwähnt, sondern die Gründe erklärt!

Die guten alten Merksätze fehlen auch nicht: Mit roter Schrift und einem Rufzeichen versehen sind auch diese im Buch enthalten! Der Vergleich mit Herold, Siegenthaler und der Dualen Reihe wackelt leider auch gewaltig!

1. Der Herold ist kein Lehrbuch! Es ist eine Aufreihung der Inneren Medizin ohne viel Verständnisvermittlung; in der Praxis ist es gut zum Nachschlagen.
2. Siegenthaler ist denke ich das Handbuch zum Nachschlagen der deutschen Sprache (zusätzlich gibt es ja jetzt auch den "Berliner" Harrison, ebenfalls zum Nachschlagen)
3.Duale Reihe: 1800 Seiten! Und schon recht veraltet. Piper: 900 Seiten und auf dem neuesten Stand;

Ich denke es ist erst die erste Auflage eines Buches, welches seinen Weg machen wird!

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